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Familien-Chronik der Herren, Freiherren und Grafen von Kielmansegg
Entstehung
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655
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Beilagen.

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So wie in Deutschland, wo dergleichen Teilungen bereitsfrüher und allgemein üblich waren, wurde die Zersplitterung derHerzogtümer durch lange Zeiten eine Quelle steten Haders undStreites unter nahen Anverwandten und Stammesvettern, so daßsich fremde Mächte in ihren Zwiespalt einmengten und das Landmit Kriegsplage heimsuchten.

Eine aus neutralem Gesichtspunkte verfaßte, den streitendenParteien gleich gerecht werdende Darstellung der Streitigkeitenzwischen Dänemark und Gottorf ist bis jetzt noch nicht erschienen.Die Konstellation Gottorf-Schweden hat in der nordischen Ge-schichte zu tiefe Spuren hinterlassen, als daß man noch ein ganzleidenschaftsloses Urteil der Historiker erwarten könnte.

Durch vier Generationen in anderthalb Jahrhunderten weistGottorf eine Reihe geistig hervorragender, tatkräftiger Herrscherauf, die sich durch verständnisinnige und liebevolle Pflege derKünste und Wissenschaften auszeichneten, die Gelehrte, Künstlerund Staatsmänner von Rang herangezogen, die weit über die Grenzenihres Landes einen Namen erworben haben. Zu den letzterengehört vor allem Johann Adolph Kielman, der nicht allein dieMacht und Ehre des Staates nach außen förderte, sondern auchregen Anteil an jenen hochherzigen Bestrebungen genommen hat.

Ein Jahrzehnt nach seinem Regierungsantritte fing der ruhm-süchtige Adolph, der erste Herzog von Gottorf, an, den Eroberungs-zug gegen die seit ihrer Erhebung in der siegreichen Schlacht beiHemmingstedt im Jahre 1500 sich immer anmaßender benehmen-den Ditmarscher zu planen. In der mörderischen Schlacht beiHeide 1559 erlag diese Landschaft der an Zahl weit überlegenenHeeresmacht der drei verbündeten Fürsten, König Friedrichs II. undseiner Oheime, der Herzoge Adolph und Hans. Dem Herzog wardals Lohn der dritte Teil des unterjochten reichen Landes. Auch aufandere Weise erweiterte er in kurzer Zeit seinen Besitz. Nach demTode seines Bruders Hans erwarb er das Amt Tondern, Lügumkloster,Nordstrand und Fehmern, Bordesholm und ein Sechstel von Dit-marschen. Durch den Tod seines zweiten Bruders Friedrich kam er inden Besitz des Bistums Schleswig und der Burg Schwabstedt. Dieumstehend gedruckte Karte stellt den dänischen, den gottorf-schen und den gemeinsamen Besitz in Schleswig-Holstein dar.

Herzog Adolph bewies sich in seiner Regierung als ein vor-züglich tätiger, herrschsüchtiger und strenger, doch zugleich wohl-