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Friedrich vor dem Blutgerichte.
keiten bereiten Amalie, die ihre Dienerschaft entlassen hatte, batden „Bürger Präsidenten des Nevolutionsausschusses der Sektion LaFontaine de Grenelle" am 28. Juni 1794 2, sie in dasselbe Gefäng-nis mit ihrem Bruder bringen zu lassen, und hob hervor, sie könne denWächter, den sie seit sechs Monaten habe, nicht bezahlen und sei ohneSubsistcnzmittel. Der Ausschuß saudte den Brief der „BürgerinSalm" am 15. Messidor II. (3. Juli) dem Sicherheitsausschusse 2.
Friedrichs Bruder Moritz bat ^ am 14. Juni aus NeuwiedKaiser Franz II., ihm als nächstem Agnaten während Friedrichs Ge-fangenschaft die Jnterimsverwaltung der Kyrburger Lande zu über-tragen, und wies darauf hin, wie gut es wäre, Friedrichs Sohn nachSigmaringen oder zu ihm zu bringen; auch verpflichtete er sich zugewissen Regierungsmaßregeln °.
In der handschriftlichen Biographie Friedrichs ^ schildert ihnAmalie in seinen letzten Zeiten als Wohltäter der Armen, nur bedacht,Segen zu spenden; indem er aber den Leidensgefährten im KerkerGeld gab, erweckte er den Verdacht der Bestechung, ein Diener wurdezum Verräter, man griff zum Gespenst einer Verschwörung bei denCarmes, und laut Beschluß des Wohlfahrtsausschusses vom 2. Ther-midor II. (19. Juli) wurden 54 Gefangene am Nachmittage des4. Thermidor (21. Juli 1794) von den Carmes nach der Concier-gerie übergeführt si unter ihnen der Bürger Salm. Die von AntonieFouquier-Tinville, dem blutigen öffentlichen Ankläger, verfaßte An-klageakte 6 nannte ihn „Salin, auswärtiger deutscher Fürst, der unterder Maske des Patriotismus nichts anderes ist als der versteckteAgent der deutschen Koalition gegen Frankreich". Am 22. Juliführte man Friedrich und seine Leidensgefährten vor das Revolutions-
' Dies ergibt ein Brief ihrer Freundin Henriette de St. Amand aus Stutt-gart, 3l. Mai 1794, an Zwackh. (O. Z.A.)
2 10. Messidor II. O., unterzeichnet „Amelie Salm"; mit nicht fürstlichemSiegel. Leotion aäminislralivs. 1,'ots ?. 7. 477512.
° O.. e. ' Kt. Z A.
° Neuwied, 25. Juni 1794. O. Z.A.
° O. S.K.
' Sorel, s. 0.
6 Unterzeichnet von Dumas, Cosfiuhal, Harny und Maire. O. Am
13. Messidor III. (30. Juni 1795) wurde die Genauigkeit der Akte in Paris offiziellbeglaubigt. (K. S.K.)