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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
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51
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allgemeiner Vorberichk.

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66: Reiche)ickrei)ÄK-^ / Äll und

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den. Durch gleiche begebenheit und kunst-griffe haben sich die Francken Franckreichs/unddie Sachsen Engellands bemächtiget.stwtM es Warum aber die itzt-regierende Potentatenmit diaen der weit durch die Waffen ihre Reiche und län-WM;on' nicht mehr so geschwinde / mit gleicher forces-m und zu gleicher große / als die alten geihan / ver-mehren/oder sich bey den gemachten conquestennicht so beständig schützen können/scheinet daherzu rühren/dieweil die heutige art der waffen unddes krieges von der alten gantz unterschieden ist.Man findet/sonderlich in Europa/ kein Reich/keine Provintz / da nicht zum wenigsten dieHaupt -städte und paffe dermassen nach der sshochgestiegenen in^emeur-kunst und sortiKcatc»'.tia befestiget sind / daß sie auch mit wenigerMannschaft eine grosse armee aufhalten können/bevorab wenn die päße und anfahrten allent-halben wohl versehen; wiewohl es mit des Ge-nerals von Coehorn art von attaquen dahin ge-diehen/daß/ da eine so grosse menge der canonenund mörser auf einen ort stürmen / kein mensch-licher arm zu widerstehen machtig ist/ wie er sei-ne kunstander Carthauß zu Lüttich und der ve-stung Bonn erwiesen. Da hergegen die altendergleichen hinderniße nicht gesunden / sondernnachdem ein nach selbiger art haltbarer ort vonihnen erobert worden/ hat sich das gantze landeröffnet/und der feind fast nicht den geringstenauffenthalt mehr gesunden/ es wäre denn durchdie flüße/ ströme und wüsten Heyden geschehen/wie die geschichte vom grossen Alexander sol-ches berichten. Uber biß hat man itzt gantz an-dere waffenz denn nachdem die artillme-experi-üienta und künste der feurwercker so hoch gestie-gen/und die itzige kriege mehr durch feuer alsschwerdt geführet werden/so geschehen wenigerschlachten/und bestehet der beste vortheil in derkunstden feind listiglich umzutreiben/ und all-mählich zu schaden. Es hatten auch ferner diealte grossen Capitaine/ Alexander Julius (^rUnd andere mehrentheils schwächere und ankriegs-geschicklichkeit und Übung ihnen unglei-che feinde. Die Europäischen gewälte abersind einander an macht/ klugheit und geschick-lichkeit fast gleich/und ob schon eine schlacht ver-lohren wird/ist doch der unglückliche theilder-halben noch nicht hauptsächlich erlegt. Es er-fordert auch das gemeine Staats-interesse/daßjedePotentz dahin ihre sckiones und alliantzenoder auch die waffen einrichtet/damit die machtin Tguilibrio bleibe/drum kan Engel! - und'Hol-land nicht geschehen lassen/so weit es menschlichemacht hindern kan/ daß Franckreich und Spa-nien beysammen bleiben.

Mm die Die erhöhung der macht seines Reichs be-wacht zuer--fördert ein Regent innerlich durch.verstattungallerhand sreyheiten und Immunitäten / durchzulassung der fremden zu ehren und obrigkeitli-chen ämtern/ durch Übung der steyen künste undallerhand adelichen exerckien / durch culüvi-rung derkriegs-wissenschafften/ durch starckenHandel und schiffahrten in ferne lande/ durch in-nerliche einkracht / UNd daNN durch gUtt corre-

ijzonäsntz und Verbindung mit anderen hohengewälten.

Allzu grosse Allein es ist einem großen Herrn nicht al-LÄsN^lezeit vorwäglich/ ein gar zu weit umfangenesPölich. mächtiges Reich zu haben. Denn überErste Haupt-Handlung.

dieses / daß gmmuch/ und muth übermuthmachet/ auffhoffart aber und Verachtung sei-ner feinde/ und bey einer aüzugroffen sicher-heit der gewisse Untergang folget/ wie aus demexempel des stoltzen zu sehen/ der den an-noch jungen con^ueranten und General Ale-xandern mit der ruthen/ als einen knaben / zustraffen drohete / von ihme aber endlich desReichs entsetzet wurde. Auch ein allzuglück-licher und mächtiger Staat vielem neid undMißgunst unterworffen ist; und dadurch auchdenen / die sonst nicht eben so wohl mit einan-der stallen können/ zu verbündnissen anlaggiebt: gestaltsam denn wider die MonarchieSpanien in vorigen zeiten so viel heimlicheund offenbare ligen und Zusammensetzungenaus keiner andern gelegenheit und zu keinemandern zwecke veranlasset worden / als daßsie gleichsam von ihrem sMmo herab undzum abnehmen gebracht wurde. Von denitzigen conjunKuren ist kurtz vorher etwas be-richtet/ und zeiget der theilungs - tractat/ daßEngel-und Holland/ wie auch andere wachsa-me Potentzien die Spanische Monarchie we-der dem Kayser noch Könige in Franckreichgäntzlich zukommen lassen wollen/denn es wür-de K. Leopold oder das Ertzhauß Oesterreichmächtiger als Kayser Carl v. Es ist auchdie frage/ obs rathsam wäre ? denn es liegengewißlich die allzugroffen Reiche unter ihrereigenen last kranck darnieder/und konte Kayf.Maj. gnug haben ders c^ueten in Hungarnmit der Sau und Temos zu termimrem Es istunmöglich/ daß ein Regent / der nur auffein-mahl an einem orte seyn kan/ iolte er gleich nochso wohldedienet / und mit den trefflichstenkd-nittriz und Generalen versehen seyn/ so vielerunterschiedenen und weit von einander gele-genen Nationen und völcker Wohlfahrt undersprießen könne beobachten/ zu geschweige«/wie dieser zweck nicht erreichet werden könne/wann die ^mittn ehr-und geldgeitzig/und durchVerleitung dieser schädlichen reitzung untreusind. Wovon Neapolis und Meyland biß-hero unter der vorigen Spanischen Könige re-gierung zeugen können. Die berichte/ so andie höchste Obrigkeit von den weitentseffenenbefehlhabern ergehen/kommen langsam ein/ehe der Hescheld darauff erfolget/ gehet die ge-legenheit was gutes zu thun vorbey/ ändertsich auch wohl der zustand der fachen gantz undgar. Kayser Augustus hinterließ seinem nach-fahrer Tiberio diesen reifflich erwogenenschrifftlichen anrath/ er solte des RömischenReichs gräntzen enger einziehen: inmassen denndieser auch sehr klüglich gethan.

Fürwahr ein mittelmäßig wohlbestelltesReich hat auch wohl eher dem grösten nichtsnachgegeben. Und ist von klugen leuten derCron Franckreich fertige und wohleingerich-tete gewalr auch schon vor langen jähren vorwichtiger als die Spanische macht gehaltenworden.

Wie aber in der welt der Unbeständigkeitalles untergeben ist/ und sict) auch der bestbe-stellte Staat wider die Veränderungen nichtversichern kan; also geschiehet es gemeiniglich/daß wann derselbe zu einem so hohen grad ge-diehen/ daß er weiter nicht steigen kan/ er noch-G 2 wendig