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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
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592
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Des Europäischen Herolds dritte Haupt-Handlung

Solothurn bewogen/ sich etwa in annis 1481und 88 in den Bund und Eydgenossenschafftzu begeben. A- isvi folgte ihnen zur alliantzauch Vase! und Schafhausen/und zu aller-letzt A.isiz Appenzelle nach/ nachdem es sichbereits zuvor A. 1452 mit den sieben orten/Zürch/ Lucern/Ury/ Schweitz / Unterwalden/Zug und Glans/ verbunden hatte.

^ Diese grosse niachlmchrcigirttRaysMa-milian wird xunlitanen!)welcherA.!499 d;eSchwabtjcheGchwoik Nundsverwandtcn mit der hofluung anjatvux. sie gehetzt/daß er sie demüthigen und mit der zeitwieder an sein Ertz - hauß bangen möchte. Siehaben aber ihre freyheit in dem so genanntenSchweitzer - kriege durch 8 gewonneneschlachten glücklich verfochten/und endlich durchvcrmittelung Heryog Ludwigs zu Mey-land/ den frieden erhalten. Welches allesdie Eron Frankreich bewogen/ der Schwei-tzer freundschaffe zu suchen / und gegenjahrliche grosse penliones die Infanterie vonihnen zu haben/dtren sie sich auch bey vielen oc-cabonen/ zumah! in denen Jtaliänifchen krie-gen/ wohl bedienet. Allein das viele kriegs-^ gluck machte die Herren Schweitzer etwastheurer mit ihren diensten/ daher wölken sie/nach ablauff derer mit Franckreich vergliche-nen; hülffs - jähre / vor bisher empfangenensold der 6OOOO thl. nicht mehr dienen/sondernforderten MOOOthl. welches ^önig Ludwi-gen hefftig verschnupte/und sich um dieser pal-i2N8 6es montaßnes oder bergbauren/ wie ersie nennte/ dienste wenig wehr bekümmerte/sondern püntnerund Teutsche landskncch-te dargegen zu werben vornähme. Der Mar-tialische pabst Julius aber/ der eben um die-se zeit mit Franckreich zur ruptur kommen/be-diente sich ihrer gar nützlich. Massen sie beyNovara imHertzogthum Meyland A. isiz dieweit stärckere Früntzöische armee mit solcherfurie anfielen, daß nach blutiger Niederlage derSchweitzer res aus Italien weglaussen nuiste. (-uicciar-Wege Wide? giebt ihnen das lob/daß ihrer viel dieseFranckreich schlacht allen der Griechen und Römergrosses;ol'. strtrefflichen thaten fürzuziehen kein be-dencken gehabt. Hochgedachter Pabst regz.lirte sie vor diese getreue dienste mit dem titul:Beschirmer der christlichen frepheit / dcß-gleichen mit zween gröjstrn Heerfahnen/ einemHute und schwerdxe/zum zeichen ihrer ftey-undmannhafftigkeit.

Es war aber nicht gnug/ die Frantzosen inItalien tapffergeklopffetzu haben / sondern siefielen auch in Burgund ein / belagerten diestadr Dijon/ allwo der l)uc äs Iremouille einenschimpfflichen accord mit ihnen machen muste/eine größeregefahr derCron Franckreich vomhalse zu weltzen/weil der Röntg in Engellandderselben anderswo genug zu schaffen gäbe.Bald hernach hatten sie wieder mit Franckreichhändcl/UNd griffen Ä. Isis Rönig krancisscum lin seinem retrenchemem bey ^ZriZnano an; er-hielten auch nach vielem blmvergiesten / da siem die lOOoo mann eingebüstet / ( denn dieschlacht währete zween gantzer tage)doch soviel/daß sie mit geschlossenen trouppen zurückmarchiren konten. Darauf trat der Röntg

zrm unt dlrl ^^^^n m eine iLrbeinigung/ welche nicht

Stgaren in

nhkitiiöttns. wenig zur befestigunZ der Republjque gedie-

nethat. Allcrmassen sich seither niemand andiese Nation mit heeres-macht wagen wollen /sondern es ist ihr vielmehr A. 1648 durch denWestfälischen frieden von jeiten des Reichsihre freyheit nachdrücklich bestätiget worden.

Es sind demnach die völcker oder örter und Die

göwen/ welche man nach dem Jtaliänifchen ms. 'Cantons/nach dem Lateinischen aber psgos, ci.vitLtes A oder Lociet-Ites nennet/ aus denen diesammtliche Epdgenosseuschastt oder Re-publique der Schweitzer bestehet/und de-ren jeder seine selbstcigene Verfassung/Bürgcmeistere und Rath/und in den or-ten/da keine stadte sind/Land - Ammän-ner und andere Obrigkeit hat/ in der zahldrepzehen/als acht stadte / Furch/ Bern/Lucern/Fug/Nasel/ Zriburg/ Solothurnund Gchafhausen. Und fünff landschass.ten/als Urp/Schwitz/ Unterwaiden / Gla-ns und Appenzell.

Uber dieses sind auch einigeNundsgenossen Die M-oder mirverbündet zugewandte orte / als^"^der'Abtund stadt zu S.Gallen/ die stadteMülhausen/ Biel/ Geneve und Neuburgan? s?e. Daher man heutiges tages die Mu-tze Eyd - und Bunds - Genossenschaffc aus dreyHaupt- völcker/ nemlich die Schweitzer oderUelvetiv5,oder eigentlich so genannte Bydge-DreylMOnossen; so dann die kb-ews oder Graubündr-^,^.ner/ weil diese Bundes-angehörigevölcker hie-se-wA/bevor graue ftldzeichen getragen haben/ und'^^'drittens aufdie VaKlivz oderWallißer zu zie-hen pfleget.

Die sieben alte orte sind Furch/Lucern/Ury / Schwiey/ Unterwaiden/Fug undGtaris. Wenn man aber von den acht altenorten Meldung thut/so wird Bern darunter ver-standen/ als welches nach diestn allen in denBund kommen ist»

Unterdeneniz orten haben einige ihre ei-Der ^gene stadtlem unter sich. Darnach sindA^aauch etliche städte und Vogreyen/die nicht nurm.einem/ sondern etlichen orten zugleich unter-worffen sind / als Baden / Bremgarten/Frauenftld/ Mellingen und Rapperswk!/welche gleichwohl ihren eigenen Rath/malefitz-gerichte/ zoll und steur w. haben. Ferner sinddieGemeinds-amter undVogtepen/die abermehrentheils nur den ältesten orten gehörig/deren neune sind/und werden sie allesamt 5uk>MUelveüorum genannt/nahmentlich:

1 DieGrafschafft Baden/so von den al-ten acht orten regieret wird / das blmgerichte/appellationes und straffen aber gehören den ze-hen orten. Ihre vornehmste örter sind Rap-serstuhl/Rlmgenau/ Wettingen und Fur-zach/allwo jährlich zwey grosse jahrmärckte ge-halten werden.

il Diefrepcn amter im Wagentha! amstuß Ruß/ oder die schlösser und dörsser ob-undunter Bremgarren/so mit Mellingen/ Ri-chen- sie und Vtelmergcn oder Filmeringen/(soihre eigene gerichte haben)ingleichenÄie-derwpl / Apollen/ Hegglingen/ Sarmen-storff/ Boswp! / wie auch den klöstern Mureund Hermentschwx!/ die alte GraffschasstRore machen / und von den sieben alten ortenregieret werden/und wohnet der Vogt an demMe/woersonstenzu haust ist; reiset aber dann

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