so
hochherzig. Die Sanftmuth ist nur eine negativeTugend, eine Schlaffheit der Kräfte, welche imNothfall eine gänzliche Selbstverläugnung zuläßt,die aber durchaus sonst keinen Einfluß auf unsübt. Die Güte dagegen ist etwas ganz Positives,das man immer gewiß ist wieder zu finden, weiles einen Vestandtheil von uns selbst ausmacht,und welches nichts zu verändern vermag, weil esin der Geradheit des Charakters und der Erhe-bung der Gesinnungen begründet ist. Auch konnteman von der Sanftheit sagen, daß sie die Eigen-schaft schwacher Seelen, und von der Güte, daßsie eine der Tugenden hochgesinnter Seelen ist.
42.
Von einer Person, deren Charakter wenig Wi-derstand leistet, die aber (wie solches immer stattfindet) wenn es ihr nicht nach Wunsche geht, eineArt von Unzufriedenheit an den Tag legt, könnteman sagen, daß sie über großmüthige Seelen dieTyrannei der Sanftmuth übt.
43.
Die Liebe füllt das Leben einer zarten Frauso sehr aus, sie nimmt die Zeit und die Fähigkei-ten derselben so sehr in Anspruch, der ideale