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Familien-Chronik der Herren, Freiherren und Grafen von Kielmansegg
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II. Die Freiherren von Kielmansegg

Heinrich Kielmansegg verwaltete das Amt eines nieder-österreichischen Landeseinnehmers, einer Art ständischenFinanzministers, acht Jahre lang bis 1637.

Nach allen uns überkommenen Nachrichten muß sein Ver-mögen, bewegliches wie unbewegliches, ein bedeutendes ge-wesen sein. Er besaß außer seinem Hause am Petersplatzedrei weitere aut der Landstraße. Der zu diesen letztem gehörigeGarten, der auf derselben Stelle gelegen war, wo sich bis vorkurzem das kaiserl. königl. Invalidenhaus befand, hatte seinerSchönheit und Pracht halber Weltberühmtheit erlangt undbefindet sich bei Merian in Doppelfolio abgebildet und ein-gehend beschrieben. 1 ) Eine Reproduktion dieses Kupferstichssowie auch eine Abhandlung über den Garten vom verstorbenenArchivdirektor Dr. Starzer und dahin gehörige Grundbuchs-daten bringen wir in Beilage No. II, 8.

Der berühmte Garten ging später (ebenso wie das Hausam Petersplatze) in den Besitz von Heinrich KielmanseggsTochter Anna Elisabeth Bröllmann von Lilienstein über. Dieseaber trachtete sofort, sich dieses Besitzes wegen der daraufhaftenden Lasten zu entledigen.

Zu seinem schon sehr bedeutenden Grundbesitze, welcherteils in Niederösterreich, teils in Oberösterreich und Schlesiengelegen war, erwarb Heinrich noch die Herrschaften Gföhl samtden einverleibten Waldämtern und Vösendorf 2 ), welche er teils

*) Matthaeus Merian 1, Topographia provinciarum austriacarum etc.(Frankfurt am Main, 1677), pag. 27.

-) Im Gültbuche des niederösterreichischen Landesarchivs findet sichüber Gföhl in der Einlage 92 O. M. folgendes eingetragen:

1629 September 25, Vesendorf.

(Extrakt aus dem Testament des Georg Henkel von Donnersmark.)

Zu meinen Universalerben setze ich meinen höchstvertrauten liebstenherrn Schwager und bruedern herrn Heinrichen Kielman von und zu Kielman-sekh auf Neudorf, röm. kais. Maj. Rat und gemeiner n.-ö. landschaft be-stellten einnember, mit der Verpflichtung, alle meine Gläubiger zu befriedigen.

1658 Februar 20, Wien,

ersucht Heinrich Herr von Kielmanseck, Frei- und Erbherr der HerrschaftGföhl, Herr auf Oderberg und Beutten, Neudorf, Vösendorf, Kielmanseck