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Hundert Jahre J. P. Bachem : Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag ; [1818 - 1918 ; Köln, 4. Mai 1918]
Entstehung
Seite
221
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Reichlich besetzt, Fruchtbarlich gegründet, Annehmblich geziert: DurchP. Wilhelmum Nakatenum Der Societät Jesu Priestern. Fünffter Truck,vom Author merklich in Materi und newen Kupfferstücken vermehrt,verbessert und in füglichere Ordnung gebracht. Colin Bey Johan Wil-helm Friessem, Anno 1691. Das Buch enthält 35 deutsche Liedertexteohne Melodien, teils Uebersetzungen lateinischer Hymnen, teils freigedichtete Lieder (vgl. Baumker, Kirchenlied III, S. 34, 52).

(S. 70) Alb. Gereon Stein war ein Kölner Kind aus dem Volke, am

29. September 1809 geboren und 1833 zum Priester geweiht. Nach vier-

jähriger Tätigkeit als Kaplan in Cornelimünster kehrte er in seine Vater-stadt zurück, zunächst als Rektor an der de Grooteschen FamilienkapelleIm Elend (bedeutet hier soviel wie der Fremden, Nicht-Einheimischen).Nach zwölf Jahren wurde er Pfarrer von St. Johann Baptist und

1837 Definitor und Pfarrer von St. Ursula. Als einfacher Mann war

er beim Volke allbeliebt und ein trefflicher Kanzelredner. Auch alsKomponist hat er sich hervorgetan, seinEcce homo,Kyrie eleison,0 Jesu, all mein Leben bist du,Wir grüßen dich heute mit frohemSinn, Maria, der Engel Königin waren sehr beliebte Melodien.

(S. 74) Gegen die sog. Maigesetze verstieß Erzbischof Melchers zumersten Male dadurch, daß er im Mai 1873 zwei Vikaren wegen ihres Ueber-tritts zum Altkatholizismus die Vornahme der priesterlichen Handlungenuntersagte. Das Kölner Zuchtpolizeigericht verurteilte ihn dafür zu50 Taler Geldbuße. Als er aber fortfuhr, Geistliche zu entsetzen undanzustellen, wurde er schließlich am 31. März 1874 verhaftet und in dasGefängnis am Klingelpütz gebracht, wo er bis zum 9. Oktober blieb. Wiederfreigelassen, erhielt er am 2. Dezember 1875 mit Rücksicht aufdie vonihm verhängten Exkommunikationen, die gesetzwidrige Anstellung vonGeistlichen und die Nichtbesetzung vakanter Pfarreien, die Verhinderungder Visitation des Priesterseminars 1873 und 1875, die von ihm inszenierteAufregung der Bevölkerung durch den Empfang der Massendeputationenin dem Tage vor seiner, wegen Nichtzahlung der erkannten Geldstrafenotwendig gewordenen Verhaftung, endlich wegen des äußersten Maßesdes Widerstandes, das er seiner Verhaftung entgegengesetzt habe, durchden Oberpräsidenten von Bardeleben die Aufforderung zur Amtsnieder-legung zugestellt. Als er sich weigerte, wurde er am 28. Juni 1876 durchden neugegründeten Kgl. Gerichtshof für kirchliche Angelegenheitenab-gesetzt. Das erzbischöfliche Vermögen verfiel der Beschlagnahme, weildas Metropolitankapitel sich weigerte, einen Kapitelsvikar zu wählen.Schon vorher (Ende 1875) war der Erzbischof nach Holland zu den Franzis-kanern in Maastricht geflüchtet. Nachdem sich die Wogen des Kultur-kampfes wieder geglättet hatten, erhob ihn Papst Leo XIII. in demKonsistorium vom 27. Juli 1885 zum Kardinal und berief ihn nach Rom-Sein Nachfolger auf dem erzbischöflichen Stuhle wurde der Bischofvon Ermland, Philippus Krementz. Auf dessen Aufruf errichteten die