Ende Amalie Zephyrincns.
Amalie Zephyrine hatte lange, fern von ihrem Gemahle, in Frank-reich gelebt, wo die geistreiche und schöne Frau wie wenige auch amköniglichen Hofe verehrt wurde. Dann siedelte sie nach dem Landeihres Gemahls über und lebte im Sommer in Jnzigkofen, im Winterin Sigmaringen Sie unterhielt mit den Ihren in Frankreich undDeutschland einen regen Briefwechsel. Der Marquis de Sömonvilleblieb mit ihr in herzlicher Korrespondenz; so schreibt er ihr, als sienach Contrexeville ins Bad wolltet „Sie werden wieder in Frank-reich, in dem Lande sein, welches soviel Reiz für Sie gehabt undwo Sie soviel Erinnerungen hinterließen. Ich weiß, nach tausend-fachen Widerwärtigkeiten erwartete Sie das Glück oder wenigstens dieRuhe in Germanien; wenn Sie aber auch hundert Jahre lang täglichzehn Pfeifen rauchen würden, so könnte ich Sie doch nie für eineDeutsche halten." In wie innigem Verkehre sie mit ihrem Sohne,dem Fürsten Karl Anton, stand, zeigen zahlreiche Briefe aus denJahren 1826 bis 1841 Mit Napoleons Familie blieb sie in regenBeziehungen. Ihr ältester Sohn, Fürst Karl Anton, hatte eine NichteJoachim Murats, des Königs von Neapel, geheiratet, was die Ver-bindung mit dem Muratschen Hause befestigte Der dritte Sohndes Exkönigs Ludwig Napoleon von Holland, der spätere KaiserNapoleon III., schrieb wiederholt an Amalie; besonders interessant istsein Brief aus Newyork vom 1. Mai 1837 2 nach dem StraßburgerPutsch: „Ich habe mit Vergnügen vernommen, daß die ausländischenMinister für mich günstig gestimmt gewesen sind; sie werden begriffenhaben, daß ich bei der Erhebung des Adlers des Kaiserreichs einEmblem der Ordnung und nicht der Unordnung erhob, ein Symbolder Freiheit für Frankreich und der Sicherheit für die Könige. Dieseexakte Auslegung meines Unternehmens läßt mich hoffen, daß mirDeutschland nicht verschlossen sein werde." Als seine Mutter, die
^ In Jnzigkofen erinnert heute noch der Amalie-Zephyrinen-Fels an sie. IhrBriefwechsel mit dem Herzoge de La Tremo'ille, ihrem Neffen, mit der Fürstin Elisabethzu Fürstenberg u. a. (H.S.)
- Paris, 21. Januar 1827. (O. H.S.)
° O. H.S.
< Briefe Joachims und Karoline Napoleons an Amalie, 24. November 1808,17. Januar 1810 und 10. Mai 1810, 19. Januar 1812 usw. O., c.
° O., e.