Druckschrift 
Geschichte von Arenberg, Salm und Leyen : 1789 - 1815
Entstehung
Seite
256
Einzelbild herunterladen
 

25«

Nosalie.

1823 aber wurde ihm in Paris ein Sohn geboren, Friedrich ErnstJoseph August, der spätere Fürst Friedrich V. Ernst, sein einzigesKind. Das Paar lebte in Frankreich sehr zurückgezogen, verkaufteaus Sparsamkeit seine Wagen und beschränkte die Dienerschaft aufdie Hälfte Beide gingen stets zu Fuß, und bei ihren Einkäufennannte sich Ereile Nosalie, um nicht übervorteilt zu werden, nacheiner Freundin Madame Douville. . . . Man lobte die große Har-monie im Hause und vor allem die Fürstin. Diese, welche vonBayern die Würde einer Stiftsdame des königlichen St. Annenstiftserhalten hatte, wollte schon 1818 und 1819 Ludwig XVIII. vorgestelltwerden, doch stieß dies ans Hindernisse, 1826 erneuerte sie ihr An-suchen alsUntertanin des Königs von Preußen" bei Karl X. 2. Auchdiesmal dürfte ihr Wunsch Klippen begegnet sein, denn S^monvilleschrieb an die Fürstin Hohenzollern ^:Was haben Sie nicht ver-ziehen, Sie, die göttliche Nachsicht, die zur Erde herniederstieg? Ver-folgung, Beschimpfungen, Undank, Treulosigkeit; es gibt nichts, wasIhr hochsinniges Herz nicht vergessen und manchmal durch neue Wohl-taten anerkannt hätte. Die öffentliche Meinung aber verurteilt, sieverzeiht nicht. Sie hat den Fürsten Friedrich als einen verführtenLeichtfuß verurteilt. Sie haben seine Frau zum Range Ihrer Nichteerhoben. Nie wird sie in Wahrheit Fürstin zu Salm sein. DerRuhm allein kann legitimieren und legitimiert tatsächlich diese Art vonAllianzen; fehlt er aber, so verliert die Sklaverei, welchen Namen sieauch annehme, den edlen Charakter, den die Gesellschaft ihr bei Per-sonen Ihres Ranges einräumt. . . . Bei seinen Projekten, sich nachDeutschland zurückzuziehen, scheint es mir, müsse er seiner Frau eine

' Vertrauliche Mitteilung des Pariser Polizei-Generaldirektors Franchet Despereyan den Minister des Äußeren, Paris, 23. März 1826, und Bericht vom 6. März 1826.(Oadinst 14239. XX.)

^ Vertraulicher Brief des Barons Damas, Ministers des Äußeren, an denGeneraldirektor der Polizei, Paris, 7. Februar 1826, und Bericht des Präsekten derGironde au den Minister des Inneren, Bordeaux. 10. März 1826. (O., e.)

° Paris, 9. Februar 1826. sO. Rubrik S3. XXI. 4, 4. H.S.) Am3. Juli 1823 schrieb ihr Scmonville sO., e.):Glauben Sie, daß in der edlenEinsamkeit von Versailles, die Sie im Glänze von Jugend und Schönheit sah, dieErinnerungen au diejenige nicht von allen Seiten auf mich einstürmten, die Sie heuteAmalie nennen und die wir einst Zephyrine nannten? Welchen Namen sie auchadoptiere, meine Gefühle werden sich nicht ändern."