5 185
Schaltanlage von der Firma Geist, Köln-Zollstock, geliefert.Jetzt war der Betrieb derart eingerichtet, daß eine dreifacheSicherheit vorhanden war sowohl für die Zeitungs- als auchfür die Werk- und Akzidenz-Abteilung. Im Laufe der Jahre hatsich mehrfach gezeigt, wie wichtig für einen großen Zeitungs-betrieb solche Sicherheiten sind, um auf alle Fälle das recht-zeitige Erscheinen der Zeitungen zu ermöglichen.
Zu diesen Sicherheiten gehörte auch die Anpassung derZeitungssetzerei an die vermehrten Ansprüche der Zeitungsleser.Wenn bis dahin die Setzmaschine im Zeitungsbetriebe derFirma nicht eingeführt war, so war dies hauptsächlich aussozialen Rücksichten geschehen, um den Handsetzern den Lebens-unterhalt durch Fortnahme der Arbeit nicht zu erschweren.Die von Jahr zu Jahr auf einen kürzern Zeitraum zusammen-gedrängte tägliche Satzleistung ließ jedoch im Jahre 1911 dieDurchführung des erwähnten Grundsatzes nicht länger zu. Zu-nächst gelangten drei Ideal-Setzmaschinen der MergenthalerSetzmaschinenfabrik zur Aufstellung, die aber nach einigenMonaten gegen drei Doppelmagazin-Zweibuchstaben-Maschinenderselben Fabrik umgetauscht wurden. Eine Entlassung vonHandsetzern wurde vermieden. Die Zeitungssetzerei war nunin der Lage, die Satzformen in kürzerer Zeit fertig zu stellenund so noch manche für die Leser wertvolle Nachricht imletzten Augenblick aufnehmen zu können.
Der Stereotypie konnte durch die Verlegung von Kontor-räumen in den Betzlerschen Hinterbau ein größerer Raum ge-schaffen werden, um die Aufstellung von Hilfsmaschinen zuermöglichen und den Arbeitern eine luftige gesunde Arbeitsstättezu sichern. Die bisher mit der Hand besorgte Bearbeitung derStereotypplatten wurde drei Fräsmaschinen übertragen. Dannfolgten Kalander, Flachfräsmaschinen u. a. Gut geschultes Per-sonal führt sicher und schnell die Arbeiten aus, so daß auchdiese Abteilung sich dem auf äußerste Zeitausnutzung eingestelltenZeitungsbetriebe voll anpaßt.
Gleichen Schritt mit der Ausdehnung des Zeitungsbetriebeshielt auch die Akzidenz- und Bücherdruck-Abteilung.Erstere machte sich die Fortschritte in der modernen Kunst-richtung schnell zu Nutze und sicherte ihren alten Ruf alsKunststätte. Die aus dieser Abteilung hervorgegangenen Arbeitenwaren vielfach tonangebend für die Buchdruckerwelt. Namentlich