versenden, Correcturen lesen, selbst zuweilen setzen und drucken, haupt-sächlich aber auch an der Seite des Factors mit Einrichtungen des Drucks,Walzengießen, Berechnungen mit dem Setzer und Drucker und jeneZusammenstellungen ganzer Rechnungen über Verlags- und Druckrech-nungen zu machen.“ — Unter den Lehrlingen war auch Karl Jansen,der Sohn der Maria Jansen, geb. Bachem in Köln, der für den Buch-handel, die Leihbibliothek und die Druckerei vom 1. April 1832 verpflichtetwurde und im ersten Jahre 6, im zweiten 8 Sgr. täglich erhielt. DerLehrling C. 0. Lorentzen aus Lübeck, der „durch den jungen Linde-mann, der ja den Buchhandel bei Ihnen erlernt hat“, erfuhr, daß eineLehrlingsstelle offen war, trat am 1. Oktober 183 1 ! ein, kam aber imOktober 1835 von einer Urlaubsreise nicht zurück, da er sich wieder demStudium widmen wolle. Im November trat er wieder ein, nachdem seinFall große Auseinandersetzungen im Gefolge gehabt hatte. — Aus denAufzeichnungen Josef Bachems kennen wir aus 1840 die Namen derGehilfen W. Empfing, J. Cornet, den Vorsteher der Leihbibliothekund des Journalzirkels Anton Ferger.
12 (S. 17) Prinz Friedrich Wilhelm Karl von Preußen war der dritte Sohndes Königs Friedrich Wilhelm II. und Bruder Friedrich Wilhelms III.,geboren 1783. Er befand sich im Befreiungskriege in Blüchers Haupt-quartier. Nachdem er 1824—29 Gouverneur der Bundesfestung Mainzgewesen war, ernannte ihn der König 1830 zum Generalgouverneur derRheinprovinz und Westfalens mit dem Wohnsitz in Köln, in welcherStellung er bis Dezember 1831 blieb. Er starb am 28. September 1851.
13 (S. 21) Franz Xaver Biunde, 1806 zu Borken i. Westf. geboren, hattePhilosophie studiert und gehörte zu den sieben jungen hermesischenProfessoren, die Bischof Hommer Ende der 1820er Jahre an das TriererPriesterseminar berufen hatte an Stelle der alten, die nach seinen Worten„doch in die heutige Zeit nicht mehr so recht paßten“. Biunde kam 1826als Professor nach dort, dankte 1842 infolge seiner Stellung zum Hermesia-nismus ab und übernahm die Pfarrei Saarburg (Trier). Für dieses Dekanatwurde er Dechant, war 1852—58 Mitglied des Preuß. Abg.-Hauses, als solcher1852 Mitgründer der Kath. Fraktion und starb 1860. Als Professor erwarb ersich den Doktorgrad. — Unterm 17. Okt. 1838 schrieb er an Bachem: „Unterden gegenwärtigen Verhältnissen hat es mir und meinen Bonner Freundenangemessen geschienen, die neuerlich erschienenen acta Romana durcheine kleine teutsche piece ins größere Publikum einzuführen, welchein populärer Weise den Status quo in der hermesischen Angelegenheitbesprechen sollte. Ich habe eine solche fertig gemacht . . . Der Titelwürde lauten: Die Hermesianer in Rom, oder Fugen zu den acta romanavon J. J. Windischman. Diesen fingierten Namen vertrete ich natürlichselbst . . .“ Nachdem der Anfang des Manuskripts bereits am 19. Oktobernach Köln gegangen, überbrachte der Subregens Gau am 22. Oktober dieFortsetzung. Hierbei muß wohl die Aenderung des „fingierten“ Verfasser-