Druckschrift 
1 (1825) A und B
Entstehung
Seite
1202
Einzelbild herunterladen
 

1202

Breite, geo graphische,

können. Da es oft onthunlich ist, die Culminationszeitcnder hellem Fixsterne und Planeten abzuwarten , so hat manin neuern Zeiten für die nördliche Hälfte der Erde die obenin e bemerkte Methode in Vorschlag gebracht, und in denneuen nautischen Ephemeriden von Kopenhagen, so wie inden bessern neuern Lehrbüchern der nautischen AstronomieTafeln für die bequeme Berechnung der Breite aus Höllendes Polarsterns gegeben. Man hat den Seefahrern häufignoch eine dritte Methode der Breitenbestimmung anempfoh-len, die aber trotz aller Mühe, die man sich gegeben hat,die erforderliche Berechnung abzukürzen, doch im Ganzennoch nicht recht in Ausübung gekommen ist. Es ist die olicnin g angeführte; mit der Veränderung, dafs man statt derAscensionaldilferenz zweier gleichzeitig beobachteten Stornoden Unterschied der Stundenwinkel eines und eben desselbenin zwei verschiedenen Zeitpuncten beobachteten Gestirns inRechnung brachte. Sic ist unter dem Namen des Problemsvon Douwes bekannt ; und wird so ausgesprochen:Aus zweiHöhen der Sonne aufserhalb des Meridians die Breite unddie wahre Zeit zu linden". Douwes bediente sich der indirec'tcn Methode, welche eine supponirte Breite in Rechnungbringt. Allein, obgleich er noch ausführliche Tafeln zu ih-rer Abkürzung mittheilte, so wurde sie dennoch wenig be-nutzt aus folgenden Gründen: erstlich, weil die meistenSeefahrer, wenn sie im freien Oeean in gefahrlosen Gegen-den und ohne Anzeigen von starken Strömungen sich befin-den , sich lieber für ein Paar Tage mit der aus der Scliifls-rechnung hergelcitcten Breite behelfen, als eine mehr oderweniger beschwerliche Rechnung unternehmen; zweitens,weil selbst diese Rechnung häufig durch langweilige Annä-herungen den Rechner oft im Zirkel herumführte; und drit-tens, weil unnöthige Beschränkungen der Beobachtung selbstdie Anwendung der Methode oft ganz unmöglich machten.Neuere Schriftsteller über nautische Astronomie, Mendoza,Rossej, Delambiie, DuIIamel, Du Boukguet empfehlendeswegen die rein trigonometrische Methode: allein die Auflö-sung von drei sjihärischen Dreiecken bleibt immer eine be-schwerliche Sache, und gestattet keine Abkürzung durch Ta-feln. Litteoavs oben in g erwähnte Methode scheint diese