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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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319
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von dem Königreiche Polen.

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vorgegangen/ solches ruhet annoch in frischemgedächtniß/ wie nicht weniger diezwischen demLitthauischen Ade! unter dem o^nssi, unddem mächtigen Hause Spieka landes-verderb-liche blutige unruhe; welche nebenst vielen an-dern inrriAueg den König in Schweden in daseingsweyde von Pohlen gezogen und einenzweiffelhafften ausgang anzeiget.

Indessen ist eine der merckwürdigsten bege-benheiten unserer zeit/ daß die Polen einenDeutschen mächtigen Chur-Fürsten zu ihremKönige erwehlet/ also die König!. 8obie->K>schenPrintzen ausgeschlossen/ und den von Frank-reich hochportirtenPrintzen Conti/ den sein an-hang schon in Preussen gegenwärtig hatte/wie-derum sbsacjonmret; da man doch nur 12 jährvorher die vor einen Pottum angeführte undnachdrücklich msintenirte gründe glücklich pra-cticiret hatte/ und man nicht ausser unruhigergpprekenllvn stunde/ es suchte das ErtzhaußOesterreich durch recommenU-ttion des Chur-sürsten zu Sachsen einen cioup 6'Lrsr anzubrin-gen und der Republiqueschwächung nach undnach zu befördern. Welches sonderlich bey derRepublique der FrantzöischeGestndte meister-lich zu inkmuircn wüste.

w und Was nun das Königreich Polen an und vor

AAL sich selbst betrifft/so ist dasselbe/nach seiner eh.

M. maligen gröffe gerechnet/ eines der grösten Kö-nigreiche in Europa/ und erstrecket sich mit sei-nen anliegenden Landschafften in der längevom z8 grad/ biß auffsH/ von dem sommerli-chen niedergange gegen den winterlichen auff-gang/ nemlich von derMarck Brandenburgan/ der geraden linie nach biß an Moscau/auffdie 24c» Deutsche meilen; und in die breitevon demCarpathischen Gebürge biß an dieOst-See / oder m»re Veneäicum uud8srmzri-

cum, bei) die 2OO Meilen ohngefähr. GegenNorden wird es von der Ost-See oberhalbCurland/ Semigallen und Tiefland durchden Düna-strohm begranget. Gegen mor-gen hat es zur gräntze den Dnieper/ oder Lo-rystkenem,welcher ^.itthauen von rveiß^eus-sen scheidet/ und oberhalb noch den grossenstrich des lweissen Nuß landes gegen Jnger-mannland ; Herabwerts aber das Hertzog-thum biovoßrocic^/ dieCrimaische Dartareyund^oncum Luxinum.Mittagwerts stösset es andenDniester oderTyras/ von welchem fluffedas Königreich von der Moldau/ und danndas Carpathische Gebürge/ oder krapsk,von welchem es von Ober-Hungarn abgeson-dert wird. Am lVest.striche wird es vonMähren/Schlesien/ der Marek Bran-denburg und Hinter-Pommern umschlos-sen. Jedennoch muß man bekennen / daß eskaum noch den dritten theil von seiner vorigenuhralten grösse hat/ wann man es aufSarma-tiam LuropTsm erstrecken will. Doch kanes noch biß so groß als Franckreich p»ll»>ren. Wann die grantzen gegen die Tartarnwegen der Dürckischen und Dartarischen ein-falle undCosakischen unruhen nicht so fast con«.nuirlich durchstreiffet und verödet würden/ auchmehr spplicgrion auff gute haußhaltung undordnung wäre/ so würde das Königreich anmacht keinem weichen.

"Aacht Die acht grosse Provintzien und lander/ so

sich unter dem Polnischen zepter befinden/ sind Haupt-folgende:

I. Groß-oder psieder-polen hat den nah- GroMolmmen von der Pole oder grossen Ebene / wel-che der erste Fürst dieser gegenden/ nahmenSLech/ bewohnet/ und selbige poleleck/ oberLechs-Ebene zu nennen veranlasset worden.

Daher auch die nochPoleleken oderpo-lakenheissen Es stösset aber gegen Mitternachtan Pommern und preussen/ gegen mittagan Ober-oder Rleimpolen/ gegen morgenanMasovien/ und gegen abend an Schlesienund die Marek Brandenburg. Obgedach-ter Fürst Lech hat es in zwey theile unterschie-den/nemlich in Groß-Polen in bcsonderm ver-stande/und inCujavien .Jn diesen beyden thei-len sind sieben Woywodschafften; nemlich

1. Posen/ darinnen nachgesetzte grosse undkleine städte zu finden: Posen/ die Hauptstadt/Bischöfflicher sitz undCastellaney/an demflusseWarta/wirdvor diegröste und schönste stadtnach Crakau in gantz Polen gehalten / und hatder Handlung wegen eine niederlags-gerech-tigkeit. Gnesen/ das Ertz-Bischoffthum/wel-ches das vornehmste in gantz Polen ist/nebst ei-ner Castellaney/ B^ositen/ Uskow/ Sremsoder Sremik/ oder Frauen-stadt/Leßne oderPolnische Liste/ Oulwe v, allwo die naturlichenkrüge und töpffe wachsen / Mwdzyrzecze undMeseritz/pjlaklulN/ Rurmck/ Slucza/ pys-dry/Rcma/ Conin/ pronecz/ Rogozno.Die regierung zu Posen wird von einem Sta-rosten geführet/welcher jährlich aus den Sen^o-ren erwehlet wird/und führet derselbe/ so langeer solches amt verwaltet/zugleich den titul einesGenerals von Groß - Polen. Oie äenaro-ren dieser U)orwodschafftseynd derEry-Bischofssvon Gnesen/der Bischoff/ U)oy-wod und Castellan von Posen/ und die Ca-stellane vonSremsk/Miedzyrzecze/ pre-mecz/ Rogozno/ Rriven und Fandoc.Das wapen aber der Woywodschafft ist einausgebreiteter silber-farbener Adler in einemrochen felde.

2 Malisch/ darinnen folgende städte zu be-finden : Ralisch/ als die haupt-stadt/ ^olo/Landa/ plaklo/ Odolanowund Chocia/nebst einigen andern geringen örtern. Oie 5e-nstoren in dieser lBo^wodschaffr sind devlVo^rvode und Casiellan von B>a!ijch /unddie Casiellanen von Gnesen/ Biechow/Landa/ Pla klo/ und Ramin: Das wapenaber ist ein schwacher büffels-kopff / und eineCrone zwischen seinen hörnern in einem würf-felsweise gemachten felde von filber und roch.

z Siradien/ welche Woywodschafft andem fiussevOarta lieget/ und vier absonderli-cheKreyße hat/nemlich Siradien/ Schad-kow/ Radomsko/ und Petricow. Ihrestädte sind Sirad/ als die haupt-stadt/ Ros-prza/Spicimir/petricow/in deren Vorstadtjährlich einmal eines von denen grossen Reichs-gerichten gehalten wird/ Ronarzew/ U?ar-ta und Lasko/ auch gehöret hierzu das ge-biet von Vielun/ welches seinen eigenen Ca-stellan hat/daünnendievomehmsten städte/Bo-leslaw/ Vielun/undOsiresow. OieReichs-Räthe dieser Mormodschaffe sind derppo^wode und Casiellan von Siradien/

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