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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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321
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von dem Königreiche Polen.

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beyden vorerzehlten Woywodschafften gehö-ren unter die 6j«ces von Crakau / welche 1018kirchen/ und darunter iz Stiffts - kirchen in sichbegreiffet. Die vornehmsten städte sind dieHaupt- stadt Lublin/ allwo des sahrs dreymärckte unter einer unbeschreiblichen zusam-menkunfft auswärtiger Nationen gehaltenwerden/Casimir/ Czemiernickow/ Urzen-dow/Lulow/ parckon?/ Opolia/ Curovia/Craßnicz/Levartovia/und Lenczna. DieSenatoren sind der tBopwodeund Ca stel-lst! von Lublin / und das wapen ist ein lauf-sender/silberner Hirsch mit einem güldenen halß-bände im rochen felde.

ui Preußen/welches land nur zum theil/nemlich was um die Weixel herum liegt / zuPolen gehöret. Dieses Königl. PolnischePreusien wird in drey Woywodschafften ein-gecheilet/ nemlich Culm / darinnen die stadtCulm/ als die haupt-stadt/ Thorn/ Grau-deny/Colmensee/Nrodnicz / Straßburg/Radin/Golubia/Rogozna/Brathian/Lu-bow/ undRopriunicza. 2) Marienburg/darinnen die Haupt - stadt Marienburg/ El-bing/ S tuma/Meva/ Gniew/Now/ S tar-garden und Ornet. z) Nlerineland oderKr,neland/ein Bischoffthum / dessen Adel vonaller Königl. gerichtbarkeit besreyet ist/und ei-nig und allein nach den Preußischen gesehenund gewohnheicen von dem Bischoffe regieretwird. Die vornehmsten städte sind Hells-berg/als die haupt-stadt und Bischöfliche re-sidentz / Frauenburg / Brunsberg/ Gute-siadt/^Allenstein /Resla/ wormiz / Mel-fack/ Ulartenberg und Seeberg«. Zu demKönigl.Polnischen Preussen wird auch pome-rellcn gerechnet/ darinnen Oanyig/tBeixel-inünde / das kloster Oliva :c. gelegen ist.Hierbei) ist noch dieses anzumercken / daß imPolnischen Preußen/vermöge eines alten Cul-mischen privilegii, nicht allein die Edelleute/ son-dern auch die inwohner insgestuntzoll-frey sind/wenn sie etwas im Königreich ein-oder ausfüh-ren. Die preußische Senatoren sind derBischofs von N)ermeiand / der Bischoff/U)opwode und Castellan von Culm / dielBopwoden von Marienburg ltnd pom-mern/und dieCastellane vonElbing undDanyig. Es ist was sonderliches / daß dieWoywoden in Preußen eine weit größere ge-walt / als andere in den übrigen PolnischenProvintzien haben. Das Preußische wa-pen ist ein ausgebreiteter ungekrönter schwar-her adler/nebst einem bloßen schwerdte/welchesvon einer silbernen über dem rechten flügel Her-für gehenden rechten Hand gehalten wird / imgüldnen selde. Von dem Hertzogl.Preussen/welches Sr. Königl. Maj. in Preußen undChurfürstl.Durchl.von Brandenburg zugehö-ret/ wird an seinem orte Meldung geschehen.

Mt-Reus- IV- Rlein-Reusien/ welches von den di-cken und sinstern wäldern auch unterweilenSchwary-und von demrothen erdreichRoth-Reusien genennet wird / und also vonrpejß-Reussen/so zuLithauen gehöret/ unter-schieden ist. Es wird auch der läge wegen dasmittägige genennet/und erstrecket sich von denLitthauischen gräntzen biß an den ausfluß desNiepers/ welcher es gegen Osten von Moscau/Awexpe Haupt-Handlung.

das Carpathische gebirge aber gegen Südenvon Ungarn scheidet. Diese Provintz hat ei-nen grossen überftuß angetreyde/ vieh/fischenund Honig/ undseynd seinegräntzen gegen mit-tag Ungarn / Moldau und Bessarabia/ gegenmorgen die Tartarische wüsteneyen/ und Mos-cau/ gegen Mitternacht die Woywodschaffren/Lublien/Briest/ Litthauen/ undWeiß-Neusssn/und gegen Abend Klein-Polen. Sie bestehetaus sechs Woywodschafften/ welche folgendesind:

^ r.) Reusien/ welche vier Districte in sichhält/nemlich Lemberg/ przcmisl/Haliczund Sanok. In dem ersten Districte liegendie städte Lemberg/ als die Hauptstadt/vondenPolen Levow oder Luvow genannt/Grodek/ Saworaw/ Aolkiew / Glinisn/Aloczow undRomarna.DieseLandschafft hateinen gegen einem schwachen felsen springen-den löwen mit einergüdenen croneim silbernenfelde zum wapen. Der andere vistrict istprzeunsl/darindie berühmtesten siadteprze-misi/ Sambor/Iaroslaw/ Lsncut/ Re-stow/ Felsiin / rvisna/ Fidsczow/ Mo-sticzko/Oubiecz/Canczuga/undprzewors?.Das wapen dieses Districts ist ein ausgebrei-teter adler mit zweyköpffen und göldenercroneim blauen ftlde.

^Der dritte District ist Halicz/ darinnen diestädte Ha!tcz/ Sniatyn/ Colom/ Marti-nen?/ Dolina/Strium/Podock/ Brzezan/Buczavia oder Busko und podhajecz.

Der vierte District ist Sanok/ dessen städ-te folgende sind: Sanok/ Croßna/Bro-zow/Rimanow/vinow/und Latsky. DieSenatoren der M0pw0dschafstReusien/smdder Ery-Bischofsvon Lemberg/der Bi-schofs vonptzemisl/dezVischofsvonRiow/der woi?n?ode vonReusscn/die Castella-.ne ve n Lemberg/Przemisi/Halicz undSa-nok.

2.) podolien / welche Woywodschafft indrey Districte eingetheilet wird/nemlich Ca-miniec/ Trembowla/und Laticzow/ nndist ein sehr fruchtbares land an bäumen/wie-sen/ getreyde/ vieh/ und wildpret. Sie er-streckt sich neben Siebenbürgen und Moldau/biß gegen die Türckey und das schwache Meer.Jbrestädte aber sindCaminiec/Treinbowla/Laticzov/ Bar/ Husiannow/ Czartikow/^fanon?/ Czvaniec/Chmielnic/ Miedzi-bosz oderMtsdzibosz/Aittkon?/ Icsupolis/^sarloweck/ Satanow/ Tarnopel/ Ritai-grod und Ounaigrod«. Die Senatoren sindder Bischofs/ Wo^wode und Castellanvon Caminiec undpodolien/das wapen abeePeine sonne mit vollem schein im blauen felde.

z.) Nmslarv/ Bercaslau oderBraclaw/welche Woywodschafft jenseit Podolien an denTartarischen gräntzen lieget/ und welche diePolen anictzo nicht besitzen. Hieselbst stehetman die städte Braclaw/ oder percaslorv/welche die gröste ist jenseit des Dniepers/undA. 1666 den Moscowitischen puff unter ent-setzung des Cosakischen Feldherrns voro5?enk»tapffer aushielte/ winnicza/ ?itomir /Sa«rogrod/ Morachna/ ^farosaw/Felsiin/und Chmielnic. Die Senatoren sind deeN)opwode und Castellan von Braclaw.

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