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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
Seite
726
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Des Europäischen Herolds »m-dt» Haupt«HandZung

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ft/ und andereden müffn.Der

Verrichtungen/ gewendet wer-

^alenterie

v'-sy^s.

Groß-Her^og rcl^irel/wie obange-reget/ zu Floren;; in dem pol^o äe ?itti, der-gleichen cm schönhcit keiner in Europa gefun-den werden Ml. Ist a la MZliiera rulkica 1 mitrauhen steinen/nach dem model des Lruncüc-tclu, erbauet / und hat die figur eines vollkom-menen Römischen dl mit doppelten gema-chem zu beyden feiten. Sein urHebe? LucasPim fand die auSlage zu groß vor seinen beu-te!/ und vcrkauffccihn an (.'olmi Ii frau Mut-ter/welche ihn hernach so fürtrefftich ausgebeut-et/ und herum mit den schönsten garten/ demlorber-walde und schonem-^mpbitbsLtro,gros-sen wastcr - undlusr-teichen/grottmundbrun-nen/vogel-und thierhause/ eyß-haust/unterwelchem kühle kelier/ da dasschmeltzmde eyßauff die Weinfässer zur erfrischung läufst/unddergleichen so lustigen als kostbaren gebäuden/stamm und ornzmenten bezieret. 'Uber demx>ort.ü des großen thorcs dieses Palastes stehetman noch das wapen derer Pitti in stein ge-hauen ; wie denn/ denen Floreminischen Sta-tuten nach/das wapen des Urhebers eines ge-bäudes jederzeit unverrückt bleiben muß/wenn es gleich durch sliLNÄtioa an andere ei-genlhums - Herren gelanget. Es pflegenaber Se.Königl. Hoheit nur allein die som-mer>monate zu Florentz zu reüäircn / weil dieHitze wegen des herum liegenden gebürgesnicht so groß/ als an andern omn zu seyn pfle-get. Den winter aber bringen sie gemeini-glich zu Pich und Livorno / den herbst undfrühling auf den tust-hausern zu: Diese sindvornemlich (i) lmbroßianz, ein an dem-^rnovor dem stadtlein Kiomelupo in einer lustbarenebene gelegenes schloß / an welches der iehtre-gierende Groß - Herhog ein kloster des Or-dens von 5. pietro ä'/^lcaMara vor die Spa-nische Nation'erbauet hat/ und gehen dieGeistlichen dieses Ordens gantz barfuß/ ncm-lich ohne diejenigen holtz-schuhe/ welche an-dere barfüßer gebrauche::. (2) eetraia, undnicht weit darvon LLlkello , welche bey-de lust-palaste nur drey Jtaliänische Meilenvon Florentz entfernet sind. (4) ?oMo ini-xeriZle, welches vor Florentz lieget/ und gehetvon der Römer - pforte biß dahin eine denäugen sehr vergnügliche allee von cypreßen.In diesem schloß ist unter andern ein mmis-tm- bild von grosser kunst zu sehen/ welches einmann von iisjahren verfertiget haben sott,(s) ?r2w!mo, welches s Jtaliänische meilenvon Florentz entlegen/ und wegen des holtzeö/wormit das hauß umgeben ist / wie auch we-gen der künstlichen grotten-wercke/und hin undwieder stehenden stamm eines der angenehm-sten örter in Italien ist/ woselbst der ichigeErb-Printz seine rctirade zum öfftern zu suchenpfleget. So hat auch der Cardinal 6e lcsecli-cez sein absonderliches lust-schloß fJtaliäni-sche mcilm von Florentz entfernet/ ^icia ge-nannt/ auff einem hohen berge/welchesPrintz^2tMl3s,der sich indem dreyßigjährigenTmt-schen krieg bekandt gemacht/aufferbauen lassen»Oer Hof ist unwidersprechlich einer der für-nchmsten in Italien. Die anzahl und gros-se Staat sein er Fürsten/ Grafen und Edelen/

der Kammer- Herren / und der hohen / nuttlernund geringen anuer im cabinet/ bey Hofe/in: marstai!/ buchen und keuer w. Die qua»-tität der pagm/gardm und dicner/ so auf ihnwarten / und welche bey ausgang iedes monatsihre besoldung richtig überkommen / tnachenein herrliches ansehen und KöniglichenStaat.

Die regicrung führet der Groß - Hcrtzog^^absolute und als ein Monarch oder vielmehr des'Groß?äeipota, und lasset dieselbe durch das klugeniNenum seiner civil-und miütsr-bedienten un-terstützen/ deren die vordersten sind: Der Lo»°netadls, der Nrior des Convents S.Stephan/welcher wie Groß-Cantzlar ist / der Genernl-Schayineister/der oberste Hofmeister/derAdmira!/ der Genera! von der iniliy/ dieStaats-und V^riegs-Secretarien/die Go-vcrnatcren der stadte und vcstungcn/ dar-unter der zu Sima und Livorno vor andern dmrang haben ; die Agenten am Päbstiichen/Kayserl. Frantzöischen und andern Höfen derSouveränen.

In der Rath-stube des Groß-Hertzogssitzen acht volIores oder gelehrte/und 12 dlo-bili, deren jene alle aMr-cs tiLenxen / diese aberwerden zuAmbassadenund andern wichtigenhos-sachen mit gebrauchet.

Mit regierung der stadt Florentz hat es diesebewandniß/ daßJhro noch darinneinrestderalten freyheit übrig/indem sie ihren sonderbaren^gilkrat hat. Der Raths - Herren sind 48/darunter je fünffe ein viertel jähr lang regieren/und die person des Fürsten l-s^Xssmiren / dabeyaber eine sehr gebundene gewalt haben. Ih-nen sind von dein Groß - Hertzog ein^uäitoroundsikcs! zugeordnet. Diese sind dieZustitz-Obrigkeit in partey-oder civil fachen.

^ Zu peinlichen ffchen sind 9 RathshcrrmstlMt einem ^uäitore, 8ecl-Lt2rio, Cantzlar undUnter-Cantzlar verordnet. Zum policey- rve-sen/vestungs-bau / und andern Fürstlichen ge-bäuden sind auch9 Personen/samt ihrem Cantz-lar/ Unler'^nckco, Unter-Cantzlar/und andernnachgeordneten / äepmiret. Zu denen kauff-manns-und commercien-sachen sind ihrer sechsniedergesttzet / welche in weitläufftigen fachennoch eilff extraorämaireKramer-Herrcnzu sichnehmen / und Verfügung thun. Sie sprechenauch in schu!d-und Handlungs-sachen/ und zwarohne 2ppell2tion. Sonst sind auch noch zu de-nen mamisiclur - wollen-und stiden - webereyen/wovon die Florentiner am meisten werck ma-chen/sonderbare Obrigkeiten verordnet. We-niger nicht wegen der contümtlblm dinge/ ge-treyde/wein/öl/ butter/käst: Wie nicht weni-ger zu Versorgung wittbm/waism/ armer leute/zu erhaltung guter 6ilcwlm und erbarkeit/ rein-haltung der gaffen und straffn/und in summazu erhaltung guter gesetze und allerhand ördnun-gen viele und mancherley hohe und niedereObrigkeiten niedergesttzet/ die ihren reipect al-lesammt auf des Groß-Hertzogs hohe personund deffn geböte und verböte richten müssen.Dergleichen untmhänigkeit auch zuSiena ulwPisa zu finden/ obwohl in einem und andernstücke noch einige wenige veiligiz der ehmaligmfreyheit bey ihnen anzutreffen sind.

Ausserhalb Florentz in dmstädten aufm lan-de

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