136
selbst nicht zu gestehen wagt, und über die mansich zu beruhigen strebt, oder vielmehr, es ist be-reits nicht mehr vorhanden.
151.
Viel gesehen, viele Reisen gemacht, viel beobach-tet zu haben heißt, sich unvermerkt die Mittelwahrhaft glücklich zu sein genommen zu haben.Diese Fülle von Dingen, diese Vielheit von Sitten,diese Menge von Jrrthümern, von Leidenschaften,die gewisser Maaßen vor unfern Augen vorüberge-gangen sind, enttäuschen über alle Illusionen, dieman sich machen konnte; diese Geschöpfe, dieallenthalben dieselben sind, die entstehen, leben,sterben, um andern Platz zu machen, welchen wiederTausende andere folgen werden. Dieses großeSchauspiel, dieses zugleich ewige und immer sicherneuernde Gemälde der menschlichen Größe unddes menschlichen Elendes lassen als Resultat imGeiste nur einen starken Eindruck, den einer ver-gänglichen Welt und eines flüchtigen allen Zufäl-ligkeiten unterworfenen Lebens. Man sieht sichnur als das, was man wirklich ist: als ein Atomin der Ilnermcsslichkeit der Wesen, dem es gleich-gültig sein muß, hier oder dort zu leben, mächtig