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3 (1827) E
Entstehung
Seite
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Ebbe und FlutJi.

sey, so müsse das Wasser in den grofsen Meeren bei Nachtetwas hinter den Ufern Zurückbleiben, und sich an den west-lichen Küsten erhöhen, bei Tage etwas voreilen und an denöstlichen Küsten steigen. Da sich daraus die zweimal in 24Stunden entstehende Fluth nicht erklären läfst, so nimmt ernoch andere Voraussetzungen zu Hülfe, die ich liier nicht um-ständlich erwähnen will.

Cartesius 1 erklärte auch die Ebbe und Fluth so wiedie Bewegungen der Planeten aus Wirbeln. Da nach seinerMeinung der Blond sowohl als die Erde mit einem Wirbel um-geben seyn sollte, so kämen diese beiden Wirbel da, wo siezwischen Erde und Blond durchgehen sollten, ins Gedrängeund brächten einen Druck hervor, welchem das Bleer auswei-clien müfste. Indem so in der B'Iitte des Meeres das Wasserweggedrängt würde, müsse es, glaubte er , gegen die Ufersteigen und hier Fluth bewirken. Gegen diese Plypothesespricht ganz entscheidend die Erfahrung, dafs gar nicht blofsam Ufer, sondern eben so gut in der Bütte der grofsen Bleerezu der Zeit, wo der Blond ihnen ungefähr im Zenith steht,ein Höhersteigen beobachtet wird; und es ist daher kaumnöthig zu bemerken, dafs auch die zweite Fluth, während derBlond unter dem Horizont ist, sich nicht so erklären läfst.

Wallis 2 versuchte eine Erklärung, die sich an die vonGalilaei anschliefst, aber den Umstand als besonders wichtigdarstellt, dafs es nicht eigentlich der BUttelpunct der Erde,sondern der gemeinschaftliche Schwerpunct cles Blondes undder Erde ist, welcher einen regelmäfsigen Kreislauf um dieSonne macht. BVenn man hierauf Rücksicht nehme, bemerkter, so sey der Blittelpunct der Erde bald innerhalb , bald au-fserhalb der Balm, welche jener Schwerpunct durch läuft, unddaraus müfsten solche wechselnde Bewegungen des Wassersentstehen.

'10- Wichtiger und der richtigen Erklärung naher, oderdiese vielmehr schon, wenn gleich unentwickelt, andeutend,sind Kepleiis Aeufserungen über die Ebbe und Flulh 3 . Erlegte den Weltkörpern eine gegenseitige Anziehung bei, und

1 Principia philos. Pars 4. Propos. 49.

2 Wai-lisu opera Tom. II. p. 737.

3 Astronomia uovu trud. Commeat, de motu stellae Martis.praeiaLio.