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Hundert Jahre J. P. Bachem : Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag ; [1818 - 1918 ; Köln, 4. Mai 1918]
Entstehung
Seite
178
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hervorragend geeigneten Mannes von seltenen Geistesgaben. Werdie aufreibende Tätigkeit in einer Zeitungsdruckerei kennt, wo mithalben Minuten gerechnet zu werden pflegt, der weiß, welch eineAufgabe der leitende Metteur Stunde für Stunde zu lösen hat.Seit der Gründung des Local-Anzeigers 1887 führte in dessenSetzerei Theod. Schumacher das Szepter, der 1916 in denwohlverdienten Ruhestand trat. Rings und Schumacher hattenbeide ihre technische Ausbildung und Reife im Hause erlangt.

Das im Jahre 1898 eingeführte Dritte Blatt der KölnischenVolkszeitung machte eine weitere Vergrößerung der Setzerzahlund damit eine fernere Raumvermehrung notwendig, die durchBenutzung des 1880 neu erbauten, bisher Privatzwecken dienendenHauses Marzellenstraße 2H erreicht wurde. Zwei Jahre späterhielt die dritte Rotationsmaschine, aus der Hummelschen Fabrik,ihren Einzug.

Nach dem Weggange Messenzehls Ende 1886 hatte die tech-nische Leitung zwei Jahre lang in den Händen der FaktoreE. Schmidt, Hajdozy und (1887) R. Sander gelegen, dannübernahm sie am 1. Mai 1888 Anton Korn, der im Hause dieBuch- und Akzidenzdruckerei erlernt und seine fernere Ausbil-dung in bedeutenden Berliner und Leipziger Kunst- und Akzidenz-druckereien genossen hatte. Tüchtige typographische und betriebs-technische Fachkenntnisse vereinigen sich bei ihm mit feinemkunstverständigem Geschmack und geschickter Zeichnerhand.Als Oberfaktor leitet er den gesamten technischen Betrieb.

Die Druckerei widmete sich von nun ab in besonderemMaße den für das Großgewerbe erforderlichen Drucksachenund pflegte besonders die Herstellung illustrierter Ka-taloge und Prospekte. Formenfreudigkeit in der Ornamentikund harmonisch abgestimmte lebhafte Farbenwirkung waren dabeidie ästhetischen Richtlinien. Entsprechend erfuhr das Akzidenz-setzerpersonal eine wesentliche Verstärkung, und der Maschinen-park wurde durch eine Illustrationsschnellpresse mitbesonders feinem Farbwerk aus der Maschinenfabrik Johannis-berg vermehrt. Nicht vernachlässigt wurde dabei die Pflege deralltäglichen kaufmännischen und gewerblichen Drucksachen, viel-mehr hatte sich jeder einzelne Auftrag, dem Grundsätze der Firmagetreu, gleicher Sorgfalt in bezug auf geschmackvolle Druckaus-führung zu erfreuen. Mit besonderer Vorliebe pflegte die Druckereidie Herstellung kunstvoller, farbenreicher Diplome, Hochzeits-