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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
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522
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Des EuropäischmHcroldsdritte Haupt-Handlung

^2,2.

halten. Inmasten auch diese Lonlblaren von nig nach dem Pabst und ihrem General /und'der gelegenheit sind/ sich wohl zu bereichern/ wenn der Pabst anderer Ursachen halben denalso werden arme/ iedoch verdiente ^obm dar- Staat in bann schlagen will / exegmrm sie diezu gezogen/ und wohl gar ihre lebens-zeit/ sich Bullen nicht/ und wollen lieber einen ungnädi-desto bester zu versorgen/dabey gelassen. Die gen vater zu Rom/als ck-alfcS-omtteHerrenzuübrige geringere Lonlulaten auffCchpern/ zu Venedig/ da ihnen wohl ist/haben. Also hatTnpoli in Serien / zu Sniirnn/ zu Gcio/ man zur zeit des mreräiAs despabstspault VzuRoseem. zuAnconaund zu Genua/pflegt wargenommen/daß selbiges/wie oben gedacht/man an Venetianische bürger zu verge- von niemand als Jesuirern/Theminern und ei-ben. ^ nem wenigen thei! der Capuciner ist gehaltenDie commercien/ welche mit den Türcken worden. Und wird schwerlich zu hoffen seyn/getrieben werden / sind sehr groß und probt». daß mönche und pfaffen ihr eigen intcrcsse ver-de!; die kauffleute zu Venetiageben für/ daß liehren/ und cmf der cantzel oder im beichl-stuh-allein die ungläubigen an seidenen/ güldenen le wider den Staat die leute verhetzen/die umer-und silbernen stoffen mehr gut/ als sonst gantz thanen zur revolw bringen/und viel croce lign^iEuropa / an sich zögen. machen werden. Indem auch die Geistlich-Mit denen Maltheser Rtttern pflegt der keit so schrecklich äel^uck-ret/ verlieret sie beyStaat gute correlponcicntz zu unterhalten, dem pöbel liebe und reffect/also daß ihr niemandDenn es hat diese retigion mit der 5,gnona der anhanget/ welches auch eine nützliche politique

der Ltbliotkec zu Rom slts Sapiens verwah- verthcidigung der gemeinen liFnore oder lusti-

ret wird/ noch weit von ihrer erfüllung entfer- gen frauenzimmers dahin angesehen / damit

net zu seyn ; daß nemlich drey Nationen das größere fluiden verhütet werden. Welches/ob

Türckische Reich zerstören würden: Die Zran- es zwar an sich silbst nicht zu j. MMc.ren/ jedoch

yoseu proprer bonos eguos, die Engelältdcr des Staats Maximen nach als ein unabwendlü

proprer bonos marinarioz, und dieVeuetinner ches Übel zu MlNmu.brm ist. Wiewol dem

proprer consllium. Staat von dieser art leuten viel nutzen Wehet:

Bißher ist von der Verfassung/Hoheit/macht/ denn wenn die sonore ihre Zaignen mpffer ums

reichthum und interesse desStaats zu Venedig geld geputzet haben / so pflegt sie der .^ZMrac

gehandelt worden; nunmehr wollen wir auch wiederum beygelegenheit/deren esgnug hat/als

in kmtze vorstellen/was man bey diesem^acn.a- schwämme auszudrücken.

Mängel und te policrco vor Mängel befinde/ und durch Durch was Ursachen die großmachtigsteWcburch

de6°SÄts.u>as gelegenheit die grosse desselben mvo- 8 M ^ 0 Kl ^ zum abfall chrer macht

rigen zerten zur UecsUeoy komnien. Bey Hoheit konnm n ist aus folgender anzeige zukomm«.

der poliricjue des Staats haben einige dieses vernehmen. Sie war mit dein ende des vier-

<l «MUenret/ daß es nicht repmirlich sey den zehenden 8eculi zur höchsten kraffr gekommen/

)ldelstand und andere grosse chargen zu hatte aber fast an landen und leuten zu viel ein-

verLaussen/ und schuster/ schneidet'/ kauffleu- genommen. Wie aber deren erhaitung eine

te und andere avantur-er ins güldene buch ein- mehrere spssicanon aufs kriegs-westn erforder-

zuschreiben. Andere haben getadelt/ daß der te: also sähe man dargegen/ daß jemehr man

der Geistligkeit/München undOr- sich in den krieg mit denen Herzogen von

dens leuten/pnestern und dergleichen leu- Meyland und Zerrara rte / und auf

ten allen muthwillen verhanget/ und da- mehrere conquesten trachtete/ je mehr man die

durch anlaß giebt/ daß die jugend fthr verfüh- kräffte theiletc/ und des zwecks dieser Repu-

ret/und gantz heydnisch gelebet wird. So blique/darinnen sie co^st.t.-iret/ und gleichsun

schmähen auch etliche aufdie östentllche hu- von ihrer kindheit anerzogen und erbauet war/

ren- hauser und den schütz der cou-mlan-nnm. nemlich der friedens - maximen imzner weiter

Werde» ab, Dargegen finden aber dieVenetiancr zu fehlete. Der kluge voAe I 'bom-.s ^ocev 'go

Le !e -)»et. daß die erhebung neuer Personen zur gab ausjeineln tod - belle dm weisen rat!): Es

würde des Adels dem Staat allerdings für- solce sich die Repubilgue m:t dem meer

tr Glich sty / damit man an statt der alten aus- vergnügen > darauf ihnen so viel herrliche

vbAsr'cbie ausschlagen werde; daher denn eine ten / daß alle Fürsten von Italien sich destotal everläon desselben zu besorgen stünde. Daß Staats ambicion widersetzen mußten. Indemman aber geld dafür nähme/ geschähe dem ge- sie nun damit an der einen feite zu fechten hat-meinen wesen zur erleichterung : denn wenn ten / fielen die Türcken in Griechenland ein/man dieses erwerb-mittel nicht hätte/ müßte sengten und plünderten/ und wurde durch ver-man das volck mit mehrern tax und imposten meynte behauptung des fußfesten landes undbeschweren. ^ der neuen conquesten der erste ansang gemacht/Durch die verhängniß und gelindigkeit ge- den weg zum vertust der Königreiche Zie-gen die Geistlichkeit ziehet der Scaat diesen nu- groponre /Cxpern undCandta zu erössnen;tzen/daß er sich keiner ex.ommumcac-on und der die doch von weit grösserer imporcance, als alleelf. <5en des bannes besorgen darff: Denn weil städte a, lerra ferma, waren,die Clerisey ihren freyen lauff hat/ fragen sie we- Vor die zweyte Ursache des äscremems ist

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