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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
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780
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Des Europäiscbtn Herolds erste Haupt-Handlung

Bayerischebann-sache.

Ken/vermöge der concoräarenmitdemPabsteüberreichte/ wurde darüber lerm. Der Kay-ser versuchte mit der Reichs. Stände hülffeund anrath die fache fest zu setzen / und berieffNungen. sie nach Regenspurg. Es hatten bißher dieKayfer macht/ nach ihrem belieben äisetas undlbiennes curi-,8 auszuschreiben/ wer von denStanden käme/ der käme und halffmit Wes-sen / daher offt von wenigen die wichtigstenStreit der- fachen verabhandelt wurden; wollen die ab-demÄser. wesenden nun nicht darzu stimmen/der Kayser' hergegen seine schlüffe und ylscita mit der machtunterstützen und exequiren/ griffen die Stän-de bald nach der suchte!; die Pabste und geist-liche / welche in trüben waffern die besten fischeKayser sor- fiengen / tiessen fichs Wohlgefallen. DieHäusel Kayser sorgten^denn auch vor ihre freunde/undmachten ihre Häuser mit denen Reichs-landengroß ; aus diesem tage sähe der Kayser we-gen weniger anzahl der erschienenen schonvorher / daß er nichts grosses tractiren könte/und weil er seiner gemahlin Adelheit vonVohburg gern loß gewesen wäre / fragteer die anwesenden Stände über dieeheschei-Kayser lS/- dung. Die Stande des Reichs fechten billigser vieStän, unter ihre freyheiten/ daß ste ihre Heyrathenner"ede»Hei? ohne einwilligung eines Kaysers einrichtendung urthei-mögen; allhier aber uberlässec das Ober-haupt die erkaumiß über seine ehe dererStande ihrem arlmrio.

Auf dem Reichs-tage zu Speyer wurdebald hernach der Bayerische streit rcsslumiret/aber wegen nicht-erscheinung der partheyen^ . . auf den tag nach Goßlar verschoben. All-Bayern hier wurde Hertzog Henrichen dem Löwen/»vohl aus. zu Sachsen / das Hertzogthum Bayern wiederzuerkannt/ und der bisherige besitzet durch zu-schlägung anderer Reichs - lehnschafften somäßig hin begütiget/und das MarggrafthumOesterreich zum besondern Hertzogthum erha-ben. Der Kayser hatte sein abschen/ diesenmächtigen Fürsten und jungen Helden HeryogHenrichen zu Sachsen und Bayern / bene-bens seinem vetter/ Nlolffen/ samt ihrentrouppen m Italien mit zunehmen/über wel-K ffnedttch! eher auf Apulien und Sickte» angesehenenleine expeältion die Stände nicht berathfraget wur-zitm/ich»' den; und übett der Kayser bey seiner wieder-kunfft in dem Reiche / bey einquarmung dermilj7 und andern 26 lummam rerum gehöri-gen fachen/ eine solche sreyheit/ als wenn erein sblolmet Monarch wäre. In ItalienHütte es wohl seine geweiste wege/ und solleneinem in dieses Königteich kommenden KayserStile civil - und militar-ckar^en vacant Undfrey stehen/ dieselben nach eigener will-kühr zu vergeben; gleichwie aller FürstenUnd Stände in Italien ihre Devotion darin-nen bestünde / daß sie vickuaücn / futter undmehl dem ^Kayserl. comitar zuführen sollen;zum Mayländischen kriege beschrieb der Kay-ser alle Reichsstande/geist - und weltliche/ohneUnterscheid / brauchte geftnnen und begehren/

rogantes öc prTciyientes, in dem kylo; ^>rots>

kitte aber / daß er wider seinen willen keinenin petson über den Hpetmmo zu ziehen nöthi-gen wölke. In fachen Ertzbischoff ArnoldsZu Mayny/ und pftlygrafHermannsbeyRhein bef-hdungen betreffende / ließ er den

Reichs-klscsl anruffen und erkennen/daß die CM« «n,

Fürsten/ Grafen und Herren-standes Personen N-^iwer'einen Hund von einer Gvafschafft in die na-heste andere öffentlich auf dem rücken/dievom adel und bürger - standes einen seffel / einbauer ein pfiug-rad tragen müssen.

Der Ertz-Bischoff wurde wegen seineshohen alters und geistlichen standes mit dieserart der Reichs - pön zwar in person verscho-net/ doch muste ein anderer den Hund vor ihntragen.

Welche strenge aämimttcation der juki?demKayser grosse suwrität und in allen landenschrecken gemacht. Er suchte die äixmtatem Kays. ^Imperii in Italien/ und gegen den Pabst zululttniren/ überlegte auch das werck mitetli-chen frommen Bischöffen / und erlangte sin-seitS der Alpen von vielen beyfall; Er seyte hvhm.in denen cliplomatibus seinen nahmen despabsts nahmen und ticul vor/und wurdeder ansang zu diesen, Kylo in der Reichs-Canylcy gemacht in einer den Bischoff vonRavenna belangenden conürmation; er schrie-be in circular-driefen an die Fürsten also:

U)eil er die Cron allein von GOtt demHErrn habe/so solte der vor einen lügnerund keyer gehalten und gestrafft wer-den/ welcher Kstmren wolre/ daß dasRayserrhum ein pabstlich lehn sey. Erwolte lieber das leben lassen/ als die Ho-heit des Reichs also beschimpftet wissen.Es muste der spruch des aposteis perrifeste stehen: Fürchte GOtt/ und ehreden Röntg zc. Und ist um diese zeit und beysolcher gelegenheit in den Cantzley- k^lum dasprse^icat l'acro . ianckum Imperium, oder das »vmmt7us

Heil. Rom. Reich eingeführet worden.

Auf detn Reichs - tage zu Müryburg A. Verbinw,1166 ließ der Kayser viertzig Bischöffe in^/K^Teutschland schweren / sie Alten ^lexanclrum Reich» «e,nicht vor einen Pabst erkennen; das patent/ AAi,welches gegen die dem Pabst anhangende m.Clerifty publiciret wurde/ war sehr scharst/und beschwuren solches eilffErtz-und Bischös-fe sub Kola über dem Heil. Evangelio; dieweltlichen Fürsten/ Sachsen und Bayern/Brandenburg/ pfalygrafen/ Landgra-fen/,c. über denen gebeinen der Heiligen.Dergleichen auch der Gesandte Röntg Hen-richs in Engelland' gechan : denn es warcommunis caui'a und allenPotentüten daran ge-legen/ daß die geheiligte Majestät nicht durchder Pabste eingriffe und uluryakonez so tiefherab gesetzet würde.Eine treffliche armee hatteder Kayser auch an der Hand/ konte aber mitdiesem allen den Haupt - zweck nicht erlangen/ Alandenund wurde von diesen Pabstiichen kriegen end' zweck nicht,lich ermüdet/auch aus reliZiülem eyfer zum zu-ge ins heilige land beredet/ folglich die Pabst-liche Monarchie zu bestreiten ctiverüret. Ei-nes von seinen großen Verrichtungen ist / daßer den großmachngen Hertzog Henriche» denlöwen wegen Ungehorsams und hasss/ wel-chen die Gibelliner wider die Welsen inTeutschlands und in Italien hartnäckig tru-gen / seiner großen lande und teuce beraubet/und kaum sein pammonial-land Lüneburgübrig gelassen/ wie anderswo vermeldet wor-den.

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