Joh. 8.
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droben, der ihm das Amt gegeben hat, und geheissen, er soll sichdes Amts rühmen; der Ruhm schadet nichts, daß er spricht: Ichbin das Licht der Welt.
Mit dieser Lehre wirft er um alles, was sonst geprediget ist.Denn es sind mancherlcy Lehren auf Erden. Die Höheste Lehreist Mösts Gesetze, die Zehen Gebote, wenn sie wohl geprcdigetwerden; noch bringen sie den Menschen nicht aus der Finsternißin das Licht. Das Gesetz lehret nicht, wie der Mensch ewig le-ben könne und selig werden möge. Da gehöret man wol in die-ser Lehre, was man thun solle, (wie denn die Zehen Gebotepredigen von unfern Wercken,) aber man kann sie nicht thun.Wenn diese Predigt alleine bleibet, so bringet sie den Menschennicht ins Licht; sie lehret wol gute Wercke thun, aber der Menschkann sie nicht leisten; er hats nur allein. Da ist denn einer an-dern Lehre vonnöthen, nemlich des Evangelii, die da saget: Ich,Christus, bin das Licht w. Denn sonst ists unmöglich, daß dukönntest selig werden; denn du bist in Sünden und bleibest dar-innen, steckest in der Finsterniß, und das Gesetz verlasset mehr,denn daß es helfe. Aber das Evangelium saget: Wenn du anmich glaubest, und stehest drauf, daß ich, Christus, für dich ge-storben sey und deine Sünde habe weggenommen, alsdenn istdir geholfen. Stehest du nun darauf, so lehret dich diese Lehrenicht, was du Gott thun sollst, sondern, was du von ihme nehmestund empfahest.
Diese Lehre, oder das erste Licht, ist der Mond, und lehretdie Früchte eines guten Baums, die wir thun sollen; das andereLicht ist die Sonne, die lehret vom neuen Menschen, von einemandern Baum, daß man von Christo das Evangelium empsahe.Hier hören wir, von wannen und wie der Mensch gut werde, dasdann geschieht durch den Glauben. Also ist das Evangelium einePredigt, nicht von unfern Wercken, sondern von Gnaden und Ga-ben, was Gott uns Gutes thut und schenckt durch Christum. DieZehen Gebote sagen, was wir Gott thun sollen. Nun scheinet derMond des Nachts wol, aber er macht drum keinen Tag, es bleibtNacht. Aber Christus ist die wahrhaftige Sonne, so machet denMorgen und Tag anbrechen, und ^hret uns, wie wir sollen zurSeligkeit kommen, von Sünden und Tod erlöset werden. Darumsaget er auch: Ich bin das Licht, so in die gantzc Welt leuchtet;denn es Hilst allein von Sünden, Teufel, Tod und Hölle.
Diese Ehre und Erkenntniß haben die Jüdcn und die gantzeWelt nicht gewußt; aber nun gehets wieder an, und leuchtet nicht