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Familien-Chronik der Herren, Freiherren und Grafen von Kielmansegg
Entstehung
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Beilagen.

etwa von Hietzing abgesandter Brief in irgend einem,, cabinet noir“nichts verriete. Ich bat, anstatt Juwelen „Pferde“, anstatt Herzogvon Cambridge „Tattersal“ zu schreiben und mich „er“ zunennen usw.

Von Epsom kam nach acht Tagen eine schriftliche Erklärungdes Herzogs, „daß er nach reiflicher Überlegung aus mir be-kannten Gründen bei seiner Weigerung beharren müsse; es seidenn, der König schicke einen Bevollmächtigten, um den Kron-schatz in Empfang zu nehmen“.

Augenblicklich sandte ich diesen Brief Seiner Majestät demKönige und schrieb dabei, daß auch die Frau Herzogin(-Witwe)von Cambridge sehr große Bedenken geäußert habe, in Zeitenwie die jetzigen, so bedeutende Schätze durch eine Dame aufso weite Distanz transportieren zu lassen. Sie habe mir ent-schieden abgeraten, ein so schwieriges Unternehmen zu riskieren.Ich hatte indessen darauf nur die eine Erwiderung, daß ich michbuchstäblich an den gewordenen Auftrag zu halten und ihn nachbesten Kräften auszuführen habe. Sie meinte gleich dem Herzoge,daß es sicherer sein würde, den Kronschmuck etwa durch dieösterreichische Botschaft peu ä peu zu übermitteln. Dies allesverstellte ich zur Entscheidung meiner höchsten Herrschaften undsandte die ganze Missive an meinen, als belgischer Gesandtschafts-attache in Paris weilenden Neffen Eduard Dujardin, zur schleunigstensichern Weiterbeförderung. Dieser glaubte dazu den sicherstenWeg zu wählen, indem er den Brief einem eben nach Wien ab-reisenden Kollegen mitgibt. Derselbe fährt sofort nach Hietzing,findet die Herrschaften, welche mittlerweile nach Gmunden über-siedelt waren, nicht und, ungewiß, wem er den Brief nun ein-händigen soll, fragt er erst wieder bei meinem Neffen in Parisan, was unter solchen Umständen mit dem ihm als sehr wichtiggeschilderten Briefe geschehen soll.

Unterdessen warte ich täglich mit steigender Ungeduld aufeine Antwort und endlich in größter Aufregung, nach einer neuenWeigerung des Herzogs, bitte ich in einem dritten Schreiben,mir schleunigst die nötige Autorisation oder weitere Befehleschicken zu wollen. Nach einem Aufenthalte von vier Wochenin London erhielt ich endlich ein Telegramm aus Gmunden mitder Nachricht, daß man jemanden mit den gewünschten Papierensenden werde.