Druckschrift 
2 (1861)
Entstehung
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den Spicgelknöpfcn, und stccktc noch obendrcineinen Blumenstrauß vor seinen breiten Brustlatz.

Die Lebensgeschichtc des Immanuel Kantist schwer zu beschreiben. Denn er hatte wederLeben noch Geschichte. Er lebte ein mechanischgeordnetes, fast abstraktes Hagestolzenlcben, ineinem stillen abgelegenen Gaßchen zu Königsberg,einer alten Stadt an der nordöstlichen GrenzeDeutschlands. Ich glaube nicht, daß die großeUhr der dortigen Kathedrale leidenschaftsloserund regelmäßiger ihr äußeres Tagewerk voll-brachte, wie ihr Landsmann Immanuel Kant.Aufstehn, Kaffectrinken, Schreiben, Collcgicn-lesen, Essen, Spazierengchn, Alles hatte seinebestimmte Zeit, und die Nachbaren wußtenganz genau, daß die Glocke halb vier sei,wenn Immanuel Kant, in seinem grauen Leibrock,das spanische Nöhrchen in der Hand, aus seinerHausthnre trat, und nach der kleinen Lindenalleewandelte, die man seinetwegen noch jetzt denPhilosophengang nennt. Achtmal spazierte er