Konstantin. Friedrich. 227
reichte wie Bilderbeck Mmoires ein ^ Bassano wich aus und Noölreiste nach Anholt ab, um Konstantin zum Besuche Napoleons inBrüssel zu veranlassen. Zwackh warnte Friedrich 2, den Kaiser durchUngehorsam zu reizen und seine finanzielle Notlage dadurch noch zuverschlimmern) die Gläubiger machten ihm ja genug zu schaffen, auchseine Tanten erhoben Forderungen an das Allodialvermögen) mitstrengster Ökonomie, von der Friedrich nichts verstand, ließen sichseine Jahreseinkünfte für 1812 vielleicht auf 18 000 Gulden schrauben,denen 16 202 Gulden Schulden in seiner Bocholter Kasse gegenüber-standen^) durch Einschränkung der Pensions- und Präbendenzahlung,durch Verzicht Zwackhs auf die Hälfte seiner 1300 Gulden betragen-den Gage und andere Auskuuftsmittel blieben Friedrich schließlich für1812 fast 8000 Gulden.
Konstantin bestürmte Napoleon als „ergebenster und gehorsamsterDiener und treuer Untertan" um Entschädigung. „Wir sind", schrieber ihm ch „am Vorabend unseres Ruins, wenn Eure Majestät nicht ge-ruhen, einige Ihrer kostbaren Augenblicke unserer Angelegenheit zu opfern.Außerdem daß mein Haus des größten Teils seiner Einkünfte seit Be-ginn des laufenden Jahres beraubt ist, sieht es sich auch noch durchGläubiger bestürmt, welche Mißtrauen, durch das politische Ereignis er-zeugt, antreibt, die Rückzahlung ihrer Kapitalien zu fordern." Und demHerzog von Bassano schrieb er „Ich übertreibe nicht das Elend unsererLage, wenn ich versichere, daß der Mangel an Kredit und das allgemeineMißtrauen, wovon mein Haus erdrückt wird, ihm seine Existenz viel pein-licher macht, als sie während des unheilvollen Revolutionskrieges war."
Noöls Abreise nach Anholt (s. 0.) bot der kaiserlichen RegierungAnlaß, die Entschädiguugsregelung mit den salmischen Exsouveränenneuerdings hinauszuziehen, Bilderbeck erhielt keinen Centime und mußtedie teuren Reisen nach Fontainebleau immer selbst bezahlen") dannzog Friedrich ins Haus Bilderbecks, der dem Herzog von Bassano
- z. B. 16. Juni, 12., 16. und 18. Juli, 9. August 1811. (O. 1. S9. tl.E.)
- Wetzlar, 6. Oktober 1811. (O. S.K.)
2 Bericht der Finanzkammer in Bocholt.
4 Anholt, 4. November 1811. (O. N. 59. L..D.)
° Auholt, 15. November 1811. (O., e.)
° Friedrich versprach ihm am 15. November 1811 monatlich 500 Frank fürdie Dauer der Entschädigungsverhandlung. (K. S.K.)
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