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Des Europäischen Herolds vierdte Haupt-Handlung
find funffzig/und der Laräinaliviaconi vier-zehn.
Diese zusammen machen das wichtigste«nd fürnehmste geistliche Kollegium in derChristenheit/lllscroeolleFio genannt / wel-ches der perpctuus Lenatuz Des Kirchen-Staats/und die allerstarckste stüye despäbstlichen stuhls ist: Denn indem ein je-der hofnung hat/ diese allerhöchste würde mitder zeit selbst zu erlangen/so sind alle ihre rath<schlage und bemühungen dahin gerichtet/ wiedas Lnteresse der Römischen Monarchie be-hauptet/und ie mehr und mehr erweitert wer-
I! cameri-ll'hetl möge« Es ist allezeit einer unter ihnen
nierlenßo äellacro^olleZio, welcher V0N demcsWerlengc) des Pabsts wohl zu unterscheidenist. Denn dieser behalt sein amt auf lebens-zeitz jener aber nur ein jähr lang/und lucceM-ren im Lamerlengato clel iacro (^ollsAic» die Car-^ dinäle / welche zu Rom gegenwartig sind/ undeinander nach dem alter folgen» Ihr amt ist/daß sie selbiges jähr die aufsieht über die ein-künffte des Cardinalö-eollegu haben. Hier-nechst bestellen auch die Cardinale einen Leere-tanum des heil. Lolleßü» einen LIerico nationZ.
u §«Zretzrwse und einen rechen-tneister. Deröccretariuzjstallezeit einJtaliancr.Der cierieo oder schreiberaber verrichtet sein amt nur ein jähr lang/undalsdenn kömmt die reihe an andere Nationen/nemlich Ternsche/ Spanier/ Frantzosen; dar-gegen gelangen dieEngellander nicht mehr dar-zu. Die Verrichtungen des Lecretaru bestehenunter andern darinnen/ daß er tempore leMgvacantiz ins Conclave gehet/ und diebriefe imnahmen des heiligen eollegu schreibet/ welchevon drey Cardmalen/ nemlich von dem ober-sten Cardinal-Bischoff/ Cardinal - Priester/und Cardinal-viacono, unterschrieben undbesiegelt werden. Auch verrichtet dieser Se-«retarius zu solcher zeit alles / was zu derglei-chen tunäion nöthig ist/ führet das Proto-col! bey den deliberationen/ und halt das re-gister über die rcioluuonez des geheimen Lon-Morii. Übrigens traget er einen langen ro-chen wollenen Habit. Der Lkrico Nationaleist nichts anders als ein zugeordneter des Lecre-taril, in dessn abwesenheit er sein amt verwal-tet. Der LompuMa oder rechcn-meister abermuß die rechnung über die einnähme des heil.eolleZüführen/ und selbige obgedachtem Las-«linals Lamerlen^o übergeben. Wenn einCardinal verstirbt/ so geben desien erben je-dem Llenco national! 2 s äucati äi (^amera^ UNd
eben so viel zahlet ihnen auch ein ieder neuerCardinal.
c-,räm2!e- Dreyen unter den sieben Haupt - kirchen/nemlich der kircheL. petri, 8.^obannisl.atetanen-5i8,und 8. Xlarise majoriz, sind drey Cardinälezu ^rcbi^resb/teris verordnet/ welches einegroße wurde ist/und diese gewalthat/ daß einjeder in seiner kirche die geistlichen benekcia aus-theilen darsf. Der Laräinaliz ^rcliipresb/ter8. jobannis I»ateranenli8 hat hiernechst auch dieOber^ und uiter-gerichte über die Personen/welche in einen? gewissen district um diese kircheherum wohnen.
Die furnehmste occupstion und Verrich-tung des heiligen eollegji tst/daß si'e gleich-sam wie LcmmiGru UNd ^ocursto r?5 dexgß«
sammten Catholischenttlerarcbie und Geistlig-keit/und also der allgemeinen klrche/wie die8or-bona zu Paris vermeinet/den pabst alsvor^steher der CathoUs Christenheit erweh-len. Welches die Cardinäle weit höher schä-tzen/ als das hohe amt derKayser-wahl/undauch dahero denen Churfürsten des Reichs/wieschon oben angcführet/ den ranZ cksputiren.Bey einer 8eäisvacantz bestehet bey ihnen dasgantze kirchen - regiment. Indem sie sich insconclave begeben/ pflegen sie einander nach be-finden eidlich zuzusagen / wie sie sich verhal-ten wolten/ wenn einer aus ihrem mittel zumstuhl käme. Allein es ist noch keiner erfun-den worden/welcher solchen eyd gehalten/weilbald nach der wähl der Pabst vermeinet/.erhabe nur als Cardinal geschworen/ und sey/so bald als er Pabst worden/ wieder davonsrey. Sie sind innerste rathgebere despabsts / und gemessen vieler wichtigen Privi-legien/ darunter dieses vor andern ansehnlich/daß das heilige LolleZium alle clocilionesatlev
kirchen-sachen expeMre/ und allen Theologi
schen und Canonischen controvsrkan die letzteerörterung und ausschlug gebe.- denn derPabst pflegt sich darum wenig zu bekümmern/ob er wohl eine solche ö-c-lion, kra fft der wscrmio peekorj5 Habendeneinwohnung des hei-ligen Geistes / gemeiniglich autorilffen muß.In denen übrigen den Kirchen-Staat/unddas gantze regiments-weftn der Monarchie an-gehenden jachen aber/ pfleget der Pabst auchiezuweilen nach ihrem anrathe oder emwilli-gung nicht gar viel zu fragen/ sondern dem zufolgen/ was ihme gut deucht/ oder was stmeNipoti vor rathjam erachten. Pabst mnocsn-tius xil fand bey so gar wenigen einen rechtenfieiß und studia / und bedrohete sie A. 1692/daß wann sie nicht würden fleißiger in diebü-cher si^en/ und mit guter Vorbereitung zu de-nen Händeln kommen/ wolte er in Venen eor>Zregationen nur gelehrte Prälaten gebrauchen/die merita hätten / und durch dieselbe zur Car-dinals - würde empor gehen köntcn. Da hin-gegen die jenigen / so nur durch intrigue8 undsich allein aufeinen guten natürlichen verstandverlassend zu dem rochen Hut kamen/ bloß wie-derum aufintnguez und Staats-Handel be-
dacht lebten / auch nicht solchen gehorsam er-wiesen. Wann sich ein oder mehr Cardmä-
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le in Staats-oder auch religions-jachen nichtnach des Pabstes willen anschicken / hat mansie in bann gethan/ pro bsereticis Dder tebl8marr-eis erklaret / und aus der (üonZre^ation gestos-sen. Hat sich aber der Cardinal gerecht ge-wust / oder sich auf siinen anhang verlassen/so hat er sich entgegen gesetzet/ auch wohl gardie Waffen ergriffen / des Pabsts Decret undOntur der Nullität beschuldiget/ sich aufeinLonciliurn beruffen/ und den Pabst dahin be-schieden. Wie dieses alles zwischen PabstElementen vil und dem Cardinal?ompejoeolonna also ergangen/ja die stadt Rom simtdem Vaticsno undS. Peters-kirche darübergeplündert/und der Pabst zu flüchten genöthi-gel worden.
So sind auch die Cardinale also privilegi-ret/ daß sie unter den re^uli^eancellariX nichtbegriffen sind» Sie haben das ansehen/daß
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