Z4 Preußen und England.
Herzoge Prosper Ludwig bevollmächtigte Geheime Legationsrat vonOlfers in Münster (s. S. 29) stellte dem preußischen Staatsminister vonAngern dringend die Verlegenheit des Amtes infolge dieser Besetzungvor, zumal die Briten, solange diese dauerte, das Amt feindlich be-handelten. Tatsächlich war dasselbe stark mit Einquartierung belegt,die jetzt bis auf 25 Mann weggezogen worden war, und Angernempfahl dem Staatsminister des Äußeren, auch diesen Rest wegzu-nehmen i. In gleichem Sinne berichtete das Ministerium des Äußerenan Friedrich Wilhelm III. 2, wobei es erwähnte, der preußische Ge-sandte in Paris, Marchese Lucchesini, habe kürzlich gemeldet, dieHerzogin von Arenberg habe sich in Paris wegen der preußischenEinquartiernngslast für das Meppener Amt beklagt; das Ministeriumunterstützte Angerns Ratschlag. Stock schrieb an Prosper Ludwignach Paris die preußischen Truppen seien bis auf zirka 30 Mann,die im Relaisdienst noch blieben, von Recklinghausen und Meppenabgezogen; Recklinghausen allein habe für sie eine bare Summe von20 918 Frank zu fordern, Meppen noch mehr, da in Meppen eineSchwadron und zwei Kompagnien gestanden seien; man müsse sichmöglichst rasch das Geld von Preußen beschaffen Friedrich Wil-helm III. zog ein Gutachten vom Generalleutnant von Blücher ein,der in Münster kommandierte; Blücher hielt die Besetzung des AmtesMeppen in der bisherigen Weise vom militärischen Standpunkte füräußerst wichtig, Meppen hatte die einzige Brücke über die Ems undsicherte allein militärisch zweckgemäß die preußische Verbindung mitOstfriesland und den dort stehenden preußischen Truppen; darummußte Militär dort bleiben 5. In diesem Sinne wurde entschieden °und Olfers unterrichtet. Haugwitz erinnerte aber gleichzeitig an dieNachteile, die, wie er dem Könige in seinem Berichte vom 19. Mai
> Berlin, 9. Mai 1806. (O. Rsp. 8. 3 G.St.B.)
- Berlin, 19. Mai 1806. (K., e.)
2 16. Mai 1806. sO. Oorrssponckanoo. Fasz. 65. A.B.)
^ Als überall umlaufende Zeitungsnachricht nennt Stock, der Herzog heiratedie Verwandte eines der mächtigsten Souveräne, die als Mitgift ein sehr großesHerzogtum erhalte.
° Bericht des Generaladjutanten Obersten von Kleist (des späteren Grafen Kleistvon Kollendorf) aus Charlottenburg an Haugwitz, 7. Juni 1806. (O. Rox. 8. 3».G.St.B.)
° Bericht von Haugwitz an Kleist, Berlin 26. Juni 1806. (O., e.)