Druckschrift 
Familien-Chronik der Herren, Freiherren und Grafen von Kielmansegg
Entstehung
Seite
777
Einzelbild herunterladen
 

Beilagen.

777

das Feld linker Hand dem Dorfe Androdt, wo sie sich aus-benommen der Cavallerie, zuerst in 2 Linien formireten, kurzdarauf aber deren beide linke Flügel an die 2 en fronte stehendenBataillons Grenadiers stiessen, und in dieser Stellung, so einOblongue vorstellte, gegen den in dem Gebüsche verstecktenFeinde unter heftigem Canoniren von demselben fortrücketen,welches aber dadurch vermindert wurde, dass unsere beideGrenadier-Bataillons den Entschluss fassten, auf die feindliche imHolz stehende Canonen loszugehen, welches dann auch mit solcherGeschwindigkeit und dem Erfolge in’s Werk gerichtet wurde, dasssie den fliehenden Feind im ersten Anrücken eine 8pfündigeCanone abnahmen. Um nun diese zu Soutenire n, wurden vomlinken Flügel die 2 Bataillons Br. Leib- Regimentes und die HessischeGarde dazu beordert, die andere Infanterie aber zog sich mehrrechts, um die Attaque zu prosequire n. Dieselbe formirete sichdarauf in ein Treffen, so dass 5 Bataillons des 2. Treffens an denrechten Flügel zu stehen kamen, und in dieser Stellung, wo Se.Durchl. der Erbprinz Sich ä la tete des Spörcken’schen RegimentesSelber setzten, geschähe der Anmarsch, nachdem ich zu den ob-bemeldeten 5 Regimentern als Spörcken, Wangenheim, Dreves, Bockund Prinz Carl mit den 3 Regimentern Block, Hardenberg undPost mich in eine Linie gesetzet hatte, und ohngeachtet der tiefenGraben und eines fast undurchdringlichen Gebüsches und desbeständigen heftigen Feuers aus grobem und kleinem Geschützegeschähe der Angriff mit der grössesten Standhaftigkeit undsolchem Nachdruck, dass die feindl. Infanterie immer vor uns hinbis auf die andere Seite des Holzes getrieben wurde, woselbstsie sich aber in einem vermuthlich expresse dazu gemachtenGraben warf und durch ein unaufhörliches Mousquete n Feuerharten Widerstand that, bis endlich unsere Leute, nachdem sie sichfast ganz verschossen hatten, den Entschluss fassten, Sie mit demBajonette auf die Haut zu gehen, welches denn auch diejenigegute Wirkung that, dass der Feind allenthalben die Flucht ergriffund sich hinter seiner Cavallerie verlor. Wir kamen also unterfortdauerndem entsetzlichen Canoniren der Feinde bis auf dieoffene Heide, wo ihr Lager gestanden, und formirten dem allenohnerachtet im Angesicht von mehr als 30 feindlichen Esquadronsuns wieder in Reih’ und Gliedern, welche natürlicher Weise indem dicken Gehölze so ordentl. nicht rangiret bleiben können, und