Druckschrift 
Geschichte von Arenberg, Salm und Leyen : 1789 - 1815
Entstehung
Seite
354
Einzelbild herunterladen
 

F54

Die Kohlengruben zu St. Ingbert.

noch viel mehr verkaufen, mit den Waldungen wollte es nicht gehen,und wenn sich Käufer meldeten, so wollten sie nichts bezahlen. Mitden Kohlengruben zu St. Ingbert ergaben sich Schwierigkeiten. GrafPhilipp hatte nach Aufhebung des Sequesters vom französischen Finanz-minister Gaudin die Einweisung in das St. Jngberter Kohlenberg-werk nachgesucht, und diese sollte auf Verfügung des Saarpräfektenvom 10. März 1805 (20. VentSse XIII.) erfolgen 1; damit hörte dieVerwaltung der Gruben durch die französische Domäne auf. Hier-gegen reklamierten aber alsbald der Ingenieur sn ellok und derMinenrat, gestützt auf das Minengesetz vom 28. Juli 1791. DerMinister des Inneren stimmte ihnen bei und Napoleon erklärte, indemer die Verfügung vom 20. VentSse annullierte, am 30. Thermidor(17. August 1805) 2, die Kohlengrube sei in den Gütern nicht inbe-griffen, in deren Besitz und Genuß der Graf von der Lehen durchdie Verfügung vom 21. Floröal XII. (s. S. 349) wieder eingesetztworden sei. Die St. Jngberter Grube wurde nicht mit Frankreichvereinigt, nicht eingezogen, sollte aber wie jedes Privatbergwerk erstdurch den Staat konzessioniert werden. Trotz aller BemühungenPhilipps wurde ihm die Konzession nie zuteil.

Seine Gläubiger ließen Philipp keine Ruhe. Der kölnische Hof-faktor Baruch und andere Frankfurter wollten nicht länger vertröstetWerden, Baruch ließ seine Kapitalien von 30 000 und 12 000 Guldenim März 1805 auf die Güter des Grafen im Mainzer Arrondissementeinschreiben. Bei der Krönung Napoleons durch den Papst, der GrasPhilipp und Bouqueton anwohnten, hatte der Graf letzterem ver-sprochen, er solle vor allen anderen Gläubigern bedacht werden; Bou-queton mahnte immer wieder an des Grafen Wort, er sei der ersteseiner Gläubiger. Der Graf schickte endlich Bouqueton, den wieder einGläubiger Pcupion in Metz besonders bedrängte, im Mai 1806 einenWechselbrief von 4000 Gulden auf das Bankhaus Bethmann in Frank-furt s. Damit war zwar die Sache noch nicht erledigt, doch hören wirvon Bouqueton seit Mai 1807 aus den Akten nichts mehr.

^ Brixius an Schmidt, Frankfurt, 16. März 1805. (O., e.) Cordier anBrixius, 17. März 1805. (Kt. Nr. 5437. H.W.)

- ?. XV. Nr. 2. (H.W.)

Brixius an Bouqueton, Ahrenfels, 13. Mai 1806 (K.), Bouqueton anPhilipp, Metz, 23. Mai 1806. (O., e.)