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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
Seite
307
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vom heil. Römischen Reich.

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In denen Chur-Pfaltzischen landen wurdezurzeit derrekormarion dieEoangelisch-Luthe-rische lehre anfangs unter Churfürst Ludwi-gen dem Friedfertigen mehr gedultet/ als öf-fentlich eingeführet/ ob wohl dieser Her: denersten religions-frieden A. iszi zu Nürnbergstifften halst. Auch fein Her: fohn ChurfürstFriedrich ll ließ es dabey/ daß/wer noch beyder Römisch-Catholifchen religion verbleidenwo!te/hatte dazu die freyheit/wiewohl er selbstdie Augfpurg'fche Conftßion annahm. SeinNachfolger Churf. Otto Henrich aber schafftedas Pabstthum ab / und trat auch zu demSchmalkaldifchen bunde. Churfürst Fne-rich lü wandte sich zur Schweitzerischen lehrevom heiligen Abendmahl / und ließ den refor-mirtcn Cattchismum/welcher hernach andernreformirtcn kirchen gleichsam zum l/mbaloworden/nach angestellten unterschiedlichen Lot-lo^uiis bey Hofe einführen/welche religion dochbey dem Kayser und übrigen Reichs-Ständenbeederseits Conftßisnen der Römischen undAugspurgischen verhaßt war/obwohl sonst derPabst die trennung der Protestanten gern sä-he. Sein Her: söhn und Nachfolger Pfaltzgr.Ludwig war dieser lehre gehaßig/ und schaff-te den Heidelbcrgischen Catechismum ab/unrer-schrieb hergegen mit Churfürst Augusto zuSachstn undChur-Brandenburg die ?ormu-Um (Dolicoräi?, Als er aber mit Hinterlassungeines unmündigen Chur-Printzens verstarb/griff der Vormund und /^mimlirarorder ChurPfaltzgras Johann Casimir wieder zur Refor-mitten partey/führete des Calvini lehre in diekirchen und schulen hin und wieder ein/ daß je-doch darnebenEvangclische und Cntholischereligions - verwandten bey dem öffentlichenund hergebrachten cxercirio ihrer Confeßionengelassen wurden/welches auch hernach Churf.Carl Ludwig durch erbauung der kirche zurheil. Eintracht / in der festung Friedrichs-burg/bezeugte/ daß er die drey religionen in einegute Harmonie zu bringen und alle Mißver-ständnisse unter ihnen aufzuheben begierigwäre. Wiewohl doch nicht zu leugnen / daß/danach dem lolkrume^ro pacjs^eNpksIicX dierelkumion aus den fuß 6e anno 1618 geschehensollen/die Evangelisch-Lutherischen dabey vielbedruck gelitten.

5 Seither als dieses Churfürstenthum undrungdakw ^.^de au das Hochfürstl.hauß zuPsattz-Neu-burg durch kuccechon gelanget/und zumahl dieFrantzöische bund-und ftiedens- brüchige Ver-heerungen dazu komm/haben die Resormirtenim elend herum wallenden geklagt/ daß ihnenverschiedene kirchen von der Römisch-Catho-lischenGeistlichkeit/unterm prserexr derFrantzöi-scheninvabonen/ eingezogen / auch sonst indemexei-cirio fcl!ßiolli5viel eingriffe gemachet/dar-ob die gantzliche Vertilgung der religion bevor-stünde/welches wider das Inlkrumenmm pacizund den A. 1685 den 12 (2 2)Maji;u Schwa-k'isch-Hall zwischen denen Churfürst!. Psältzi-st!)en und Hochfürstl. Neuburgischen MinistrisErste Hanpt-Handlmig»

aufgerichteten rec^l» lieffe / als in dessen 2, arr.Pfaltz - Neuburg sich ausdrücklich anheischiggemacht/daß steaufsbegebenden iüccellwris-fall die Evangelisch-Aeformicte und Ev-angeltfch-Luthcnsche religion in den: stän-de/ wie der Westphalische fricdens- schlußsrr. 4 l sieciaMer mir stch bringet und verord-net/in der Lhnr -pfaly lmd dazu gehöri-gen Fürstenthümern/landen und botnms-sigkelten gantzlich lassen/ d:e bedrenten/ un«terchancn und angehorige be^ solcher re-ltgton und ihrer gewlssens -freyheic schü-tzen/ alle Evangelisch - Aefornurte undEvangelisch - Lutherische Pfarrer undschuidwner m stadten und aust dem lande/dw zeit ihres lebens bey ihren bedienungenruhig lassen/ und der abgehenden stellenmit tüchtigen subhAj; von gedachter reli-gion jedesmal?! erseyen weiten; so mot-ten ste auch den zu Handhabung beider-seits religionen kirchen und schulen ange-ordneten Airchen-^ath/ nicht wenigevdie zu Unterhaltung der Pfarrer undschuldiener gewidmete geistliche kirchen-güter/gcfäüe und stiffrungen ungeandereund ruhig lass n und was dergleichen de-nen protcstlrenden zäun beste?? accordirteversprechungeil lnehr waren; wie dennChurf.Phiiipp Wilhelm zu deren dekrastigungund zu fortpstantzuug auffrichtiger eimrachtzwischen denen verschiedenen religions - ver-wandten bald nach antritt dero Churfl. regie-rung eine nachdrückliche Verordnung 6e clarc»Heydelberg den izOtt.i68s ausgehen ließen/dessen eKcSt die Pfaltzischen einwohncr mehrgewünschet als genossen haben. Jhro Churfl.Durch!, zu Brandenburg unterließen nicht/sich dero religions-verwandten mit vorschriff-ten anzunehmen/und A. 1694 unter andern mitanzuführen/wie die Evangelischen pmllances,so wider Franckreich en^^iret/ ihren der Rom.Cathol. religion zugethanen Alliirten überallgetreulich beigestanden / und zu keinem miß-trauen anlaß gegeben / vielmehr vor Chur-Trier und Chur-Cölln so wohl zum interesse unds^ranclissemenr des Hauses Oesterreich in Hun-garn und denen Spanischen Niederlanden vielgethan/und würde kein exempel zu slle^rmseyn/ daß die unter der Königl. Maj. in Engel-land/Chur-Brandenburg/und dem Staat ingrosser menge sich befindende Röm.Catholischeglaubensgenossen in ihrem exercirio relißiovi»wider die Verfassung verlande und oblervantzgekrancket worden; solte nun solches nicht er-kant/vielmehr das widerspiel practiciret wer-den/würde es schlechte con6cientz/wsl aber Nen-nungen und andere schädliche conkequemiengeben/ und würde Chur-Pfaltz die unglücklicheetkeSlen am meisten empfinden/ als,dero landeander spitze stünden/die aber durch gutes ver-nehmen unter den Alliirten mamremrer werdenwürden; die Evangelischen puissancez aber hät-ten anlaß dergleichen mSulxentz auffzuheden/ersuchten dahero Chur-Psaltz die Römisch-Ca-tholische Geistlichkeit in scbrancken zu halten/das InNr.jzacjz und Hallischen recelz pro Nor-M2 oblerviren und alles in vorigen stand setzenzulassen.

Jhro Churfürstl. Durchs zu Psaltz antwor-O. q 2 tele