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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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Des Europäischen Herolds dritte Haupt-Handlung

Koriren angefangen. Ob er nicht zugleich vorsein Kayserliches hauß iavoriret/und durch die-se wohlthat dieNation verbinden wollen/sichdesto eher unter des Hauses Oesterreichschütz zubegeben/ ist fast nicht zu zweiffeln;zmnah! wenn man die conti!^ betrachtet / diebald nach seinem tödlichen abgang durch sei-nen Herrn söhn und nachfahrer am Reiche/Aaxser Albrechten i; zu wercke gerichtetworden. Die gelegenheit hierzu war folgen-de :

Es hatten die stadte der Schweitz in denmit seinem Gegen -Nasser/ Graf AdolfenZu Nassau/ habenden kriegen dessen parthcynicht kiesen/ sondern ihrem rechtmäßigen Herrngetreu verbleiben wollen / welches den neuenKayser zur ungnade reihte; jedoch/ war diesesnur der prätext die lande ihrer libertat zu ent-setzen/und in seines Hauses Patrimonium zuzie-hen. Die klöster und den Adel keimte mandurch Versprechung grösseres avantage undbrachte sie mit list unter des haustö Oesterreichbotmäßigkeit.

Die drey örter.' oder wald - städte / Urp/Schweis und Uuterwaldeu/solten sich auchdarunter ziehen lasten/welches sie aber blosserdings nicht eingiengen/ sondern ihre Reichs-Immeäletät und gerechlsune behaupten wol-Der Reichs- ten. Daraus schickte er Reichs-Vögte insVögte inso-land /welche nicht nach art der Vorsahren infach zum' den städten der justitz halber ihre residentzienBuüSe. nahmen/ sondern sich auff die festen schlöffer ft-tzeten/ und das volck auff n;ancheriey weisezu beherrschen/ und ihnen viel muthwillen undVerdruß zuzufügen / sich unterfingen. Wor-- bey/der Adel auch nichts unterließe/wasdem volcke schädlich mO schwerlich seyn kome.Welche nicht geringe schwürigkeiten/ und kla-gen beyKayserlicherMajestät/im wercke aberwenig hülffe/ und an feiten des volcks niehrereverbittterungen nach sich gezogen. Unter sol-chen vögten war einer nahmens Geißler der-maßen inlolent, daß e^'zu erfahren/ wer ihmewohl oder übelwolle/ lm Hauptflecken Altorst"des orts Ury/ seinen Hut auf einen hohen pfalauf die straffe stecken ließ/ mit befthl/daß voniedem vorbeygehcnden denn Hute eben die reve-rentz/die er in seiner pcrsou pntenäim/ ange-than werden solte. Als nun ein eiferer der lan-des-freyheit/Wilhelzn Cell von Ury/ solcheszu thun verweigert / und dein Vogt solches ge-rüget worden/hat er ihme zur strafe aufferlegt/daß er seinem eigenen sohniein einen apfel mitdem armbrust-boltzen vom kopffe schiejsen nnff-sen. Wie er nun ungern an diese gefährlicheÄ(Kion gegangen/ also hat er noch einen bol-tzen zu sich genommen/ imfall mißlingens/sol-chen dem Vogt ins Hertz zu schicken. Derschuß geriech glücklich/der Vogr aber/als er desTellen resolution erfahren/ließ ihn in arrest neh-men/ daraus er aber entwischte/und/wie eini-ge wollen/den Geißler todt geschossen/unddurch bewegliches klagen und zureden dasVsgtey - amt bey den: volck dermaßen ver-haßtgemacht/ daß sich anfangs die drey/alsbesagter Cell/ dann Werner Staufachervon Gchwiy / einer von Adel/ und ArnoldMelchthaler von Untexwalden A.izoy amkrischen see im Grütli mit einander ver-

bunden/ leib und leben vor die gemeinefreyhcitund abschaffung der tiranneiauf-Zusetzen. Jmmittelst hat diese verbindnißbey denen drey Haupt-örtern/ Urp/Schwitz Erstttc^und knterwalden/ solchen beyfal! bekolm^wz«,men/ daß sie jahres hernach A.izoZ auffzehenjähr lang einen ewigen Bund und eydlichezu Urp auffgerichtct/ deren erstereffeet war/ die Vögte ans denschlössernzuvertreiben. Welches das hauß Oesterreichnicht wenig ombmZirte/und anlaß gabc/genau-er auffder hut zu stehen / und bey solcher gele-genheit zur mcorporation dieser lande destosorgfältigere Uistalt zu machen. Insonder-heit sandte Aapser Friedrich / welcher in de-nen damahls mit Kayftr Ludwigen in Bayernseinem feinde obhandenen Reichs-eroudlen sei-nen zweck desto eher zu erlangen verhoffte/sti-nen söhn Heryog Leopolden zu Oesterreichins land lnit einer ziem!)en starcken armeebey 2OOOO mann/deme die EydgenostenmitiZvO mann entgegen gicngen. Da nun die ScblachyOcsterreicher zwischen dem Auger-jee und ho -Ks'hengebirgeanmarchirten/ wältzten und wurs-Mdcnfeu etliche Schweitzer grosse steine auff denA^M,ftind/ brachten ihn in confulwn, die andern ^'griffen ihn von vorne in vortheilhafftigen ör-tern an/ und schlugen ihn izis den i6 Nov. beyMorengareen unfern der stadt Aug biß aufsHaupt. Verstärckten sich darauff ie mehrund mehr/ und nachdem sie sich zwey jähr langmit einander wider einen mächtigen ftind auf-gehalten/erneureten sie den Bund und Eidgesnosscnschafft zu Bern den? Decemb. rzroauff folgende conäitiones:

1 Solte die Hlloeiation dahin gehen/daß Innhüit Nrtnan mit geflammter Hand wider alleleidigUNg und sich äefenc!>rctt ftiischM.wolte.

2 Solte keiner der drei orten/ über denandern einige herrschafft Likeäkiren undannmßen/auch sich keiner fremden gewaltunterwcrffcn.

z Solte kein Eidgenoß einen fremden/ohne der übrigen Lantons vorbewttst undeinwilligung/ zu hülste ziehen»

a.. Stch auch nut keine,n fremden ein-seitig in Handlung oder aliiany einlas-sen.

5 Solte einer ergriffen werden/wel-cher einen Eidgenössischen innwohnerverrathen/oder einen oder alle der obste-hcnden oder nachfolgenden puncten über-fahren hatte/ der solte vor einen verrä,eher gehalten/und dessen vermögen con6-lciret werden.

6 Reiner solte zum obrigkeitlichen am,te gelassen/ oder dabey gelidten wer-den/ von den, man erführe/ daß er mitgifft und gaben sich ins amt PtaÄici-ret.

7 Wofern Zwischen den Eidgenossenirrungen entstünden / folten die unpar-thcyijchen klügern sich imerponiren/undaufs alle weift die Zwietracht und ande-re schädliche trennungen dämpfen.

8 Sölten die drei Haupt - örter oder(Antons selbst miteinander Zerfallen/ undeiner wolte sich zur ruhe/ gleich und reche

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