Fürst Konstantin.
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Verlust des Eigentums sicherer Unterpfänder ohne Barmherzigkeit20 000 Frank zahlen... Seine Verlegenheit ist äußerst groß, an Geldvon hier ist nicht zu denken . . dabei keine Anstalten zum Sparen,da man das etwa noch vorrätige Geld in fremde Mägen wirft. Seit14 Tagen allein habe ich über 15 000 Frank für bloße Pracht aus-gegeben und Serenissimus hat aus der Schatulle 60 000 Frank wieSpreu verjagt" Mit dem ersehnten Tode Josephs II. hoffte Fried-rich auf Erfolg seiner Händel und Prozesse bei dem Reichsvikariate,auch gegen seinen verhaßten Bruder Moritz; dabei sah er „seine ge-samten Verpflichtungen gegen das Reichshaupt als gebrochen" an Ersammelte aber auch alle Belege s, um von der Pariser National-versammlung Entschädigung seiner „durch die französische Kriegsfurie"erlittenen Verluste zu fordern.
Mit großer Schnelligkeit verbreiteten sich die Grundsätze derRevolution über das von Frankreich so mächtig beeinflußte FürstentumSalm-Salm; bald redete man von Freiheit und Volksrecht, klagteüber Druck und verweigerte die Abgaben. Nachdem in der tollenNacht vom 4. August 1789 alle aus der Leibeigenschaft herrührendenRechte und alle Feudallasten abgeschafft worden, trotzte man Gesetzund Obrigkeit, forderte neue Einrichtungen und beging ohne ScheuWald-, Jagd- und Zollfrevel. Fürst Konstantin hatte ein Warnungs-patent des oberrheinischen Kreises vom 9. November 1789 gegenStörer der öffentlichen Ruhe seinem Oberamte in Senoncs zur Pu-blikation gesandt, doch wagte kein Beamter es anzuschlagen Frank-reich verweigerte Konstantin den Zoll auf der Plaine und den Land-zoll in seinem Staate; trotz aller Traktate büßte er Feudal- undHerrenrechte ein. Im März 1790 zwang eine Revolte in Senonesden verhaßten Geheimrat Peter Franz Noöl ^ zur Flucht uach Wetzlar;
^ Lehner an Welling, Paris 15. und 19. Januar 1790. (O., c.)
° Friedrich an Welling, Paris, 16. März 1790. (O., e.)
2 Lchncr an Welling, Paris, 25. Januar 1790. (O., e.)
' R.Mn.
Geboren zu Mainz 24. September 1736, früher kaiserlicher Hofrat, Hofpfalz-graf und Kammergerichtsprokurator in Wetzlar, wo er Übungen zur Einführung inden verwickelten Reichsprozcß hielt (W. Herbst, Goethe in Wetzlar. Gotha 1881).Er war einige Zeit Professor deZ deutschen Staatsrechts in Trier. In salin-salm-schen Diensten wurde er Geheimrat und Kanzler. Am 27. Juni 1806 wurde er vomKaiser in Wien in den NeichSadel erhoben und am 23. März 1809 starb er in