Druckschrift 
Zur Gedächtniss-Feier Sr. Majestät des hochsel. Königs von Preussen Friedrich Wilhelm III : drei Reden
Entstehung
Seite
29
Einzelbild herunterladen
 

29

bewegten Zeit, die den geschichtlichen Bodenumwühlte und zerstörte. Er erkannte, daß dieGegenwart schwankend und die Zukunft un-gewiß wird, wenn man keine Vergangenheit,aus der jene und diese entsprungen, mehr ehrt.Weit von schwebender, unruhiger Reucrungs-sucht entfernt, galt das Erprobte der Erfah-rung Ihm mehr als der bunte Wechsel zahl-loser gepriesener Thevrieen. Aber Sein klarerBlick war dabei vorurtheilsfrei, so verhaßt Ihmdie Neuerungssucht war, so zuwider war Ihmhartnäckige Anhänglichkeit ans Veraltete undAbgelebte. Zwischen beiden gleichgefährlichenExtremen hielt Er Sich mit weiser Mäßigungin fester Mitte, und Seine Zeit, ihre Zeichen,Mahnungen und Bedürfnisse verstehend, schritter mit der Zeit fort; aber was ihre fieberhafteUnruhe in gewaltsamen Umwälzungen zu Standebringen wollte, bewirkte Sein Ernst, SeineWeisheit, Seine Erfahrung, Ruhe und Mildein allmählicher, gründlicher Verbesserung, undPreußen, festgewurzelt in seiner urspttnglichcnVerfassung, blieb in keinem Zweige öffentlicher,gemeinsamer Wohlfahrt vor andern Völkernzurück. — Durch erschütternde, theuer erkaufte