Druckschrift 
1 (1825) A und B
Entstehung
Seite
1183
Einzelbild herunterladen
 

Brechung, doppelte.

1183

welche der gewöhnlichen Brechung im zweiten Krystall zu-gehört, und erleiden daher alle die gewöhnliche Brechung.

Machen endlich die Ebenen der Hauptschnitte einen Win-ikcl mit einander, und trifft der gewöhnlich gebrochene Strahlden zweiten Krystall, so sind die Axen seiner Thcilchenschief geneigt gegen die beiden Richtungen, die sie hier tlicilsbei der gewöhnlichen Brechung tlicils bei der ungewöhnli-chen annelnnen sollten, und die Kräfte, die ihnen diese Rich-tungen zu ertheilen streben, wirken daher auf sie ein. Istder Winkel, den die Ebenen beider Ilauptschnitte mit ein-ander bilden, klein, so hat die Kraft, welche die Axen derThcilchen in eine mit der Axe des zweiten Krystalls paralleldurch die Richtung des Strahles gelegte Ebene zu bringenstrebt, eine grofsc Gewalt und die meisten Theilclien folgenihr, oder folgen der gewöhnlichen Brechung; der gewöhn-lich gebrochene Theil des Strahles hat also noch immer einesehr bedeutende Intensität, statt dafs der ungewöhnlich ge-brochene Theil des Strahles nur schwach erscheint, weil dieKraft, welche die Theilclien in die ilnn entsprechende Lagobringen sollte, nur erst wenig von der Lage der Axe ver-schieden ist. Dieselbe Betrachtung findet fiir die beiden ausdem ungewöhnlich gebrochenen Strahle hervorgehenden Strah-len statt, und läfst sich nun auf alle Neigungswinkel der

Hauptschnitte gegen einander leicht anwenden,zige

Das Eiu-

was bei dieser Vorstellungsart noch zweifelhaft er-

scheint, ist die Frage:

warum denn einige Theilclien der ei-

nen, andere der andern Einwirkung folgen, da doch allenAxen genau einerlei Richtung zngeschrieben wurde ?— Die-ser Zweifel mag hier nur durch eine zweite Hypothese, dafsnämlich jene Richtung aller Axen nur die mittlere Richtungsey, von der die einzelnen Axen ein wenig nach allen Rich-tungen abweichen, beseitiget werden. Die Untersuchungen,Welche in dem Art. Polarisirung des Lichts Vorkommen, wer-den zeigen, dafs hier eben solche Anwandlungen entgegen-gesetzter Zustände sich zeigen, wie wir sie in dem Art. wln-tvandlungen betrachtet haben, und dafs also etwas, das dieserzweiten Hypothese ungefähr gemäi's ist, allerdings statt findet.

m

£*2

m\