Druckschrift 
Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
Seite
564
Einzelbild herunterladen
 

564

Des Europäischen Herolds dritte Haupt-Handlung

magischen frieden hergehenden kriege mit schafft/ manusacturen und handwercke. VonFrankreich geschehen / dazwischen kommt/ jenen wird bald folgend etwas mehr zu erweh-die landseite wohl genug 6e5enckret werden neu feyn. Von dieser grund-jaule aber gehetkan. Sonderlich thut hierzu viel/ daß man ein sprichwort im schwänge: Vie commercien reichA«n den meisten orten das land tan unter sind die seele von Holland. Angeschen nun/wafscr seyen / und den feind von eroberung daß kein land in der welt zum Handel und wan-der städte zurück halten. Die ströhme der del so bequeme läge hat/ als die Niederlande/ssRhein/ die Maase/ Schelde und Ißel ge- jst nicht zu verwundern / daß sich alle Handlungben auch eine stattliche Verwahrung; da- in diesem winckel der welt gleichsam concemn.her priny Wilhelm in den ersten kriegs- ret habe. Der ansang hierzu ist gemacht wor-expeclitivnen seinen vortheil sonderlich darinnen den von der sischerep/ welche den kauf-Handel Merti»abgesehen und gefunden/ daß er sich der Schel- und so viel unzehlbare handwercker nach sich ge- ^ «'tckde/ und nach der Hand anderer ströhme ver- zogen. Man hat vor jähren einen Überschlag ^sichert. Vor dem obgemeldten Frantzösi'schen gemacht/und/so weit bey gelegenheit des Haupt-krieg war in Holland die maxime/ daß Hol- geldes oder kopf-steurzu kommen geivesen / be-land/ Utrecht und Seeland ihrer vortrefp sunden / daß nur etwa in Holland ungefehrlichen iitugnon, und so wohl natürlichen 24OOOO0 menschen zu Hause gehören/und ihresals künstlichen befestigungen wegen/ ohne lebens unterhalt von der fischerey in see/und imzuchun der Generalität oder anderer lande von allerhand hierzu erfoderten materia-provinyien/ sich wider alle auslandische lien/ instrumenten und geräthschafften/ vomgewalt allein auffzuhalten capable wa- jand-bau/duynen/meyen/turff/ und derbauer-Etärcke der ren. Die starcke derland-milttzundgar- arbeit/so weit sie hierbey nöthig; item von ver-land - Mtlitz. ttisonen bestehet auff auswärtig geworbenen fertigung der manusacturen/ schiff- kunst - undbesehlhabern und soldaten; Der kern und die hand-arbeit/ welche in fremde lande verführetfarce dieser militz ist die Infanterie: Denn es werden: Desgleichen durch den Handel / es seyleiden weder die gelegenheit des landes / noch mit manusacturen / oder gewachsenen früchten/die von denen Printzen von Oranien empfan- fischen :c. so in fremde lande verkauffc oder ausgene kriegs-reguln/ daß man der orten viel ca- der fremde wiederum ins land gebracht werden,vallerie unterhalte/ sondern mehr mit belä- Item von der arbeit/ so bey der speise/ kleidung/gerungen einen femd sich occupiren/ und wohnungen/kunst/haußgeräthe und mobilien;die nase an vestungen zerstoffen/ als viel öf- und endlich von Obrigkeitlichen und anderenfentliche feld-schlachten halten laste. civil-und militar-ämtern und bedienungen /oderDiese land-militz war A. 1670 in friedlichen auch von ihren durch itztgemeldte mittel erwor-gutenzeiten/ da man einen ziemlichen rücken denenrenten/oderauchwolvomallmosensuchen

an der Triple-alliantz hatte / bey 69100 mann und finden,starck/ als 65410 köpfte zu fuß/ und ^90 zu Allein die sischere? des Herings uyd Ca-roß. Die noch aber des Frantzösischen ein- boljau ist von st grossem ertrag/daß man es fastfalls hat die anzahl vermehret/ und befanden nicht glauben ftlte. Bloß der Heringsfangsich noch zu der zeit/ da ich diearmee in dem soll an gelde/welches die Hollander lösen/ übercsmpement bey Enguien gesehen/ auff88 regi- sechtzlg tonnen goldes jährlich ertragen/ohnementer inclusive der garnisonen/ und A. 1677 was in Spanien/ Italien und Frankreich ge-haben die General-Staaten bey 90000 mann bracht/auch in eigenen landen verzehret wird,zu besolden gehabt. In dem Letzigen schwe- Dieser Herings-fang hat seither A. 1547/da dieren krieg/ der sich wegen der Spanischen luc- manier solchen fisch einzusaltzen/ durch tVil-cettion erhoben/ sind die hochmögenden Staa- Helm Vuckel obgedachrer Massen erfundenten gemüßiget worden/ ihre macht biß über worden/den starcken Handel von den Ansee-städ-1,0000 mann zu vemehren. ten und Osterlingen anfangs nach Vrügg inVortdeil vor Das fuß-volck hat deswegen in diesen lan- Flandern / folgends nach Antwerpen gezo-rerie in'di?! den den Vorzug / dieweil ein sußgänger bey gen/ und ist hernach auch der Levantische Han-sen landttl. den vielen äeöleen, im lande/ und also allenthal- del mit der seidemweberey/ ingleichen nach er-ben/ da der reuter der canalcn und gräben / oder findung der Ost- und West-Indianischen see-anderer enger Passagen wegen/und auch zu schif- fahrten und commercien der specerep-handel/ft nicht so wol und ungehindert marchiren kan/ und die Englische drapperep-stapel/ wie nichtdurchläuffr/ auch nicht so kostbar zu unterhalten/ weniger die Ostensche korn - stapel darzuweniger in äesorclre geräth/und viel leichter wie- kommen /welcheAntwerpen zur mächtigstender in ordnung zu bringen/ auch die piquenierer und berühmtesten handel.stadt von gantzbev dieser landes-beschaffenheit und sonst inge- Europa gemacht haben,mein besser zu gebrauchen; und die mousquetai- Dieser zustand der fischerey und Handels hatres mit ihren mousquetons weiter reichen / als gewähret biß ins jähr Christi 1585/ da besagtesdie reuter mitlcarabinern und Pistolen. Diese Antwerpen durch den prinyen von Parmawehten sie meistentheils aus deutschen / und erobert worden. Hierdurch/ und weil manwenn der Staat mit Engelland und Franck- Spanischer selten versäumet die Scheide offenreich wohl stehet/auch ausFrantzosen/Engel-und zu behalten/deren sich priny Moriy dargegenSchottländern. ^ zu seinem und des Staats unvergleichlichemDiese hochmögende macht wird von aus- nutzen versHert/ hat sich begeben/ daß nicht nursen hauptsachlich unterstützet mit den al- die ftemden kaufleute nacher Antwerpen zu ge-iianyen/ welche der Staat zu seinem schütz mit hen durch die Staatischen schiffe abgehalten/auswärtigen Potentzen zu unterhalten hat: sondern auch die Antwerper selbst ihre stadtVon innen aber durch die kauffmann- zuverlassen/und nach Amsterdam wegen vie-ler

.

'...' '

^ ^'

>

...

t?' .....

" '...

lt»'

W.lS!WO

"-4

-