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Geschichte von Arenberg, Salm und Leyen : 1789 - 1815
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31k Schritte der leyenschen Vertreter.

Von Steigentesch und dem Vertreter der fränkischen Grafenbank vonWollender zu besprechen; Cordier verfaßte dann ein Promemoria anden Reichstag. Marianne aber sollte sich direkt an Franz II. wenden.Das Dilemma aller der zahlreichen Hilfesuchenden in Rastatt istin einem Briefe von Brixius an Cordier klassisch geschildert st niemandwußte etwas, jeder bettelte und erriet aufs Geratewohl; selbst die Reichs-deputation wußte nichts. Rosenstiel (s. S. 173) von der französischenGesandtschaft wunderte sich über den hohen Betrag an Renten, dendas Mömoire angab, und antwortete ans Brixius' Erklärung desSachverhalts, die Republik sei so arm wie sein Graf; dieser solle sichdoch an Franz und Friedrich Wilhelm wenden, die Frankreich denKrieg erklärt hätten; dann schimpfte er auf die Reichsstände in Elsaßund Schwaben 2. Der Aufenthalt in Rastatt war sehr kostspielig, dievon Seybert und Brixius mitgenommenen 1100 Gulden mußten baldzur Neige gehen. Dabei standen daheim alle Zahlungen still, mankonnte Mariannen nicht einmal ihr Quartal zahlen. Der in Rastatteingetroffene Geheimrat Freiherr von Hertwich (s. S. 208) versprach auch,sich für den Grafen zu interessieren, der am 7. Februar 1798 ineinem Promemoria ^ ans Wiesentheid dem Reichstage seine Darlegungvon 1795 mit Zusätzen vorlegte. Jetzt belief sich sein Schaden auf2 653 698 Gulden 44 Kreuzer ohne die Verluste seiner Dienerschaft,Geistlichen und Untertanen. Am Schlüsse betonte das Promemoriadie unerschütterliche Anhänglichkeit der drei geistlichen Kurfürsten desLeyenschen Geschlechts an Kaiser und Neichsverfassung, den Patrio-tismus aller Vorfahren, Philipps strenge Erfüllung seiner Pflichtenals Neichsstand und erklärteden geringsten Zweifel hieran für einin seinen Augen unverzeihliches Verbrechen". Zwar gelangte dasPromemoria am 21. Februar durch Kurmainz zur Diktatur, doch fandes bei der Reichsfriedensdeputation ^ keine Empfehlung. Der Hof-agent Simon Baruch in Frankfurt wurde mit Borgen immer zurück-haltender, erst wollte er etwas über die Aussichten des Grafen wissen,dann gab er viel zu wenig Das Direktorium verfügte jetzt alle

' Rastatt, 26. Januar 1798. (O. H.W.)

^ Brixius an Marianne, Rastatt, 29. Januar 1793. (O., e.)

- Gedruckt, e. ^ ». 8. Nr. 62°. G.St.B.

Brixius an Cordier, 18. und 27. Februar 1798 u. ö. (O. Nr. 5480. H.W.)

° Brixius an Cordier, Rastatt, 3. März 1798. (O-, e.)