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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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von dem frcycn Staate zu Venedig.

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che man die braut von Venedig und i'armarsoder die gewaffneee nennet; weil allda vielgewehr gemacht wird. Unter diesem gebietestehen auch die städte Ileo> Delenxano, dbiari,benebst vielen stecken und Castellaneyen. (6);!kerßamalco,worinnen nur die wohlbefestigtestadtöergams anzumercken; und endlich (7) i!erema5co,in welchem drems lieget.

III Die Tarvisermarck oder jl'prevjgiano,wird von der stadt irev,ßi also genennet/ undhat ausser derselben dene6a, donegliano undandere feine örter. Man rechnet auch nochhinzu die landschafst(^orino, deren Haupt-stadt ?ieva ciidacivra, dielandschafft ttelluue.

le, deren Hauptstadt kelluno ,- und das Fel-trinistHe gebiete/in welchem kUm undVecaoaliegen.

IV Die iandschnfst kriaul, deren haupt-stadtist Uclme, dawUsffolget ^Zlar, oder ügui-leja» 8.Vito,8. Daniels, Loncor6is, Porto Lru-sti'pl^ano, 8olumberAo, Va!vLlIoae,8svorAns-no,XlcinIälcon,<7aUelnuovo,Dsoppo, <üo!orc6o,1'rice^mo, (Zemona, Venüone, Liviclaä 6i prtuli,

und die regulär gebaute vestung dlovs Palma.

V Die landschafft lllria, deren Hauptstadtist Opo ä'lKria,so daNN llitta lguova^ parer^o,Pols, l^ußis, Ilola, piran, Umsgo, koviSno,Montana, Valle, ^ibona, dlier?o, Osero undkaho, deren iede ihren besondern ps^elta zuhaben pflegt. Ivette aber nebst einigen an-dern örtern gehören dem hauße Oesterreich.

vi In Dalmaeien besitzet der Staat diefürnehmsten städte Zara UNd 8pa!srro, darca-ro, Luöoa, welches die grantz-stadt gegen dasTürckische gebiete/ die Castellaneyen i'ra^und ZebemZo, wie auch die b'erg-vestung cus-k; im letzteren kriege aber haben die VetMi-aner dem Türcken noch über dieses abgenom-men Lsllel d?uovo, ^eng, dlim, dlarenia, dl-clur, (Zabella und 8slone. Es hat sich aberDalmatis und Illris zu ausgange des zehendenjähr-Hunderts unter der regierung des Dogepierro Drseclo in der Republiqueschutz begeben/weil diese beyde landschafften von ihren Nach-barn/ absonderlich aber von den einwohnernzu Narsma viel ausstehen müssen; woyauffitztbesagte stadt versroret/^ und d'em Doge zuVenedig der titul eines Fürsten von Dalma-tien beygeleget worden.

Hierauff folget nun das im letzten Türcki-schenkriege^conguettirte Königreich Morea/welches in vier desondere landschafften ein-getheilet wird/ nehmlich ^Sacanien/ oderkleinRomanien /dessen städte Napoli di Ro-mania/Argos undCorinth; (2) Tzaconien/deren städte Malvasia/ Misitra oder Spar-ta/ Aarnata/Chielifa/ (Lastet Rampano/lllaina; (z)Velvederezworinnen Modon/Coron/Novarinound (Lalamata; und (4)Clarence /so vorzeiten ein Hertzogthum gewe-sen/in welcher Patras/Clarence/(Lamin-ya/CastelTornese /vor andern in obacht ge-nommen zu werden verdienen.Weiter kommendie Jnsulen in demMmel-meere und demAdri-atischen Golffo:

1 Corfu/ welche der schlüffel ist des Golfo/und die Vormauer wider die Türckische macht/darauffdas unüberwindliche Fort S. Angelo.Die Hauptstadt heißt auch Corfu/ und besitzen

die Venetianer diese berühmte Insel ungefehrseither A. 1382/ da sich die einwohner unter derRepublique botmäßigkeit begaben/ und dasjochder Könige zu Neapolis abwarffen.

2 8.^aura, welche nebst ihrer starcken vestedenen Türcken A. 1684 entrissen worden,

Z de5a!ori,a, deren umfang in 6O Jtaliäni-schen meilen bestehen soll/ liegt an dem eingangdes Golfo von Patras/ und hat eine ziemlichverwahrte stadt gleiches nahmens.

4 ?snte hat z6 Ztaliänische meilen imumkreiß / und die Hauptstadt ist gleiches nah-mens.

.5 Auff Candia Hadder Staat annoch diestädte und vestungen Suda/undSpina Longa/samt denen kleinen Jnsulen/so im canonschußeeiner ieden dieser vestungen liegen. Diese Insulhatten die Venetianer A. 1204 unter dem Do-ge llenrico Dan6o!c) V0M Loniiacio, Atarggra-

fen von Montferrat/ erkauffet.

6 Cerigo/auffwelcher die stadt Cerigo nebsteinem überaus festen schlösse/ und unweit da-von ein berühmtes kloster 5aa (Ziovaoni 6eUsdrott», allwo eine hole/ in welcher der H.Johannes den ansang zu seiner Offenba-rung gemacht haben soll/ anzutreffen.

7 7SN«, mit einer stadt gleiches nahmensund trefflichen vestung.

8 ^ms, sammc der darauffliegenden 5c,r-trelle ist seit dem letzten Arcken-kriege in Ve-netianischen Händen. Ausser ietzterzehlten ste-hen unter der Republique beherrschung nochviel andere kleine um Venedig herum und son-sten in dem Adriatischen meere gelegene Ey-länder/ deren / wie obgedacht/ bey sechzig ge-rechnet werden.

Der unterschied der läge macht diesen gebier- Nene-Wund Jnsulen auch unterschiedliche natürliche ten dereigenschafften. Von der stadt Venedigheistet es/ was 8ocrarez von Htbeo sagte/ daß sie 'wäre : ^olior meretrix quam uxor; eine schö-ne stadt vor 40 nächte/nicht aber allezeit alldazu bleiben/ und zwar weil die vier elementennicht rein daselbst sind. Die Canalen stinckenmehrenthcils/und die mistige meer-pfützen ge-ben böß wasser und eine ungesunde lufft/ auchist die erde/ darein begraben zu werden/ sehrtheuer/und wenig vorrath vor feuer zu machen.

Daher die pest offt da gralttret/und wenn sie ein-mahl einreisset/ viel tausend menschen hinrafft.

Um und in der stadt hat es so wenig gärten/daß/ wenn man gleich auf den höchsten thurm/nemlich auf das dampanile m 8.^srcc>, steiget/man doch über ein paar grüne bäume nicht se-hen kan: Dennoch hat es an allen nothwen-digkeiten und 6e!icarex?en einen solchen Überfluß/daß sie der berühmte luritt sawn billig ein pa-radieß der wolluff nennet. Die Klares7'ervlAiIN2,dar;U einige das Do^a^osti Veneriarechnen/ hat das lob/ daß sie eine der edelstenund herrlichsten landschafften in Italien sey/welche eine liebliche remper,rte lufft/ schöne/ lu-stige und fruchtbare felder hat/so die inwohnermitallerley getrayde/vieh/weinen / vielen me-tallen und allem Überfluß versehen. Es hatauch fürtreffliche fiüße/als die ?!«ve,Lz ents, Lac-ckliiounddie /(rbeliz, oder Etsche. Von derlttst-und fruchtbarkeit der Paduanischengegend hat donüaluinuz palseoloZuz, Kayser zu

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