EINLEITUNG.
A. Die Immatrikulationen.
I. Die Handschriften der Rectormatrikcl nnd ihre Ausstattung. Die Namen derStudirenden, die vom Wintersemester 1559 bis zum Sommersemester 1634 bei der Universität zuLeipzig innnatrikulirt worden sind, finden sich eingetragen in die Matrikelbände B6, B7 und B8,die in je zwei Exemplaren im Archiv der Universität bewahrt werden.
1. Die Handschriften B 6. Die beiden ersten Bände führen bis zum Wintersemester 1600einschließlich. Der eine mit der neuen Aufschrift B 6 Sommersemester 1537 —Wintersemester 1600ist von mir mit B', der andere mit der Aufschrift B 6 1537—1601 mitB" bezeichnet worden. BeideHandschriften habe ich in der Einleitung zur Ausgabe der älteren Matrikel S. XXI ff. ausführlichbeschrieben. Auf eine Wiederholung des dort Gesagten kann daher hier verzichtet werden.
Die Ausstattung der Ueberschriften der Eintragung ist zumeist eine reiche. Sie werdenüberwiegend in stattlicher Antiqua Kapitale gegeben, wobei neben der schwarzen Farbe auch rotli undblau, häufig auch gold in verschwenderischer Fülle Anwendung gefunden hat. Prächtige, kunstvolleInitialen, fein ausgeführte Wappen wechseln jedoch ab mit sehr einfachen, ja nachlässigen Eintragungen.Bald werden die Namen in einer, bald in zwei Colunmen verzeichnet. Bald schreibt der Rector selbstdie Namen ein, bald überläßt er diese Aufgabe einem Schreiber. Diese außerordentliche Verschieden-heit zwingt uns der Ausstattung der einzelnen Eintragungen, die für die Sinnesart des Rectorsbezeichnend ist und auch von dem Geschmack der Zeit Zeugniß ablegt, zu gedenken.
Die Eintragung des Petrus Helborn im W. 1559 zeigt in B' eine einfache Initiale A mitstilisirtem Blatt- und Rankenwerk. In der Initiale steht der Apostel Petrus, in der rechten Handeinen Schlüssel, in der linken Hand ein geschlossenes Buch haltend. Die Ueberschrift des Semestersin Antiqua Kapitale, Name des Rectors und Angabe des Jahres rotli, die Eintragungen in zwei Spalten,die Ueberschriften der Nationen in rother Antiqua Kapitale. Für jede Nation wird die Zahl derEintragungen gegeben wie auch für die Gesammtheit. Die Inscriptionsgebühren sind zwischen dreiLinien eingetragen. Das Ganze von der Hand eines Schreibers.
In B" einfache Initiale A mit graublauem Blattwerk auf grün und gelb gestreiftem Grund.Das Innere des A rotli, überdeckt mit gelbem Muster. Daneben roh ausgeführtes Bildwerk, derheilige Petrus, in der Rechten ein offenes Buch, in der Linken einen langen, auf die linke Schulteraufgelegten Schlüssel haltend. Die Ueberschrift in Antiqua Kapitale, Name des Rectors in blauerSchrift, die Nationsüberschriften in verschiedenen Farben, Meißner carmoisin, Sachsen gelb, Polengraublau, Bayern rotli, die Angabe der Gesammtzahl in rother Schrift. Im übrigen gleich. Die Ein-tragung von derselben Hand wie in B'.
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