Einleitung.
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VIII. Art und Zeit der Immatrikulation. 1 )
Die Führung der Matrikel lag dem Rektor ob 2 ); im Behinde-rungsfalle vertrat ihn der Vicerektor oder Rector substitutus 3 ), ge-gelegentlich auch wohl ein Bedell 4 ), der späterhin zumeist die Nach-richt über die Rektorwahl zwischen die Namenlisten einfügte. Durchden steten Wechsel des Rektorats wird nicht nur die Schrift 5 ), sondernauch die Sprache der Matrikel beeinflußt; sogar grobe sprachlicheFehler sind durch ungebildete Rektoren in die Matrikel gekommen;ein Mediziner schreibt z. B. beständig fideiubuit. 6 ) Andere Unrichtig-keiten fallen dagegen meist den falschen Angaben der Immatriku-landen zur Last. 7 )
Die Sorgfalt der einzelnen Rektoren bei den Eintragungen warsehr verschieden. Manche trugen sämtliche Namen ihrer Doppel-rektorate hintereinander ein fast ohne jede Bemerkung und Erläute-rung und ohne nähere Zeitbestimmung. Daß die Eintragung ofterst nach längerer Zeit erfolgt sein kann, laßt sich gelegentlich be-stimmt erweisen. 8 ) Einige Rektoren schieden die Monate, nochandere setzten die Tagesdaten zu 9 ); vereinzelt wurde sogar dieTageszeit 10 ) oder die Stunde 11 ) der Immatrikulation angegeben. DieAuslassung der akademischen Grade ist fast allen Rektoren gemein-sam. Oft war innerhalb desselben Rektorats die Führung der Ma-trikel nicht einheitlich. 12 ) Einige Male werden die Eintragungen bis
B Über die Immatrikulation im 17. u. 18. Jahrhundert vgl. Bianco 1, 88/9.
B Vgl. darüber oben unter II. — Mehrfach schrieb auch der Bedell, z. B.im Rektorat 436.
3 ) In solchem Falle fanden auch wohl nachträgliche Eintragungen durchden Rektor statt; z. B. 443, 34.
4 ) z. B. 438, 245 und einige andere Namen.
5 ) sie ist oft sehr schlecht, z. B. bei dem Rektor Corn. de Breda.
8 ) III 151b. 164b. 188a: Rektor Dr.med.Adr.de Breda.
B z. B. wird 298, 103 Kar. Castorus als „professus ordinis s. Benedicti*' be-zeichnet; nach U11. 1 b, 80 b war der betr. nur „deferens habitum ordinis s. Bene-dicti, non tamen professus“. Aus der Fassung dieser Berichtigung ergibt sich,daß eine Täuschung des Rektors stattgefunden hat.
B so z. B. im Rektorat 403, wo die Acta rectoralia auf Bl. III 161 b ff.spätere Daten aufweisen als die auf Bl. 163 a folgenden Immatrikulationen.
°) Für die Pedanterie mancher Rektoren ist folgende Stelle bezeichnend:Ceterum quoniam commissarius meus venerandus dr. de Wairtburch membranapriora intitulaudo quosdam posterioris date occupavit, non te moveat intitulatorisiste ordo preposterus talismodi necessitate commutatus nec refert, cum data certi-ficabunt: III 88 a z. J. 1480.
10 ) ante meridiem: 402, 236. 237.
n ) z. B. 87, 1. 2 ; 224, ii.
12 ) z. B. im Rektorat 431, wo im Juli sich die genauesten Angaben finden,während vom August ab die Führung der Matrikel salopp wird.