Druckschrift 
Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
Seite
528
Einzelbild herunterladen
 

Des Europäischen Herolds dritte Haupt-Handlung

5^8

zwiespaltig worden war/ vor einen ausbrach gesetzevorzuschreiben eine zeitlangvergessen sol-

gewinnen möchte. Denn es waren viele zur te. ° .

Augspurgischen LovselllOn, viele zur Hugonot- Solche funcken der schwurigkeiten und Interims

ten lehre/ viele auch zu der Wiedertäufer extremen rathfchlage wurden zwar etwas

schwermerey abgetreten / wider welche auch gedampfet/ nachdem die auslandische militz ^

schon vor jähren Kayser Carl v scharffe ulacare zuut abzug beordert war / auch wurde selbiger

ausgehen lassen/ und selbige durch strenge epem- würcklich sortgesetzet/und dieinguillr-on ziemlich

pel exegu>ret / jedoch endlich auf der Königin gemäßiget/ durch der Regentin vorsichtige ge-

M

«on auch in diesen landen fühlen lassen/ gleich- votck gute Hoffnung/ wenn der seiner unerträg-wie man in Spanien wider die Mohren / Sa- liehen scharffe halber bey iederman sehr ver-ratenen und Juden von Granada gethan hat- haßte Cardinal Granvella wurde aus demte. Welches alles in den aus vorangezeigteg lande geschaffet seyn/ warum die vornehmstenUrsachen schon verbitterten gemüthern noch Herren/der priny von Oramen/die Gra-mehr haß und entsetzen erweckte / und zugleich fen von Egmont und Horn/ wie auch derdie bahn zur gegenverwahrung eröffnete. Marggrasf von Bergen und Montignp/

Prilttz Wil- Man wil auch fürgeben / daß pritty N)il- bey dem König sehr beweglich lolicititten /yclm 'von Helm von Oranien/ ein Herr von unverglcich- würde der unruhe im Niederlande bald ge-Wttdvor ei-lichem valor/ kiugheit/ moclersrion» und groß- steuret/und alles wieder auffeinen guten fußnettailstlfter müthigkeit/ zu detn Unwesen viel beygetragen/ gesetzet werden können/ worzu sichs auch auffindem er aus ckiZulW, welchen er darinn erlid- eine kurtze zeit würeklich anließe. Denn alsten/daß der König bey erster besteliung der der Cardinal seinen abschied genommen/ka-Niederlandischen regierting nicht die Heryo- men die Herren wieder zu dero gewöhnlichengm Christinen aus Lotharingen (deren stellen imRathe/und wurde der Graf vontochter er zu Heyrathen/ und dadurch das kac ra- Egmont in Spanien cllpmiret / den zustandcum zu spielen willens gewesen) zur Regentin der fachen eigentlich zu berichten und um reme-im Niederlandeerwehlet/allerhand gefahrliche ckirungder übrigen (ZravAmwum anzuhalten;incrißue8 gemacht/ und dem Könige schaden welche auch durch Milderung der scharffen ver-zu thun sich beflissen. Allein der gantze inn- böte in religions-unb MguMrions-sachen solandische Adel war mal comem, und brandte ziemlich erlanget/und das volek wieder begütugleichsam vor eyfer wider die Spanischen wi- get wurde.

rMros. Ist auch nimmermehr zu glauben/ Allein wie alles/was auffden schemgeschie-A^daß der Printz mit aller ihme beygemessenen het/ nicht lange zu dauren pfleget; also hat-uns mvehrsucht diese hochwichtige relblunon und ver- te auch die Spanische gelindigkeit keinen 6^ äM.änderung würde vorgenommen oder hinaus- langen bestand : Denn es wurde von dergeführet haben/wenn nicht grössere wttuentzm des Cardinals/ und denen feinden des

das werck befördert hatten. Nichts desto Niederlandes der.^önig angereitzet/allestren-weniger gab es ihm Köing Philippus tt, uuer- gigkeit in religions-'sachen silrzuwenden. Manachtet ihtn Kayser Carl v diesen tapfern Prin- machte ihme weiß/ es wäre im gewissen nicht zutzen chmahls recommancliret hatte/ öffentlich verantworten/wann nicht mit der Mgmlmonschuld/ worzu ihn die Spanier verhetzten/ als und säuberung des landes von allen ketzereyenwelchen des Printzen glück und tugend jalou- fortgefahren würde. Wollen sich/ gäbe mansie erwecket hatte/ wodurch derselbe vielleicht ferner vor/die Niederlander widerspenstig er-veranlasset wurde / dasjenige wider die Cron zeigen / so hätte der König die gewünschte gele-Spanien zu thun / was sonsten wol nimmer- genheit sich vom Pabste die absolutio« vom ey-mehr geschehen wäre. Ob die Spanier selbst de/ welchen er den Standen geschworen/erthei-Eimge mei-intl-^uez gemacht/ und das volck beflissem- len/die Spanischearmee so dann instandmar-menk"d?s" deßhalber zu verzweifelten reden und wer- chiren zu lassen / und selbige zu bezwingen. Da-wmen bey. cken / auch endlich zur ergreiffung der Waffen durch bekamen die landes - steyheiten ihr ende/gereitzet / nur daß sie gelegenheit haben möch- der König könte sie so dann vor conquesten/ undten/ sie mit ^ dem schwerdte zu bezähmen / und nichtvor erbflande achten/die Häupter der laKio-nach durchlöcherten Privilegien ihnen in geist- nen waren wegzuräumen / und ihnen die köpffeund weltlichen sachen das joch an hals zu werf-' vor die süsse zu legen / den andern dadurch einseit/ und sich in diesen reichen und wohl gelege- schrecken und abscheu zu machen/und der völligenen landen gleichsam das magazin zu formi- gehorsam einzuführen/ und unter der Hand dieren/ daraus sie gantz Europa bekriegen / und Verfassung eines neuen Königreichs und vomi-unter die ims^airte Umverlsl.Monarchie zwin- nars zu tractiren.gen könten/ stehet zu weiterer Überlegung der Diese conlllia führeten der Herr von Karle-umstände: dieses ist unterdessen mehr als zu monr und der geheime Raths-Prasident 0. Vi-gewiß / daß die auswärtige Potentzen/ nah- ßllus von Gchwichen /nebens den übrigen Car-Ae wdtmentlich aber die Königin Elisabeth in En- dinalisten eben so geheim nicht / daß die übrigen -mchabwugeüand/ öl ins ftuer gegossen/ und der Cron Herren selbige nicht hätten penemren können/^Spanien etwas zu schaffen gegeben / bemühet daher auch gesagtwurde / des Cardinals leibgewesen / damit selbige andern Potentaten wäre zwar wol in Burgund entwichen /

aber

GL 7'

-

iiril

' LMM''''

»'G' -.

.'s-"«.

HG

MW»

G,