1794—1795. S
Rechte und Zuständigkeiten beraubt, befinde sich „andurch in der un-glücklichst- ja schrecklichsten Lage" und habe seine Reichsgesandtschaftbeauftragt, in Regensburg seinen sehnlichsten Wunsch zu wiederholen,„damit doch einmal nach einem langen und zerstörenden Kriege demteutschen Reiche der Segen des Friedens wiedergegeben werden wolle".„Der Herzog", so hieß es weiter, „beschwört das allerhöchste Reichs-oberhaupt und sämmtliche Kurfürsten und Fürsten, seine höchst- undhohen Reichsmitstände, seine äußerst betrübten Umstände, da Eraller seiner Habe, Güter und Einkünfte, ohne das mindeste übrig zuerhalten, beraubt worden, allerhuldreichst und gefälligst zu beherzigenund den Zeitpunkt möglichst zu beschleunigen, durch welchen ein patrio-tischer seiner Obliegenheiten stets unvergessener Reichsstand und mehrereReichsmitglieder und Angehörige von dem gänzlichen Verderben, mitwelchem Sie bedroht sind, gerettet werden können." Ludwig Engel-berts Gemahlin, Herzogin Luise, wendete sich an den Kurfürsten KarlTheodor von Pfalz und Bayern st um ihm ihr Bedauern auszusprechen,daß sie ihn auf ihrem Wege in die Niederlande nicht in München auf-suchen könne: „Meine Interessen erheischen meine Gegenwart, undman schmeichelt mir, ich würde dort in Besitz meiner dort gelegenenGüter wie derer, welche ich in Frankreich reklamiere, wieder eintreten:meine Schwiegermutter 2 hat schon seit einem Monat dieselbe Parteiergriffen, sowohl für ihre Privatsachen als auch um zu suchen, dasUnrecht zu hemmen, welches man dem Eigentum meines Mannesanthut, man behandelt dasselbe ganz besonders schlecht. Wir werdenZeit gewinnen, wenn es möglich ist, ihm den Kummer zu ersparen,in die belgischen Provinzen zurückzukehren, wo der Aufenthalt nichtsweniger als angenehm und wo man Gefahren ausgesetzt ist, bis derFriede über sein Los entscheidet." Die Herzogin entschloß sich darumzu dem Opfer, „sich von allen Tröstungen zu entfernen, die sie seitihrem Unglück fand"; ihre Hoffnung, einst aus dem Unglück heraus-zukommen, gab ihr Mut, und sie hoffte, Karl Theodor danken zudürfen. Dieser billigte ihre Reise, bedauerte, sie nicht bei sich zusehen, und wünschte ihr glücklichen Erfolg
Mit dem Domizile Brüssel erscheinen auf der Emigrantenliste
^ 7. November 1795. (O., e.)
^ Herzogin Luise Margarete.
° München. 16. November 1795. sK., e.)