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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
Seite
943
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vom heil. Röm. Mich.

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wolle/ hilff lieber GOtt/welcherseind würdeso keck seyn / Teutschland anzugreiffen und zuvcrunruhigen. Und wenn dieses grosse werckbey sriedeus-zelten zu kostbar undunnöthig er-achtet werden wolte/ wiewohl dieser staat vorglückselig zu achten/ der in friedens-Zeiten inkriegs-bereitschafft stehet; so könte man dierixluNion auf die helffte/auch endlich auf ein<zu27t einrichten / und damit die gräntzwestun-gen und paffe am Rhein / der Mose! und derMaase recht besetzen / die artillerie und Maga-zinen darinnen haben/ und mit dem anderncjusrt zu Hause bereit bleiben / also daß bei) ei-nem geschwinden Überfall/ welcher zwartbeysolcher real. Garantie der Reichs-iecurität kaumzu hoffen/ binnen kurtzer zeit eine armee vonIOQVOO mann gleichwol zur Operation employ.ren könte/ und da würden die kreyßausschrei-benden Fürsten und Obersten erst zur rechtenaNivität kommen / und auch innerlich friedeund recht gehandhabet werden können/ eswürde auch / weil doch grosse Herren ihre ab-kaires lieber mit dem degen und Pistolen alsdurch die feder ausmachen wollen/ein schwerdtdas anderein verscheiden halten/ und dasheilige Römische Reich Teutscher nation dasallermächtigste und glorwürdigste Reich seynund bleiben. Die particularia Überlässet manzu derer kriegs-und staats-ve:ständigern reifernvorsinnen und anrath; wiewohl noch viel Was-ser in dem Rhein verlausten wird/ ehe sich einVorschlag finden möchte/ welcher demKayftrund dem Reiche gleich angenehm und zur nach-folge belieblich seyn dürffte/ er werde auchnoch so wol ersonnen/und noch so gut gemeynet.Was bey der Bey der jüngsten kriegs - äsLlaratlOn Wi-lsten der den Rönig in Frankreich / den Heryo-krieA erklä. Sen von ^njou und deren anhänger habenru»g A. 170- Ihre Kayserl. Majestät dero gerechtesten eyfer^le abermahlige friedensbrüche demReichs - convent durch ihre höchstansehnlichecommißion zu vernehmen gegeben/und als nachgepflogener reisten cvnlultationin allen dreyenReichs-colleZü8 geschlossen worden/ob höchst-gedachten König und Hertzog samt dero alliir-ten und allen befehlhaberen/soldner und un-tcrthanen/ helffer und helffershelffer (darun-ter Chur-Bayern nahmentlich hernach ge-nennet) vor Reichs-feinde zu halten / und denkrieg gegen dieselben von Reichs wegen zu 6s-,.csrniren/zu äsclariren und insReich zu verkün-digen / also den der Röm. Kayserl. Majestätabgenöthigten krieg vor einen allgemeinenReichs-krieg zu achten / undJhrerMajestätmit rechtschaffener Zusammensetzung allerkraffte/ nachdem exempel etlicher fürnehmenChur-und Fürsten/ insonderheit der allocilr-ten kreyse des Reichs/ welche schon würcklichihre macht am obern Rheinstrohme vor derHaupt - vestung Landau/und unten am Rheinund der Maase dem feinde entgegen gestellet/und denselben mit gutem kuccels mit bestreitenhelffen / patriotisch zu allWren/ haben aufbeschehenes einrathen und ersuchen Ihre Kay-serlicbe Majestät die 6eclaration sothanenReichs - kriegs in dero erblanden und de-nen Reichs-kreysen publiciren lassen/ undvon Röm. Kayserlicher macht den KöniginFranckreich/und dessen enckel Hertzog von

jou, und deren alliirte und helffere vorund des Reichs feinde/und den krieg vor einenallgemeinenReichs-krieg erkläret / mit gesm-nen und befehl an alle Reichsstände mit allermacht zu concurriren/ sich solcher feinde mitnichten anzunehmen/noch ihnen beystand oderVorschub zu thun/noch unterkommen/ durch-zug/ Werbung oder anderen unterschleiffzuverstatten/ vielmehr aber abbruch zu thun/auf daß das Reich und dessen unterthanenconlsrviret/ die abgerissenen lande recuperiretund in vorigen stand denen Reichs- 5un6a-mental'satzungen gemäß in eccletiallicl5 öcpvliticis hergestettet/ die gerechte Kayserlicheintentione8 erreicht/ und die feinde zum ge-bührenden abtrag vor die grausamen schä-den und leistung künfftiger mehrern sicherheitangehalten/undendlich ein gemein-nützlicherreputirlicher friede erlanget werden möchte.Es sind auch in eben diesem manifest alle desKaysers und des Reichs in der obgedachtenfeinde civil - und militar - diensten befindliche/oder sonst sich daselbst aufhaltende lehn-leu-te und unterthanen von dar ab und insReichund die Kayserlichen erblande beruffen undavociret worden; ferner/daß auch weder neu-ti-alität/ corrsspon6en7, gewerb oder hand-lung Frantzöisch-oder Spanischer sowohlwollener als seidener/gold-und silberner/auchaller andern wahren und manufacturen/wieauch weinen/ branteweinen/ öl/ gewächseund sachen imme6iate oder meäiate ausFranckreich ins Reich gebracht/noch Wechselund cvntra-wechsel (bevorab da die cOnkor-mität mit Engel-und Holland zu erlangen)verstattet / viel weniger un - oder mittelbareverständniß mit denenselben/ noch auchFrantzöische oder AnjouischemimKn oder an-dere verdächtige Personen von dieser nationgedultet/sondern alle verboten und abgesch ff-ftt/die wahren als contraband geachtet wer-ben sollen.

Wiederum daß kein geträide/ pferde/pul-ver/ bley/schwefel/salpeter noch andere wah-ren von contrabando ausser Reichs irgendswohin / auch so gar in neutrale oder freundslandegeschicket und verführet/ohne/so viel dasletztere betrifft/ ausdrückliche erlaubmß.Daßkeine Frantzosen/ mann-oderweiblichenge-schlechts/ hoch und niederen/ geist-oder welt-lichen standes mehr in stifftern/ klöftern undcvllegiiz oder in diensten angenommen / unddiejenigen / so sich schon darinn befinden/un-ter gewisser strafe ab-und ausgeschaffetwerden / es wäre denn / soviel die geistlichenbetrifft / daß ihre or6inarii und luperioresvor derselben unsträffliche con6uite stehenwolten; und daß/ so viel die weltlichen schonlange jähre im Reiche feßhafften/ oder derreligio« halber entwichene und von einigenReichs-Ständen in schütz auffgenommeneFrantzosen anbelanget / dieselbe ihren herr-schafften mit unterthanen - pflichten würck-lich verwandt wären/ und sich im übri-gen Reichs-satzungs-mäßig verhielten.Zn-gleichen daß keinem Temschen erlaubt seynsolle in Franckreich zu reisen / und gleichwiedie auswärtigen Porentien/ oder auch Chur-,,Fürsten/ Fürsten und Stande des Reichs/

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