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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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von dcncn Königreichen Dänemark und Norwegen.'

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Zlllburg ; worzu dann die im Königreiche an-twch vorhandene Prälaten zu ziehen styn / derenguter K. Christian Iii einziehen/ und dem Kö-nig/. 65co einverleiben wollen/welches ihm aberder sel. Hr. l). Luther wiederrathen: jedochhat er dazu anlaß gegeben / daß sie der Päbstl.religio!, abjagen / und den Gottesdienst nachChristlicher und Apostolischer lehre in ihrenStissts - kirchen forttreiben stlten. DieserStand darfohne desKönigs ausdrücklichen be-seht nichts von seinen gittern verausern oderverkaufen. Die Geistlichkeit hat den zehn-den im Reiche/davon auch die Königl. rent-kammer einen antheil bekömmt/ die nomrusnonder Bischoffe und Prälaten stehen dein Königallein zu. In Norwegen ist der Crtz-Bisthvffvon Droneheim der vornehmste unter derGeistlichkeit /welcher die Bischoffe zu Bergen/Staffanger/Hammer/welche beyde miteinan-der vereiniget sind/ und Anseo oder Christiania/ingleichen die Bischoffe auf der Insu! Islandzu Hola und Scalholt unter sich hat.

Merl. Den dritten Stand machten die Rutheder stadte/ ftmt ihren gemeinen der bürgerund kauffleme. Diesen Reichs-stand hat Kö-nig Friedrich üi vorberührter masftn mit son-derbaren Privilegien und freyheitcn versehen/weil sich die bürger in Coppenhageu in der letz-ten Schwedischen belagerung so tapffer und ge-treu erwiesen/und das instrument gewesen / wo-durch die freyheit des Reichs erhalten worden.Aus diesemStande werden dieBischöffe /Lano-nlci, Priester/die Rathe der städte / Königlichebeamte in stadten und aufdem lande/ auch zursee bey aufsicht der schiffe und zolle bestellet.Vtrbauttl!- Dervierdte und letzte Stand bestünde ausEtkO. bauren/ deren zrveperlep waren/ die kö-niglichen freyen bauren / ^repbönder ge-nannt/ so ihre freve erb-güter hatten/und davonetwas weniges jährlich entrichteten/ auch son-sten nebens andern freyheiten mit dem tributsogar sehr nicht belästiget wurden: Wiewohl siestither der letzteren Staats - Veränderungenebenfalls viel härter mitgenommen werden/ alszuvor. Und dann die gemeinen bauren/ wel-che nicht erbliche/sondern solche guter/die sie vomKönige/ dem Adel/ und der Geistlichkeit bestan-den/ und gepachtet / und dahero unterschiedlichedienste leisteten/und denHcnendafür gewisse ge-falle abgeben und entrichten musten.

Jedoch haben nur die erste art bauren/ undnicht die letzten / die prserogariv und recht einesReichs-standes geführet. Alle Stände/ oderdie bey Reichs - Versammlungen pflegten zu er-scheinen/wann sie beysammen waren/ (wie A.1660 bey dem panquet / welches der König nacheingenommener und abgelegter Erb-Huldigungihnen zurichten ließ/ geschehen) waren an derzahl etwa zvo starck. Allein das rcche derReichs - ftandschafft hat itziger zeit in anse-hen der Königlichen Souverainität wenig es-älen mehr; dahero auch die ordentlichenReichs-täge gäntzlich abgesihaffet sind. In Norwe-gen hat die landschafft gar nichts zu sprechen / istauch fast kein alt geschlechte mehr vorhanden/aus Ursachen / welche oben berühret worden.

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^.o«c. ke unterthaneit mit denen/so unter den Türcken

Zwepte Haupt - Handlung.

wohnen/und meynet/diese hatten es weit ertrag-licher und besser. Jnmassen er denn auch amende seinerschrifft das pro^tticoa stellet/daßdieses ciespOtische Reich nicht lange dauren wev?de /weil die Nation 1) von narur Zur frey-heit geneigt; 2)dasiyige joch gar zu un-erträglich ; z ) die einwohner der altenfreyheit noch nichtvergefsen/dargegm dasjoch noch nicht feste genug sey; 4) die un-terthancn ihre hoffimng auf Schwedenfegeten/allwoes besser zugienge/und dahe-ro dieser gefahrliche nachbar bey ereigne«tergelegenheit bald beyfall und schuy ge-ben wurde; und s) die prinyen im Haufe/fo auf etwas geringes ZjiLOaZirt/stch damitnicht begnügen/fondern sich einen anhangmachen dörffren. Jni gegentheil streitetvor des itzigen Staats dauerhaffigkeit 1) daßdie alte wiffenfchafft und liebe zur frey»heit sich überall in Norden verlohren; 2)daß die Uttterehanen msgcmein des uzigenzustandes der regierung unter der Handgewohnen/auch zu revolcen keilw couragehaben; ;) daß die alten familien gang her-unter gekommen/und neue erhoben wor-den/uttd daß ste/wiedieCappadocier/ diefreyheit nichtannehn^in würden / da mansie ihnen gleich oA-nrte/ sondern lhre fesselnur leichter wünschen; 4) daß die einig-kcit derreligion ihnen angenehm/und dieGeistlichkeit das volck im zaum hält; 5)daß die armee meistentheils mis frenidenbestehet/und des Rönigs yaUz^ium ist; 6)daß sich die Schweden und Danen nichtwo! vertragen; 7)daßallepotengen vonEuropa Schweden nicht gerne grosseswerden lasten; und 8) daß auch von an-dern potengen ausserhalb Europa nichtszu befahren sey / welches dem innerlichenStaat in Dänemarck nachtheilig seyn könte.

Die macht des Königreichs bestehet auf^^der milig zur see und lande/ wie auch auf den Miss,vestungen und Verwahrung der grängen.In Jütland ist?riciencl3wderFriderichs-Otde/

Hall/ Skagerfort; in Norwegen aber/ungeachtet es die natur durch berge und klippenziemlich verwahret/auch des landes Unfrucht-barkeit verhindert/ daß kein fremdes kriegs-heer darinnen ludlWren kan/ist lVardhuyß/welches sechs bölkioaen hat /Drontheim/ unddas Fort Monckholm/Bergen/Christia-nia/ allda eine schöne citadelle /Aarwick/Fried-richs-stadt/Wieger/ein festes schloß / Frie-drichshall und Vccker bey Christian-Sand.Auf Bornholm sind zwey vesten/ deren dieneue A.1689 fertig worden/und die Insul äekn-äiret. Christian -Oede aber beschützet denbesten Hafen/und Stege aufder Insul Fühnenist ein altes festes schloß. Nakew / wie auchstadt und schloß Alholm auf Laland sind nichtvon grosser cletenS^n. Hingegen ist Nyburgauf Fühnen ftste/jonderlich an der waffr - feite.Der nervus beruhet auf den krtegs -cajsen undder schagkammcr«. Von dem <ln eÄorio deskriegs-Mstsjst vorher etwas angezeiget wor-den. Die äußerliche beftstigung des Reichsund darzu gehöriger Provintzien macht die al-lenthalben herum fliessende see/welche viel zuver-läßlicher/als die tieffsten wasser-graben / denLl stind