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Hundert Jahre J. P. Bachem : Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag ; [1818 - 1918 ; Köln, 4. Mai 1918]
Entstehung
Seite
187
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So hat die Kunstdruekerei der Firma das gehalten, wozuJosef Bachem in den siebziger Jahren den Anstoß gegeben, wassein Sohn Fridolin Bachem weiter gepflegt und die jetzige Be-triebsleitung vollendet hat: Ausführung einfacher bis feinsterDruckarbeiten in jeder Ausstattung, dabei jede Arbeit ihremZweck angepaßt.

Neben diesem Streben, mustergiltige Arbeiten herauszubringen,mußte auch daran gedacht werden, bei dem jungen Nachwuchsschon zeitig die nötige Liebe für Kunst und zu fachlicher Weiter-bildung zu wecken. Im Jahre 1906 konnte einem lange gehegtenWunsch nach einem Versammlungs- und Ausstellungsraum durchFreiwerden eines Teiles des vermieteten dritten Nordflügel-Stocksentsprochen werden. Es wurde der etwa 90 qm große schönausgestattete Museumssaal eingerichtet. Außerdem wurdein diesem Saale den Lehrlingen und jungen Gehilfen Fortbil-dungsunterricht erteilt in Deutsch, Fremdwörterkunde,Rechnen, Buchführung, Französisch, Stenographie und Zeichnen,wozu die Firma tüchtige Lehrkräfte stellte. Für gute Leistungender Schüler sind von der Firma Bücherpreise ausgesetzt. Gleich-falls werden bei regelmäßig stattfindenden Stenographiewett-schreiben die besten Schnellschreiber durch Preise ausgezeichnet.Mancher aufnahmefähige junge Mann hat in dieser Hausschuledie Unterlage zu seinem späteren Emporstieg erhalten. Um denSetzerlehrlingen besondere Gelegenheit zu geben, Einrichtungund Arbeitsweise der Setzmaschine kennen zu lernen, wurde inder Werk-Abteilung eine weitere Linotype-Setzmaschine auf-gestellt, die vorwiegend Anlernezwecken dient. Der Weiter-bildung und dem Unterhaltungsbedürfnis der Geschäftsangehörigendient seit dem Jahre 1904 eine Hausbücherei mit über 600 Bänden.

Im Jahre 1909 trat der älteste Sohn von Franz X. Bachem,Hans Bachem 60 , der seine kaufmännische und praktischeAusbildung als Buchdrucker, Buchhändler und Verleger inbedeutenden Leipziger, Berliner und Münchener Häusern er-halten hatte, in die Firma ein. Am 1. Januar 1912 wurde ihmProkura erteilt.

Im Jahre 1913 wurde eine günstige Gelegenheit ergriffen, demfür den Werk- und Akzidenz-Betrieb zu eng gewordenen Nord-flügel durch Ankauf des westlich gelegenen 530 qm großenPeringschen Grundstücks an der Ursulastraße 13 eine Er-weiterungsmöglichkeit zu sichern.