51
Als menfchenfreunölicben 3 ug, öer auch von anöern 3 eugen betätigt würbe, erwähntePeter Baller, öafe Beinrich Rahn Öen Bans Schön von Buchs Öen Ausgiehenöen nachgefchid^thabe, um einen Scbärer (?elöfchär, Chü'urg) gurüd^uholen, weil man ihn für öie vielen Ver=wunöeten, fo noch im Schlöffe lagen, nötig habe; öer Sd)ärer fei leiöer nicht mehr 3U erreichengewefen. Bans Schön fügte noch bin3U, öafe Rahn fich in begug auf öie Abmarfdjierenöengeäußert habe: „So geb Gott ihnen Glück“.
Beini Gering von Stäfa fagte auch 3ugunften Rahns aus unö ergählte, öafe öie Bauptleuteöie Sortfcfeaffung öer [knechte fehr ungern fahen, öeswegen öem Ber3og Vorftellungen machtenunö ihn öringenö baten, öiefelben im Schloß 311 laffen. Der Ber3og habe erklärt, es fei öiesunmöglich unö habe 3wei öer Bauptleute beauftragt, öie „Spifekammer“ (Öen Proviantvorrat)311 befichtigen; öa habe es fid) ge3eigt, öafe für öie notwenöige Befafeung nicht einmal fürfechs (Donate*) Proviant vorhanöen gewefen fei. Daraufhin feien öie Bauptleute, wiewol ungern,rätig geworben, öafe weidjen tnüffe, wer nicht ins Schloß gehöre, nunmehr liefe öer ßer3og„aufblafen“ unö öer Obrijthauptmann „umfchlahen“ unö Öen Befehl 3unr Ausgug verkiinöen.Beini Ran habe gefprochen: „es müffe Gotts Cid) erbarmen“, öafe wir Giögenoffen einanöeralfo müffen hinwegfchicken; wir wiffen nicht, wie es ihnen ergeht unö fie wiffen nicht, wie esuns ergehen wirb.
Von anöern 3 eugen werben freilich gan3 anöere Ausfagen gemacht. So melöet öer obengenannte Joöer von öer Chorherrenftuben, er fei nach öer Schlacht ins Schlofe gekommen,als eben ßeinricb Rahn heraustrat unö 3ur Ikirche gehen wollte. Da ftanö ein kranker Bnedjtam Weg, Öen reöete Rahn an, „wohin er wolle?“ Diefer erwiöerte, er möchte ins Schlofe.Darauf fuhr ihn Rahn an, er (olle in Öen Spital gehen, öa gehören öie Franken hm, abernicht ins Schlofe. Unö wenn er nicht freiwillig gehe, werbe man ihn „ufehinwerfen“. Dannnrufeten alle ausgiefeen, auch Bauptmann Sd)miöl)ans mit feinen freien Iknecfeten, öie bannunweit (Dailanö angegriffen unö erftocben würben. Unö Rahn habe fich geftellt, wie wenn eröer Betrog unö oberfter Bauptmann in einer Perfon wäre. ,
Wilhelm Ackermann, öer Bafner von Stein, jefet 311 Winterthur, weife 3U berichten, öafeöie lkned)te, welche von öem Ausweifungsbefehl betroffen waren, fehr ungufrieöen gewefenfeien unö bas befürchtet hätten, was ihnen hernach 3uftiefe. So habe ficb befonöers öerbünönerifche Bauptmann Scbmiöhans beklagt, öafe er mit feinen fkned)ten auch aus öem Schlofemüffe, trofeöem öer Betrog ihn 3U einem freien Bauptmann angenommen hatte. Gr habe fid)befchwert, aber öer Betrog habe ihm gefagt, er fei im Schlöffe nicht mehr (Deifter. „Wohlan,liebe Giögenoffen“, habe öer Bauptmann ausgerufen, „wenn uns etwas begegnet, fo habenwir öas Beini Rahn 311 veröanken“.
Beinrich Scherer von Regensberg öeponiert: Gr, einer aus öer Graffchaft Ikyburg unöein Cu3erner feien in öer Schlacht gefangen genommen worben; öod) habe ihnen „öerfelbigßerr“ in öer Dacht einen Skthvmann gugegeben, öer mit ihnen nach (Dailanö ging. Da fragtenfie Beinrich Rahn nach unö klagten ihm, wie fie arm, ohne Ikleiöer unö Gelb wären unöfchon lange nichts mehr gegeffen hätten. Sie baten ihn um Bülfe unö um ein Darleihen.Rahn fagte, er habe felber kein Gelb, wiffe auch keines 311 finöen unö könne ihnen weöerraten noch helfen. Dun erfuchten fie Rahn, er möchte mit ihnen 311m ßer3og gehen unö ihnenetwas Gelbes verfchaffen; öa reöete öer Bauptmann, er habe beim Bergog nichts 311 tun, fiefollen felber hingehen. Das haben fie getan unö auf ihre Vorftellungen hin habe ihnen öerßer3og Gelb gegeben. Dun gelangten fie wieöer an Rahn mit öer Bitte, fie als (knechte ein»3ufd)reiben unö befonöers öer 3 euge habe Rahn einöringlichft um Bülfe angefprochen. Rahnantwortete, er könne fie nicht annehmen, habe er bod) fchon 37 gute reöliche Iknecfete wieöer ausöem Roöel ftreichen müffen. Gs müffen nun 300 [knechte aus öem Schlofe, öenen follen fie
*) ßier liegt wobl ein Schreibfehler im Protokoll vor; öenn wenn für volle fecbs fDonate CDunövorrat öagewefen wäre, hätte man öie Rned)te öocb gewij) nicht ausftojjen müffen.