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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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601
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von dem Frey-Staate der Eydgenossenschafft im ober» Teutschlands 6o>

re ellen und maaß/und über alle siechen zu rich-ten haben; iedennoch aber den befehlen undVerordnungen der stadt Zürch/ gleich cndernunterthanen/gehorchen müssen; wie denn auchvon beyden orten die appcHaticiDes dahin er-gehen.

Aes orts II Bert?. Diese von Heryog Nerthol-V zu FaringenA. Ilyi erbauete stadt und?M»t. ort ist so mäcktig / daß einige sie dem Her-yogehum Mepland gleich schätzen wollen/und den dritten theil der Schweitz drauf rech-nen. Denn ihrer Hoheit und ressecttvc schützesind mehr als so orter/ darunter viel stadtlein/59 Vogteyen und ämter / als im Tauschentheile die Hauptstadt Bern/ Nurgdorss/ Aer>bürg/ Arau/?opfmgen/Habsburg z in demFrantz.öischen theile aber vom Genftr-biß Neu-burger-see/ l72ut3nne, Orbs, (Franlon, Vveräon,Wifflisburg / Murten; ferner das schonelandlein/ ^275 äe Vauxgenannt/ wie nicht we-nigere Teutsche und z Welsche oder Savoy-jsche kloster oder geistliche Vogteyen unter-worffen. Sie hat auch vier Vogteyen mitFryburg gemein/ und schreibet der Engellandi-sche BischoffBurnet diesem Canton 72 Land-vogteyen oder amter zu. Eigentlich wird erin zwey theile abgesondert/nemlich in denTeutschen und Frantzöischen. In jenem lie-gen die städte und örter Vern an dem flusseAar/ allwo ein feines (Z/mnÄlium und kostba-re Bibliotheck/welche durch des berühmtenZacM LonZarUi ^l8ta überaus vermehret wor-den/ wie auch ein schönes zeughaus zu sehen ist/Nurgdorff/ Auburg/ Habsburg und Ro-nigsfeld. In diesen aber/ welches das neu-eroberte land/wieauch le?gis äe Vaux oder Va-äumgenennet wird/ lieget l.aulZnne oder l.2u-ibnium, allwo Vormahls ein Bistthum gewe-sen/ gegenwartig aber ein Academisches OU-ZeZium annoch Uoriret/ der Hafen Riva amGenfer - see/ ^veräon, oder Lbroäununi amNeuburger-see/ N)tffiisburg/ oder /^ventt-cum und Frantzöisch ^.vencbe5 am Murter-see.

Das wapen ist im rothcn schilde eineschrägrechts lauffende breite gütdne straße/ aufwelcher gegen das rechte ober-eck ein schwar-tzer bar empor steiget.

' Das rcgimcnt bestehet auch aus dem gros-sen und kleinen Rat^?e. Jenen coMeuirm2OO/ wiewohl deren fast zoo sind/ dieftn 26Personen/deren Häupter sind zween Schul-thejße/ welche würde von so großer gewaltund ansehn/ daß deren einer sich zur zeit desMeylandischen krieges Heryogen zu Berngeschrieben. Nechst ihme sind vier Gemeinde-Herren/ oder Vanier-Herren/ ^ennerte ge-nannt/ welche die kriegs-jachen tr^ctiren/ unddas volck vor unrechter gewalr/wie vorzeitenzu Rom die i>ibum plebis, beschützen. Denenfolgen zweenSeckelmeister/ welche man auchdie geheimen Herren nennet/ weil sie dieStaats - geheimnisse untern Händen haben.Vor den grossen Rath gehören alle gemeinedes orts wohl und wehe angehende^ jachen.Sie erwehlen und ordnen die Landvögte ausihrem mittel/ welche allesamt unverheyrathetseyn müssen/ und in ihren amtern ziemlich vielgeld schneiden / so aus den ccinl^twuen derDritte Haupt-Handlung.

guter und geld-bußen herkömmt. Dieser Can-ton hat beyTagsatzungen und zusammenkünf-ten in der lcMon die zweyte stelle wegen seinermacht/ ob er schon erst A. 1552 in den Bund ge-treten. Der gerichts - Höfe sind drey/ alsdas Außergerichte/ dessen der

Schultheiß ist. Der große ^.andwei! sitztalle tage mit seinen 12 beysitzern/ welche alleRaths-Herren sind. Von ihnen ergehen dieLppLliatlcmL5 an das Lullegium der HerrenSechziger/ und von dielen an den großen Rath.Das zweyte ist das welsch - Appellats - gc-richte/ dahin aus den Welschen VogteymZjzpelliret / und da freinde fachen expe^retwerden. Dessen Präsident ist ein Seckclmei-ster/ und hat zehsn beysitzer. Das drttee ge-rechte ist das Lcinlittorium, bestehend aus zweenHerren des kleinem Raths/ zween Geistli-chen/und zween Herren des großen Raths;handelt von kirchen-ehe - und religions-fa-chen.

Von peinlichen suchen urtheilet der volleRath/ und erzehlet Lurnec in seiner reise - be-schreibung/ was vor ein artiger proeeß gegendie ehebrecher mann-und weibs-personen ge-führet wird. Uber die Land-Vogteyen ist daslund-gerichte verordnet/ darinnen die Vögtesitzen/ und ihre Vota und rel.ttones dem Ober-Landvogt abstatten/ auch viel gewalt in ihrenbezircken / und die conni^tiones und geld-bußen für sich zu nutzen haben; oarbey sie dannviel prosit machen/ und dauret eine solche land-Vogtey-verwaltung sechs jähr lang/hernach er-theilet man sie einem andern. Sonst gicbe'es auch gewisse ebatelZim oder Land-Herren/welche mit herrschafften und gcrichten beliehensind/ und in wichtigern fachen von ihnen an denLandvogt/ darunter sochaner bezirck gehöret/sppelliret wird. Von dem Landvogt kan mansich hernach an den Rath zu Bern berustm/auch ist der proeeß so wohl gefastet/ daß manbald zur execution kommet. Die einkünff-te dieses Cautons erstrecken sich auff 450^0rthl. davon jährlich 12000 auffdie inilitz gehet.Die geringfügigkeit dieser intraden rühret da-her/daß das landvolck nichts comnbuiret wes-wegen auch die bauren sehr reich seynd/ und vieltausend thaler vermögen / und weil das landsehr fruchtbar ist/ so tractiret sich der oauer micden herrlichsten fischen/wildpret/wein u. d. g.Wie man die Mreke desselben rühmet/ so sol-len/ als schon oben gedacht binnen 24 stundenmehr als 40000 bewehrter leute/ oder wieHerr Burnet will/ 80000 auffempfangene lo-sung des wach-ftuers/ sich auf den? bestimmtenrencle?.vl)UL einstellen/ und doch noch ausser-halb Landes wohl 20000 erlassen werden kön-nen.

Vorzeiten haben die Schweitzer in gemein/zumahlen aber die Herren Berner / nichts auffestungen gehalten/weil sie auss die treue ihrerumerthanen mehr/ als auff armee und ioilrei-fin gebauet. Aber die neuere art krieg zu sich-ren hat veranlastet/daß sie einige ihrer für-nehmsten städte und flecken beftjfi'gen lassen;und sind die zuverläßMn und ebl.

Ion. Bern aber ftlbstm befestigen hat sich derort noch nicht reiolvg'en wollen,il Die stadt Kucern im iErgöw/ am Lu-L cerner-