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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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432
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Des Europäischen Herolds MyteHaupt-Handlung

Ho razdiowicz/Netolicz/Vrzezy/Bratro-nice/ Nukovanp/ Bergreichenstein/ Ttso-wa/ Trzebomyslice/ Husinecz/ woselbst Jo-hann Hußgebohren worden/ u.a.m. das un-überwindliche schloß Hejfenburg/ welches vonden gespensten sehr incommocUret seyn soll/Blatna mit dem grossen see/ Carlsberg/undviele andere schone schlöffer und örter. Un-ter allen Kreyßen behält dieser den preiß wegender perlen und edelgesteine/welche erstereindem siuß VOatawavon solcher gute gefundenwerden/ daß man sie fast den Orientalischengleich schätzet; auch giebt es Hieselbst reichhal-tigen goid - fand. Auff dem berge Reichen-dem und przibram wird viel sitber gewon-nen/ der so genannte heilige berg aber ist we-gen der iMllfahrten zu der Mutter Gottes bil-de daselbst sehr berühmt.

DtiPilöner- IX Oer Pllsner-Arepß/welcher nechst demKreyß. Königsgrätzer der gröste/ und einer weg-schne-cke an der gestalt zu vergleichen seyn möchte/hat folgende Königl. städte: ptlsna oder pil-sen/Tiatow/StrzibrooderMiza/Ooma)-jlcz oder Tuffa/ und Rokpczana. Ande-re städte und schlösset sind: Tachow Oobrzan/Neponiuck/ przefticz/ Hostaun/ Radnicz/Stoda/ Rensperg/ Sswtkow/ Blowicz/Planicz / N^ßerubp u. a. m. Zu Mrzawird dermaßen gutes weiß-bier gebrauet/ daßes die Nürnberger fast allesamt abholen/ undweil diese landschafft sehr gesunde weyde hat/so findet man hiesetbst die meisten schüfe;dahero die Pilsner schertzweise insgemein schä-fer genennet werden; inmassen denn auchdiese einwohner die besten schuf - käse ma-chen.

, X Oer Suczer-Areyß (Tstecenks 5«u l.u-eenli8 ?rovincia) welcher die lißur einer ausge-breiteten fahne geben kan/ und vor alters vondem Fürstenthum Praga abgesondert war/und seine eigene Hertzoge hatte. Selbiger hatvier freye Königl. stadte/ nemlich Facz oderAatec pons/ ^.aunu/ und Cadun. Zu derKönigl. kammer gehöret die volckreiche stadtChomutow (Commvtovjs) von wannen vielgemachte maltze zum brauen in Meissen ver-kaufst werden/ it. alaun/Brzeznicz und przi-seznicz/ allwo ein enger paß gegen Meistenund das Vogtland zu befinden. Die adlichenstädte und örter sind: Bor/ oder Girkau/tNaßtiow / Ebstein / Nepomxßle/ Ruve-nlcz/ Postoloprt/ Geffenicz/ Catharinen-berg/ Sebaskianberg/ Blatna/ Hcrgens-dorfst Rralupp/Oaupow/ u.a.m. przi-sezntcz verdienet wegen derer A. 1341 zuzeitenK. Carls !V erfundenen fllber - bergwercke^einen sonderbaren rühm/und wurde ehemahlsder silberreiche Ioachims-thal auch zu diesemKreyße gerechnet. In dieser landschafft wächstder beste hopsten/welcher hauffig ausserhalblandes gesühret wird ; dahero man auch Hie-selbst das köstlichste bier brauet/ absonder-lich zu sucz/ welches bier Samecz genennetwird / so dann zu Girkau/ Sidlicz und Tho-murow. Jngleichen ist es sehr reich an ge-treyde/ weßwegen die alten zu sägen pflegten:N>enn indem thale F.anczka (welchessichaus dem Saczer-durch denSlaner-Kreyß bißan die Moldau ziehet) das geereyde wohl

Der SaemKreyß.

geriethe/ so könte Böhmen keinen Man-gel leiden.

XI VcrRakoniyer-Rrepß/(ksKo^aicen-Dttliz villrjÄt.5) welcher nechst dem Moldauer tlitzer-KWdcr kleineste und gantz mit bergen und wäldemerfüllet ist / auch sich an dem äusscrlichen wesenwie ein schlegel eines büttners/ oder pollet ei-nes mahlers ansehen lässet. Die eintzige Kö-nigl. stadt ist Rakomy/ welche unter allenandern städten zuletzt A.is88 frey worden/ in-dem sie zuvor zu der König!, kammer gehörete.In diesem Kreyße besitzet der König einen gros-sen strich landes/ welcher unter dem Königl.schlösse Rrzirvoklad stehet; in dem schlösse selb-sten aber wurde vor alters der gantze Königs,schmuck verwahret/ und dienete es auch denvornehmen Standes-personen zum gefängniß;gestalt man denn wohl ehe Fürsten / Her-tzoge und Ertz - Hertzoge dahin in verhafftgebracht hat. Ferner ist auch die neue stadtStraßecz der Königlichen kammer unter-würffig. Alle andere örter stehen dem Adelund der Clerisey zu/als: Scnomaty/ Rralo»wice/ V^rußow/ Sosna/Perrsburg nebstdem schlösse Czista/ ^rakowocz/ u. a. m.Der Rakonitzer-oder Rakownitzer-Kreyß strei-tet des gucen bieres wegen mit allen andernum den Vorzug / jedoch nur den wimer über:denn da alle andere bierein Böhmendes som-mers wohl zu trincken sind/ so ist dieses fast al-leinunter allen des winters gesund und erwär-met den magen.

xil Oer Slaner-Rrepß/welcher einer hel-yer^Mleparten ähnlich fthen soll / und vor diesem die Kreyßreiche und wohlgebauete stadt Siana in sichbegriffen hat. Anietzo findet man noch eini-ge zu dem schlösse Krziwoklad gehörige kam-mer-güter darinnen/ nemlich Aunhoßtnebstetlichen andern. Die stadt Welwar ge-höret unter die botmäßigkeit des Burggraffenzu Praga; die übrigen aber stehen dem Adelzu/als Raudnicz/ Budtna/ Rladna/ Mun-cifag/ Smeczna/Pareck/Mikowicz/ u.a.m.In diesem Kreyß befindet sich der bergArzit/welcher dem Fürsten Czech/ als er zuerst inBöhmen kommen/ anstatt einer warte gedie-net/ massen man auff selbigem sehr weit umsich sehen kan. Es ist sonsten diese landschafftsehr fruchtbar an geerepde/ und gleichet dan-nenhero einem lustbaren garten.

Xlll Oer Leitmeritzcr- Rrepß wird einem MÄcornucopiX verglichen/ darinnen folgende zweyKönigliche städte sind: ^.eitmeriy an der El-be/ und Austa oder Außig. Diese land-schafft wird billich des Rönigreichs Böhmenparadieß genennet/ indem die thälermitge-treyde und garten-früchten/die berge aber mitwein-ftöcken/ welche herrliche weine tragen/versehen / darunter sonderlich der Podskalskerund Mielnitzer rothe sehr köstlich; zu geschwei-ge» daß ihm alles und jedes aus gantz Böhmendie Elbe herunter zugeführet werden kan. Un-ter den Adlichen städten sind folgende: Bilina/Töplitz/ vuchezow/ Lippa/ Munkaczow/Swadow / ^ibochowicz. Bey Crupnagibt es austrägliche Ztnn - bergwercke; Hroboder Grab aber / wie auch Roztockwar vor-mahls wegen der silber-gruben berühmt /undTöplitz ziehet mit seinen warmen bädem die

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