eines geistlichen Gerichtes, die anderweitige Regelung der Seelsorger-prüfungen, der Diözesansynoden und der Gehälter der Geistlichen etc.gefordert. Diese Forderungen unterstützte seine Schrift: „Die Wünscheund Vorschläge der katholischen Geistlichkeit Düsseldorfs an den Hoch-würdigsten Herrn Erz ischof von Köln“, auf die im nächsten Jahre (1849)der Domkapitular und Generalvikar Baudri mit einer namenlosen, beiBachem erschienenen Broschüre „Synodal-Richter, Synodal-Exa-minatoren und D özesan-Synoden“ antwortete, worin der Ver-fasser die Forderungen, sowie das „Reformfieber“, demokratische Ele-mente in die Kirchenverfassung zu bringen, als unkirchlich verwirft.„Diese Schrift“, sagt Geissei in einem Bericht an den Nuntius Sacconi inMünchen vom 7. April 1849, „hat auf den Klerus die beste Wirkung aus-geübt.“ Binterim antwortete darauf im selben Jahre. Er starb am17. Mai 1855.
27 (S. 41, 47). Der Verein vom h. Karl Borromäus war im Jahre 1844auf Anregung des Appellationsgerichtsrats Dr. Aug. Reichenspergerunter Mithilfe des Freiherrn Maximilian von Loe auf Schloß Allnerbei Hennef (Sieg), des geistlichen Professors Dr. Dieringer in Bonn,des Malers Fritz Baudri in Köln u. a. m. gegründet worden und hatteam 22. März 1845 die landesherrliche Genehmigung erlangt. Seine Satzungenvom 20. März 1844 stellten ihm die Hauptaufgabe, „dem verderblichenEinflüsse, den die schlechte Literatur auf alle Klassen der bürgerlichenGesellschaft ausübt, durch die Begünstigung und Verbreitung guterSchriften entgegen zu wirken.“ Diese Verbreitung sollte vom Vereingefördert werden 1. dadurch, daß er jährlich oder halbjährlich allen, diesich an dem Unternehmen beteiligen, nach Maßgabe ihres Beitrags undder Vereinsmittel, eine oder ^mehrere Schriften als Vereinsgabe unent-geltlich zugehen läßt, und 2. dadurch, daß er dieser Vereinsgabe ein Ver-zeichnis seinem Zwecke entsprechender Schriften beifügt, deren Anschaffungoder Benutzung er jedem Beteiligten durch Erwirkung möglichst niedrigerPreise zu erleichtern sich bemühen wird.“ Teilnehmer zahlten jährlich15 Sgr., Mitglieder mindestens 2 Taler. Als erster Vorsitzender wurdeFreiherr von Loe |gewählt, nach dessen Erkrankung 1846—71 Prof. Dieringer,der der erste Schriftführer gewesen war. Dieringer (geboren 1811zu Rangendingen in Hohenzollern-Hechingen) war auf Vorschlag des da-maligen Koadjutors Johannes von Geissei von der preußischen Regierungals ordentlicher Professor der Dogmatik und Homiletik nach Bonn berufenworden. Sein im Jahre 1846 im Bachemschen Kommissionsverlag er-schienenes Buch „Der hl. Karl Borromäus und die Kirchenver-besserung seiner Zeit“ wurde als erste Vereinsschrift des Borro-mäusvereins in 10000 Exemplaren unter die Vereinsgenossen verteilt undin 2000 Exemplaren im Buchhandel abgesetzt.
2 S (S. 42). Zu diesem Unternehmen erschien seit Januar 1836 ein „Wöchent-liches Beiblatt zum Allgemeinen Organ, enthaltend die Verhand-