Druckschrift 
Geschichte von Arenberg, Salm und Leyen : 1789 - 1815
Entstehung
Seite
54
Einzelbild herunterladen
 

54 Verwaltung.

Gutsherren verwandelt würden, daß man mit dem Distriktszivil-gericht auch das für ein Departement bestimmte Kriminalgcricht zurErsparung an Personal und Kosten vereinige und daß die bereitsangestellten Mitglieder der Regierung die Präfektur und den Staats-rat bilden. Da der Herzog nun zur kaiserlichen Familie gehörte, seinVater Senator und sein Geschäftsmann ein französischer Staatsratwar, folgerte man, daß bei Annahme der westfälischen Verfassungentsprechende Modifikationen erfolgen würden Fürst Wilhelm zuSolms-Braunfels teilte dies dem Grafen Friedrich zu Solms-Laubachmit, der ihm antwortete 2:Daß Arenberg den Ooäs Xuxolsou unddie westfälische Konstitution annehmen muß, wenn der Großherzogvon Berg Münster bekommt, und das Arenbergische folglich vonWestfalen und Berg umgeben wird, wundert mich nicht, sondern istin der Natur der Sache gegründet. Es war auch zu vermuten, daßdiese Veränderung und zwar ungesäumt geschehen werde, indem be-kanntlich alle in der Umgrenzung des Königreichs Westfalen gelegenenkleinen Souverains verbunden sind, die politischen Institutionen desKönigreichs Westfalen bei sich einzuführen." Die Aufhebung derLeibeigenschaft erregte in Necklinghauscn großes Aufsehen;noch istman aber nicht einig", schrieb Stocksob sie für den Bauern oderfür den Gutsherrn vorteilhafter sei, und das kommt daher, weildas Leibeigentum durchaus nicht drückend und durch die Gesetze zu-gunsten der Bauern manchfältig beschränkt gewesen und viele dahernicht einmal von ihrem Nexus befreit zu werden wünschen". Dieherzogliche Geheimkanzlei kam im März 1808 von Düsseldorf nachParis; sie wurde zum Mittelpunkte aller Geschäfte, sowohl für dieAngelegenheiten des herzoglichen Hauses wie für die deutschen Landedes Hauses und für das Innere, gab nur dem Herzoge und allen-falls der Herzogin Rechenschaft, empfing alle Einkünfte und bestandnur aus Daniels, der zum Direktor derselben mit 1200 KronentalerHonorar ernannt wurde, und aus Stock. Daniels besorgte alle denRheinbund betreffenden Dinge, auch Schmauß von Livonegg unter-

! Zwackh an den Fürsten Wilhelm zn Solms-Braunfels, Wetzlar, 15. Februar1808. (O. S.B.)

2 Laubach, 17. Februar 1803. (O., e.)

° An Daniels, Düsseldorf, 11. Februar 1808. (O. A.B.)