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Familien-Chronik der Herren, Freiherren und Grafen von Kielmansegg
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II. Die Freiherren von Kielmansegg

ment hatte bei dem ersten Ansturm der Türken offenbar stand-gehalten und riesige Verluste erlitten. Der erwähnten Relationist beigefügt die

Eingabe: Was für Officirer von denen Regimentern zuFuss bey der den 1. Augusti 1664 gehabten Ttircken-Actiongeblieben und beschädigt worden:

Kielmanseck: Obrist-Lieuten. Matthias de Gruther.

Hauptman Johann Frantz Schierl von Hohenkirchen.

Chane Weyckhart, Hr. von Mossheim.

Niclas Zinck.

2 Lieutenant, Henrich Hartman, Hr. Kielmanseck, Freyherr.

Reichard Ulrich Erhard. Todt.

So viele Gefallene weist aber die Liste bei keinem andernRegiment auf. * 1 )

Heinrich Ulrich zeichnete sich im Kriege vielfach aus und istsogar insofern eine historische Persönlichkeit geworden, als erruhmreichen Anteil an der Verteidigung Kandias genommen hat. 2 )

Als nämlich nach einem zweiundzwanzigjährigen Kampfezwischen den Venetianern und den Türken um den Besitz derInsel Kandia im Mai des Jahres 1667 der Großvezier AchmetKiuprili der Jüngere mit 150.000 Mann auf jener Insel landeteund die Hauptstadt mit aller Wut angriff, verteidigte sich zwarFrancesco Morosini, der venetianische Kommandant der Festung,mit aller möglichen Tapferkeit und Standhaftigkeit und schlugdie Türken bei 32 Stürmen und Ausfällen immer wieder zurück,allein bei der Übermacht der letztem war vorauszusehen, daßdie bereits sehr zusammengeschmolzene Besatzung doch end-lich erliegen werde. Da beschlossen über Anregung desPapstes Kaiser Leopold I., der König von Frankreich undHerzog Johann Ulrich von Braunschweig nebst andern FürstenDeutschlands der Republik Venedig Hilfstruppen zu schicken.

ö Varia Hungaro-Turcica, Saec. XVII—XVIII, in der königlichenBibliothek zu Berlin, Ui 20.

-) Münch, Die Heerzüge des christlichen Europas wider die Osmanen,

I, n, S. 136—140.