Druckschrift 
2 (1861)
Entstehung
Seite
98
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gerieth. Ihm gebührt die Ehre, die Autonomieder Philosophie gestiftet zu haben; diese brauchtenicht mehr die Erlaubniß zum Denken von derTheologie zu erbetteln und durfte sich jetzt alssclbstständige Wissenschaft neben dieselbe hin-stellen. Ich sage nicht: derselben entgegen-setzen, denn es galt damals der Grundsatz: dieWahrheiten, wozu wir durch die Philosophiegelangen, sind am Ende dieselben, welche unsauch die Religion überliefert. Die Scholastiker,wie ich schon früher bemerkt, hatten hingegender Religion nicht blos die Suprematie überdie Philosophie eingeräumt, sondern auch dieseletztere für ein nichtiges Spiel, für eitel Wort-fechterei erklärt, sobald sie mit den Dogmender Religion in Widerspruch gerieth. Den Scho-lastikern war es nur darum zu thun, ihre Ge-danken auszusprechen, gleichviel unter welcherBedingung. Sie sagten Ein mal Ein ist Eins,und bewiesen es; aber sie setzten lächelnd hinzu,das ist wieder ein Jrrthum der menschlichenVernunft, die immer irrt, wenn sie mit den